• Wolle

    Restemütze freestyle

    Der Sommer steht vor der Tür, und ich möchte euch gerne auf eine letzte Reise zu meinen winterlichen Strickerlebnissen nehmen, von denen ich noch nicht berichtet habe.

    Aus den Resten des Hindergenser wollte ich noch etwas Nützliches stricken und entschied mich für das Modell „Bäume“ der Designerin Cecilie Skog – eine Herrenmütze mit Tannenbaummuster. Da die Maschenprobe mit der des Pullovers identisch ist, strickte ich zunächst munter drauflos, wunderte mich jedoch nach einiger Zeit über den erstaunlich geringen Umfang.

    Die angegebenen 144 Maschen waren korrekt, ich hatte alles bedacht. Also begann ich nachzurechnen – und kam anhand der Angaben auf lediglich 40 Zentimeter (!), was mir für die Zielgruppe dann doch etwas klein erschien.

    Also improvisierte ich und startete einen zweiten Versuch mit 160 Maschen; das entspricht im Muster zwei zusätzlichen Bäumen à acht Maschen. Statt des vorgesehenen zehn Zentimeter breiten Bündchens arbeitete ich nur etwa viereinhalb Zentimeter, und auch den Musterabschnitt kürzte ich von 28 auf 15 Zentimeter.

    Bei den finalen Abnahmen reduzierte ich statt der angegebenen 36 Maschen insgesamt 40 Maschen und strickte anschließend in jeder zweiten Reihe wie folgt: zunächst jeweils die vierte und fünfte, dann die dritte und vierte, anschlißend die zweite und dritte und zuletzt immer zwei Maschen zusammen.

    Eine weitere Reise durch eine abenteuerliche Anleitung ist gemeistert. Die Mütze gehört nicht zu meinen Lieblingen – ursprünglich hatte ich sie als Geschenk für eine männliche Person gedacht – aber sie hat auf jeden Fall ihren Platz in meinen Kleiderschrank gefunden.

  • Literatur,  Wolle

    Jahresende

    Das Jahr 2021 liegt bald hinter uns. Mein jährlicher Zwischen-den-Jahren-Urlaub lässt mich etwas entspannen. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich neben unserem leuchtenden Weihnachtsbaum, unter dem noch die Geschenke liegen.

    In diesem Jahr habe ich mich selbst zu Weihnachten beschenkt. Dies geschah eher unfreiwillig, da ich das Geschenk – ein Buch – bereits Anfang Dezember bestellte, es jedoch erst einen Tag vor Weihnachten eintraf. Die Lieferungszeit hatte sich aufgrund der derzeitigen Papierknappheit um circa drei Wochen verzögert.

    Bei dem besagten Buch handelt es sich um das neueste Werk der finnischen Häklerin Molla Mills, frisch erschienen in englischer Sprache und inspirierenden (bunten) Mustern. Auf eine ihrer ersten Veröffentlichungen bin ich damals eher zufällig in den Bücherhallen gestoßen und bereits einige Ideen von ihr nachgehäkelt, unter anderem Schreibetuis und Körbe. Unter den 23 neuen Anleitungen finden sich nun Taschen, Teppiche und Tischsets – teilweise klassisch schlicht in schwarz-weiß, viele jedoch auch knallig bunt. Ich freue mich schon jetzt darauf, sie bald ausprobieren zu können.

    Zu guter Letzt zeige ich schnell noch mein letztes Werk in diesem Jahr: die Zopfmustermütze aus dem bereits vorgestellten LAMANA-Garn. Es stand zur Auswahl, sie in Runden oder Reihen zu stricken. Da das beschriebene Zopfmuster mit zwei Hilfsnadeln gestrickt wird, entschied ich mich für die zweite Möglichkeit, die mir leichter erschien und sich im nachhinein auch als gut erwies.
    Im Gegensatz zu anderen Anleitungen, in denen die Blende umgeschlagen wird, führt hier eine Kippreihe zum gewünschten Ergebnis: eine Reihe rechte Maschen auf der Rückseite gestrickt verhindert den Wulst, der sich normalerweile bildet, wenn man das Bündchenmuster durchgängig strickt und dann umschlägt.
    Bislang hatte ich bei vielen Mützen das Problem, dass sie entweder zu eng oder zu weit waren. Die angegebene Größe M (54-57 cm) ist diesmal genau richtig.

    Nach den sehr warmen Tagen zum Jahresende werden sicher noch ein paar kältere Wintertage folgen, an denen ich meine neue Mütze tragen kann.

    Kommt alle gut ins neue Jahr und bleibt gesund!

  • Literatur,  Wolle

    Winterset

    Mützenanleitung aus dem Buch „Heisse Nadel“

    Die Temperaturen steigen bereits wieder. Mein Winterset, bestehend aus Mütze, Schal und Handschuhen, war jedoch zur rechten Zeit fertiggestrickt, so dass ich bei Minusgraden gut gerüstet war.

    Warum ein Set? Mittlerweile habe ich eine bunte Sammlung an Wintersachen, die mich nervt, weil nichts wirklich zusammenpasst: mittlerweile zehn Jahre alte Lederfäustlinge, verschiedene Mützen und nur ein passender Schal. Mein Wunsch war, endlich mal einen Satz an Winteraccesoires zu haben, noch dazu in einer unaufdringlichen Farbe (ROT adé!).

    Ausgangspunkt war die Handschuh-Anleitung von Paulastrickt – ein schlichtes Paar Fäustlinge, wahlweise auch mit Punktmuster-Anleitung, die ich bei Etsy fand. Daraufhin habe ich mir gleich einen großen Berg Nepal-Wolle von DROPS bestellt.

    Mütze und Schal habe ich (halb-)freestyle gestrickt. Für die Mütze orientierte ich mich an der Anleitung „Kims Mütze“ von Joelle Hoverson aus ihrem Buch „Heisse Nadel„, das ich mir vor langer Zeit gekauft habe. Es enthält – einige leider fehlerhafte  – Anleitungen für gestrickte Geschenke.

    Den Schal habe ich frei gestrickt. Für den Maschenanschlag habe ich eine Kopflänge gemessen, so dass ich mir später bei Bedarf den Schlauch wie eine Kapuze über den Kopf ziehen kann. Die Länge misst bei mir ca. 60 Zentimeter.

    Das Muster folgt dem der Fäustlinge: Bündchen mit verschränkten Maschen, der Rest glatt.

    Ich habe nichts dagegen, wenn nun der Frühling kommt. Sollte es jedoch wieder kalt werden, bin ich gerüstet.

  • Stoff,  Wolle

    Gruppenbild mit Wolle

    Kaum ist die letzte Wolle verstrickt, habe ich bereits wieder Nachschub geordert, obwohl es im Schrank langsam eng wird.
    Auf dem Bild werden die Neuanschaffungen präsentiert vom zweiten Mini Yoda, der just von der Beschenkten bestellt wurde zum Selberverschenken:

    • „falsche“ Sockenwolle in den Farben anthrazit, beige und rot (es handelt sich gar nicht um Sockenwolle, die „Touring“ von Lang Yarns wird jedoch von vielen als diese verwendet) für Socken, die ausnahmsweise in meinen Kleiderschrank wandern sollen
    • Lana Grossa-Wolle für einen Patentpullover aus der BRIGITTE (ja, wieder …). Der Kauf hat bereits im dritten Anlauf geklappt: vom ersten Händler bekam ich die Rückmeldung, dass sich coronabedingt die Wartezeit verlängert, kurz danach war meine Farbe nicht mehr verfügbar; der zweite Händler meldete sich gar nicht zurück, so dass ich leider auf die dritte und letzte Möglichkeit – Amazon – zurückgreifen musste (die Wolle war drei Tage später da).

    Vor kurzem bin ich auf Paulastrickt gestoßen, das Label einer jungen Frau, die ihre Restauratoren-Tätigkeit derzeit auf Eis gelegt hat, um ihre Leidenschaft zum Hauptberuf zu machen. Sie erstellt Anleitungen für schöne, schlichte gestrickte Kleidungsstücke und Accessoires. Über Etsy habe ich nun eine Anleitung für Socken, die Mütze „Jacques“ sowie Handschuhe erstanden. Die Socken habe ich bereits angefangen zu stricken.

     

    Die Arbeit an der Mütze fand im Geheimen statt, und da Beschenkte manchmal mitlesen, sind die Knäuele nicht mit auf dem Bild gelandet. Nun ist sie fertig, verschenkt und glücklich wie seine neue Besitzerin.

    Mütze „Jacques“ von Paulastrickt in Lang Yarns Merino 70

     

    Außer der Reihe habe ich letztes Wochenende noch alte Tischdecken in Tischläufer und Sets umgenäht – wir haben einen neuen Esszimmertisch, der größer als sein Vorgänger ist.