Mottenkiste, Teil 3 – Kassetten, die mein Leben begleiten

Manchmal trauere ich den Zeiten der Kassetten hinterher. Stundenlanges Warten auf Lieder, die im Radio kamen, teilweise zu unmöglichen Tages- und Nachtzeiten (legendär: „Das Gelbe vom Ei“ auf ffn, sogar in unserem damaligen Käseblatt mit allen Titeln aufgeführt). Aufnehmexperimente mit meiner damals besten Freundin ohne Mikrofon, im Hintergrund mit zweitem Kassettenrekorder hantierend, um die selbstgeschriebenen Hörspiele mit angemessener Hintergrundmusik zu untermalen. Dann diese Aufnahme von einer auf die andere Kassette zu überspielen (ging dann, als ich 13 Jahre alt war, dank Doppeldeck).

Ich hatte immer viel Freude, meinen Kassetten schöne Hüllen zu verpassen. Nun habe ich mal ein Gruppenfoto von einer Auswahl meiner damals Liebsten erstellt, gehört im Zeitraum von ca. 1992 bis 2003.

Mottenkiste, Teil 2 – oder: ein Bär auf Reisen

Bei jedem Besuch bei meinen Eltern grabe ich wieder irgendeinen Schatz aus. Teilweise miste ich aus, aber einiges nehme ich erstmal mit nach Hause, häufig, um es dann nach genauer Begutachtung doch zu entsorgen. Mein Blog hilft mir, mich besser von Altem trennen zu können, da ich sie über mein virtuelles Tagebuch konservieren kann. Fotos helfen mir, ich muss die Objekte nicht mehr besitzen.

Als Kind und Jugendliche habe ich diverse Kuscheltiere für mich gestrickt, gehäkelt und genäht. Eines meiner ersten Tiere, einen Hund, habe ich auch in dem riesigen Sack voll Kuscheltiere wiederentdeckt, habe jedoch noch kein Foto gemacht. Zwei wollige bzw. stoffige Wesen habe ich für ein Fotoshooting mitgenommen. Verschenken kann ich sie nicht mehr, dafür riechen sie zu streng nach Keller, und wer weiß, was sich in den Wattekörpern alles angesammelt hat im Laufe der Jahre …

Darf ich euch vorstellen: links im Bild die Maus (eine Anleitung gab es im ersten Teil der Mottenkiste) mit ihrer adretten Kord-Latzhose und dem frechen Karohemd, rechts der Bär, den ich aus einem Heft der lieben Nachbarin meiner Eltern (von der ich noch viele schöne Dinge aufbewahre, ihr erinnert euch). Dieses Heft ist bis heute nicht auffindbar. Die Nachbarin hatte diverse Hefte, meine geliebten 100 Ideen-Hefte, aber das Heft mit Bären-Anleitung ist bis heute unauffindbar. Schade, sehr schade.


Vorletztes Wochenende sind wir mit unserer Freundin bei einem Café auf dem Campus vorbeigelaufen, meine Freundin schlug mir vor, den Bär dort als „Kunstobjekt“ auszusetzen. Letzten Freitag habe ich es getan. Mittlerweile dürfte er schon etwas eingeschneit sein …

Sandkastenfreundin

Mit den Sandkastenfreundschaften ist es so eine Sachen. Entweder schafft man es, ein Leben lang befreundet zu sein, oder zumindest den Kontakt zu halten. Manchmal verliert man sich aus den Augen und sieht sich nie wieder. Oder man begegnet sich nach Jahren wieder und merkt dann, dass es nicht mehr passt (und auch häufig der Grund dafür ist, warum man damals auseinandergegangen ist).

Bei mir ist Letzteres in den letzten Jahren zwei-, dreimal passiert. Schade, aber eine klare Sache. Mit Ende 20 habe ich viele Kontakte wieder neu aufleben lassen und geschaut, was sich entwickelt. Nach einigen Treffen war dann klar, ob man über die gemeinsame Zeit hinweg auch andere Themen hat, die einen möglicherweise verbinden können.
Einfacher ist es aus meiner Sicht mit Freundinnen, die man später kennengelernt hat, meist in der Zeit der Pubertät, da man sich in dieser Zeit in eine Richtung entwickelt und Gleichgesinnte sucht.

Eine meiner wenigen Sandkastenfreundinnen ist vor kurzem Mutter geworden. Sie wohnte damals mit in unserer Straße und zog mit ihren Eltern weg, als wir acht Jahre alt waren. Wir habe viel zusammen gemacht. Wenn ich an sie denke, sehe ich viele Stunden Spielen im Freien, zwischen Johannisbeerbüschen, auf dem Fahrrad, im Wald. An verregneten Tagen bei Hörspielen im Zimmer, beim Basteln und Malen. Trotz des Umzugs blieben wir in Kontakt, mit 13 Jahren landeten wir wieder zusammen auf einer gemeinsamen Schule. Auch der Kontakt unserer Eltern verhinderte, dass wir auseinandergingen. Wir machten mit einem Jahr Abstand Abitur und zogen dann in unterschiedliche Richtungen – ich nach Hamburg, sie nach Bremen. Und auch damals telefonierten wir noch gelegentlich. Über meine Mutter erfuhr ich immer, wie es ihr geht. Ich denke auch jedes Jahr an ihren Geburtstag im Dezember, trotzdem habe ich nie wieder einen aktiven Versucht unternommen, wieder Kontakt zu ihr aufzunehmen.

Bis heute. Ich habe ein Päckchen für ihre Tochter zusammengestellt: ein Häkelhasen, den ich schon einmal verschenkt habe und ein Paar Schuhe nach einer neuen Anleitung.

Ich bin gespannt, ob ich etwas von ihr höre …

Herausforderung und geplante Überraschung – Teil 2

Langsam wächst der Pullover und nimmt Form an. Das Muster ist interessant und abwechslungsreich, mittlerweile muss ich mich nicht mehr so sehr konzentrieren wie am Anfang, aber es dauert doch seine Zeit. Nebenbei habe ich die Romane von Simon Beckett entdeckt, die ich nun dazu höre. Insgesamt habe ich schon vier Lesungen hinter mir, ihr könnt euch entsprechend ausmalen, wie lange ich bereits an dem guten Stück stricke.

Das Vorderteil ist fertig, gespannt und mit dem Rückenteil vernäht.

So sieht es bei einer ersten Anprobe aus. Sehr auf Körper geschnitten, aber sitzt so, wie ich es mir vorgestellt habe :)

Bei der Erstellung der Ärmel wende ich nun den alten Trick an: zusammen auf einer Nadel stricken. Macht zwar zwischendurch etwas kirre, aber hat den Vorteil, dass man alle Zunahmen nur einmal machen muss und – falls die Wolle nicht reicht, wir kennen die Gefahr – hat man die Chance, dass ein abweichender Farbton nicht so stark auffällt.