Fliegenpilz

Mein Abschlussprojekt im warmen Maiurlaub ist eine zweite Anfertigung des von mir gern getragenen Modells Jeannie von schnittchen.com.

Im vorletzten Winter hatte ich es einem dickeren Jersey-Stoff genäht. Da es sich aus meiner Sicht auch als Übergangs- bzw. Sommerkleid eignet, wählte ich diesmal einen dünneren Stoff in meiner Dauerlieblingsfarbe ROT.
Trotz fertigen Schnittmusters und reibungslosen Ablaufs dauerte das letztendliche Zusammennähen doch ganze vier Stunden. Lerneffekte: beim zweiten Mal verläuft alles routinierter und das Bündchen sieht erheblich besser aus als beim ersten Mal.

Ich freue mich auf das erste Tragen.

Bumerang-Wolle

Selten verschenke ich Wolle, weiß ich doch, wie verschieden die Geschmäcker und Vorkenntnisse sind. Zudem ein teueres Geschenk, wenn man sich nicht sicher sein kann, dass die Wolle auch verstrickt wird.
Weihnachten 2017 startete ich nun das Experiment, und sucht ein schlichtes Modell mit schöner Wolle für die Frau aus, die mir einst das Stricken beibrachte – meine Mutter. Vor zwanzig Jahren hat sie die Nadeln niedergelegt, während sie einen Zopfpulli für mich strickte. Grund waren schmerzende Arme und Hände. Das Ende einer Ära. Ich wollte sie zurück in mein Wollboot holen, verbunden mit der Vorstellung, dass wir vielleicht bei unseren Treffen zusammen stricken und sich ihre alte Leidenschaft in neue Leidenschaft verwandelt.
Leider gibt es Interessen im Leben, von denen man sich verabschiedet und sie nicht wieder aufnimmt. Meine Mutter war zum Glück ehrlich genug, mir zu sagen, dass sie sich sehr freut, aber sie ihre Muße in anderen Dingen findet. Auch würde sie wahrscheinlich den fertigen Pullover nicht anziehen, da er ihr zu warm sei.

Etwas traurig, aber mit einem Wollset in petto, aus der sich bestimmt etwas Schönes stricken ließe, blieb ich erstmal zurück und schenkte ihr ein schönes Buch als Ersatz.
Seit längerem liebäugelte ich mit einem Modell aus der Brigitte: ein Wollpullover mit interessantem Flechtmuster, allerdings aus dickerem Garn.

Ich nahm nun das Modell des Titelblatts aus dem Heft, das ich meiner Mutter geschenkt hatte, als Grundlage. Da das vorhandene Garn dünner ist, stricke ich nun den Zopf über 5 statt 3 Maschen. Raffiniert ist an dem Modell, dass das Bündchen zunächst in Runden gestrickt wird, erst dann teilt es sich in Vorder- und Rückenteil.

Auf meiner langen Zugfahrt im Urlaub begann ich mit dem Muster. Die Maschenverteilung geht prima auf, das Muster gefällt mir sehr gut.

RVO-Jacke — c’est finit!

Die interessierte Leserin werfe einen Blick auf das Datum und staune: die lange gelagerte Wolle wurde erstaunlich schnell verarbeitet. Das Bedürfnis, endlich eine eigene, nach meinen Vorstellungen, gearbeitete schwarze Strickjacke zu tragen, hat mich enorm angespornt. Seit zwei Wochen ist sie nun fertig, und ich hatte entsprechend reichlich Zeit, sie im Alltag zu testen, auch im europäischen Ausland hat sie mir schon gute Dienste erwiesen, bei Temperaturen um 20 Grad.

Es ging wie gesagt gut voran, einzig das Ausarbeiten der Knopflöcher und die Auswahl der richtigen Knöpfe hat ein wenig aufgehalten.
Dank guter Anleitung von LANA GROSSA war jedoch auch das zu bewältigen:

Wie die Blenden habe ich auch den Kragen schlank gehalten. Hier seht ihr die Jacke auf einer ihrer ersten Ausflüge.
Und wer es nun nicht mehr aushalten kann und selbst tätig werden möchte: meine Anleitung ist bereit online. Viel Spaß!

Schwarz-weißes Gebilde, Teil 2 und andere Frühlingsprojekte

Ein bisschen Regen am Wochenende hilft, angefangene Projekte zu Ende zu bringen. Das Häufchen auf dem folgenden Bild war wochenlang in meinem Sichtfeld. Am letzten Sonntag konnte ich es nicht mehr ertragen, und machte mich ans Werk, zumal ich alle fehlenden Utensilien bereits zusammengetragen hatte.

Zunächst widmete ich mich meiner im letzten Sommer begonnenen Häkeltasche. Das Häkeln dauerte eine ganze Weile aufgrund des immer mitgeführten Fadens, das eigentliche Debakel begann jedoch mit dem Nähen des Innenfutters und der Auswahl des Reißverschlusses:

  • vom ersten Reißverschluss, den ich kaufte, dachte ich, er sei nicht teilbar. Also kaufte ich einen zweiten. Dieser war zu lang, laut Anleitung musste Luft rechts und links bleiben, um später das Innenfutter einnähen zu können. Ich vernähte also den ersten. Bislang hatte ich Reißverschlüsse nur mit Stoff vernäht, ich unterstützte entsprechend die Dehnung des Häkelgewebes. Ergo passte das Innenfutter, das ich zuvor fertiggestellt hatte (rot mit weißen Pünktchen – todschick!), nicht mehr *grummel*
    Ich verzichtete auf das Innenfutter.
  • ebenfalls ewig dauerte der Prozess, geeignete Taschenhenkel zu erstehen. Meinen Traum von braunen (Kunst-)Ledertaschenhenkeln musste ich begraben, da ich lediglich Längen von 70 cm fand bzw. keinen Laden, in dem ich Ledergurt vom Band (zu erschwinglichen Preisen) hätte kaufen können. Ich entschied mich letztlich für ein breites Gurtband aus Baumwoll, was ich auch für die Schlaufen an den Seiten einsetzte.

Nun naht der Sommer in großen Schritten, und ich kann meine neue Tasche bald das erste Mal ausführen!

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