Literatur
Literatur-Tipps aus verschiedenen Genres
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Profis, Augen und Ohren zu!
Über Nacht ist wieder ein kleiner Pullover entstanden … und ihr habt gar nichts davon mitbekommen! So heimlich läuft es manchmal bei mir ab und ist häufig der Grund, warum ich mich dann wochenlang nicht mehr blicken lasse.
Während meines Winterurlaubes habe ich mir endlich die Wolle zu meinem Traumprojekt aus dem Sommer gekauft. Wieder volles Risiko: keine Original-Wolle, keine Größenangabe (nach Aussehen der japanischen Models schätzungsweise Größe 36, was mir zu klein ist). No risk, no fun!
Was mich sehr an dem Pullover gereizt hat, ist der Querzopf, den ich bereits schon einmal in einer Komplettversion gestrickt habe. Bei aktuellem Modell bildet er nur die Passe und Ärmel; Vorder- und Rückenteil sind glatt gestrickt. Der Anleitungstext im Buch ist sehr sparsam, vielmehr wird mit Zeichnungen gearbeitet, an die ich mich nach kurzer Zeit gewöhnt hatte, was daran liegen kann, dass ich mich generell bei graphischen Darstellungen zu Hause fühle.
Mit meinem Ersatzgarn von Online, Qualität „Linie 110, Timona“ kam ich genau auf die gewünschte Maschenprobe, und ich hatte diesmal auch genug Material gekauft, ohne den üblichen Stress mit den letzten Wollmetern. Als i-Tüpfelchen gab es meine Lieblingsfarbe rostrot. Kein Kompromiss-Kirschrot, kein Obligatorisch-Orangeton. Nein, mein schönes Rot!Und nun, liebe Profi-StrickerInnen: Augen und Ohren zu!
Ich habe die Strickteile nicht gespannt, denn ich war viel zu aufgeregt und ungeduldig, endlich die Seitennähte zu schließen und schnell noch den Kragen herauszustricken. Da sich die Zöpfe jedoch im trockenen Zustand ordentlich zusammenziehen, was beim Querzopf erhebliche Folgen für die Höhe des Strickstückes hat, habe ich das Pferd nun von hinten aufgezäumt. Den fertigen Pullover habe ich gewaschen und über den Wäscheständer gehängt. So gewinne ich noch einige Zentimeter, aber liebe Leute, nicht nachmachen, sollte man mit den einzelnen Teilen vor dem Zusammennähen machen.Bald in angezogenem Zustand, hier ein kurzer Blick auf den nassen Zustand:

aus: Amimono heißt stricken, Modell von S. 24 -
Retro-Weibchen
Nach langer Zeit mal wieder ein feministischer Buchtipp von mir. Ich lese viel auf diesem Gebiet und kann euch berichten: es gibt leicht verdauliche und schwer verdauliche Literatur zu diesem Thema.
Folgendes Werk gehört eher zu den leicht verdaulichen, was nicht heißt, dass es keine kritischen Worte findet. Der Schreibstil ist nur etwas unterhaltsamer und weniger wissenschaftlich. Ich erhoffe mir von dieser Art von Büchern, dass sie auch Frauen in die Hände fallen, bei denen das Wort Feminismus noch immer negative Assoziationen hervorruft und die durch das Lesen eines besseren belehrt werden (können).
Der Titel lautet „Schneewittchen-Fieber : warum der Feminismus auf die Schnauze gefallen ist und uns das Retro-Weibchen beschert hat“ und ist geschrieben von der Österreicherin Angelika Hager. Aufmerksam geworden auf das Buch bin ich über die Tageszeitung der freitag, der Frau Hager ein sehr unterhaltsames Interview zu ihrem neuen Buch gegeben hat.
Wie bereits erwähnt: es lässt sich flüssig lesen, aber es ist der Autorin anzumerken, in welchem Beruf sie tätig ist. Gleiche Erfahrungen hatte ich bereits bei Basha Mika, die ebenfalls Journalistin ist. Das Buch ist im Prinzip eine Aneinanderreihung von Anekdoten, Themen werden von der Autorin angerissen, aber leider nicht vertieft, teilweise werden aufgestellte Thesen mit statistischem Datenmaterial unterfüttert.Im Namen des Internationalen Frauentages: Macht euch selbst ein Bild und lest es bitte!
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August-Geburtstagskinder
Seitdem wir den Sprung über die Elbe gewagt haben, leben wir nun mit einem netten Nachbarn im Haus, der ausgerechnet am selben Tag wie eine Freundin von mir Geburtstag hat. Als bekannte „wenn-ich-zeit-und-ideen-habe-mache-ich-am-liebsten-selbstgemachte-geschenke“ waren es dementsprechend zwei Projekte. Etwas Luft bescherte die Tatsache, dass der Nachbar direkt an seinem Geburtstag feierte und die Freundin erst am Wochenende.
Was gab es nun?
1) Für den Nachbarn als kleine Beilage für einen anstehenden San Francisco-Besuch einen echten pumpkin pie (wieder aus dem bekannten Buch mit den netten Häkelideen).

aus: Tasty crochet : a pantry full of patterns for 33 yummy treats 2) Für die Freundin, die bei ihrer Schwester gelegentlich Yoga-Unterricht nimmt, und der es guttut, wenn sie zur Ruhe kommt, habe ich eine Yoga-Tasche genäht. Die Dicke der Kordel ist zu überdenken, aber der neue Stoff gefällt mir ausgesprochen gut. Die Designerin ist wieder Lotta Jansdotter, die Frau mit den wundervollen Taschen.
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Zu viele Inspirationen
… kann man bekommen, wenn man sich längere Zeit in den Bücherhallen aufhält, vorher noch an einem Wollladen vorbeigegangen ist und dann ein Buch mit schönen schlichten Strickereien in den Händen hält. Gäbe es zu Hause nicht noch diverse andere, teils noch nicht einmal begonnene Wollprojekte (ich habe euch von einigen Ärgernissen meiner letzten Wollkäufe verschont), so wäre ich gleich wieder in das besagte Wollgeschäft zurückgekehrt, und hätte Material für diesen bezaubernden Pullover gekauft. So lange ist Träumen angesagt …

Quelle: http://bilder.buecher.de/zusatz/35/35650/35650040_scre_3.jpg -
Ein Traum für alle frankophilen Retros
Das Magazin „100 idées“ bzw. „100 Ideen“ ist eine exzellente DIY-Zeitschrift der 70er aus Frankreich, und wurde leider eingestellt wegen zu geringer Nachfrage. Die Nachbarin meiner Eltern hatte fast alle Exemplare und hat mir auch einige überlassen. Kürzlich bin ich auf das Blog „Tricots et cuisine de 100 idées“ gestoßen, in dem eine Französin fast die kompletten Jahrgänge mit gescannten Artikeln und Anleitungen zur Verfügung stellt! Ein absoluter Stöbergenuss für alle handarbeitlich und handwerklich interessierten Menschen!



