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Cats … everywhere!
Mit den Damen des neuen Vorstandes im Personalrat gehe ich gerne von Zeit zu Zeit nach der Arbeit zum schwedischen Einkaufshaus, wo wir neben wildem Tollen im Bällebad schöne Dinge anschauen und manche auch kaufen.
Ich verweile am längsten in der Stoffabteilung, auch wenn ich gerade einen Markt hinter mir habe und die Wohnung voll mit bunten Stoffen ist. Die Stoffe sind einfach sensationell günstig und mit die einzigen, die etwas dicker sind und somit auch strapazierfähiger, was bei Taschen und auch anderen Gebrauchsgegenständen ein wichtiger Faktor ist.Nun gut, beim letzten Besuch waren wir noch zu zweit und haben der dritten Dame ein Katzenkissen mitgebracht, das bei ihr große Freude hervorrief.
Am letzten Donnerstag schlugen wir zu dritt auf. Diesmal kaufte ich ebenfalls ein Katzenkissen. Für den Liebsten, der Katzen sehr schätzt und abends immer ein Kissen zum Lesen auf dem Schoß hat.
Katzenkissen von IKEA Und da er aus einer katzenliebenden Familie stammt und seine Mutter beim letzten Marktbesuch den Wunsch nach einer größeren Tasche äußerte, in der sie zwei Aktenordner verstauen könne, habe ich gleich den dazugehörigen Katzenstoff (dieser mit orangefarbenen Katzen) in einer ordentlichen Menge gekauft.

Katzenstoff von IKEA Es sollte eine Tasche mit entsprechend großem Boden werden. Hierfür gibt es bekanntlich zwei Möglichkeiten: entweder näht man zwei Stoffe an drei Seiten zusammen und steppt dann die Ecken quer ab (so habe ich es bei meinen Stoffkörben gemacht), oder man schneidet aus den unteren Ecken zwei Quadrate heraus, näht drei Seiten separat zusammen und schließt zuletzt dann die entstandenen Löcher.
Ich habe mich für die zweite Version entschieden, da mir die Berechnung der Maße leichter fiel. Die Tasche misst nun fertig 300 (Breite) x 350 (Höhe) x 200 (Tiefe). Inklusive Nahtzugaben und Saum hatte ich einen Zuschnitt von 520 x 520, die Ausklinkung der Ecken jeweils 110 x 110. Die Stoffstreifen zum Verstärken des Bodens habe ich in 240 x 520 zugeschnitten, den oberen Rand ca. 1,5 cm umgebügelt, aufgesteppt, die Ecken nach Auflegen entsprechend ausgeklinkt, Seiten und Boden zusammengenäht, versäumt, die Öffnungen Naht auf Naht geschlossen und ebenfalls versäumt.
Die Träger stammen von meinen anderen Taschen, die ich regelmäßig produziere.Katzentasche Bodennaht Seite Bodennaht unten -
Frühlingserwachen
So ein schönes Wochenende … Sonnenschein, in der Erde buddeln, auf dem Balkon lesen und stricken sowie bei offener Tür nähen. Es war sehr entspannend.
Trotz anstehender größerer Geldausgaben bin ich am Freitag in eine Art Wollrausch verfallen. Nun bin ich stolze Besitzerin von hochwertiger Wolle mit Cashmere-Anteilen, aus denen ich mir einen folkloristisch angehauchten Pullover stricken werde. Das Originalgarn von GGH wäre um Längen teuerer geworden, so habe ich mit einem Ersatzgarn der selben Marke geschummelt (qualitativ auch nicht zu verachten – siehe Bild).

Rebecca Nr. 65, Modell 5 (Pullover mit Lochmuster) Ein neues Produkt: Brotkörbe mit einer Vlies-Einlage für eine bequeme Anzahl von Brötchen. Vor zwei Jahren hatte ich bereits einige Exemplare genäht, zwei sind in unseren Besitz gegangen, verschenkt habe ich ebenfalls. Nun hatte ich von meiner Nachbarin ultimative Stoffreste aus den 70ern geschenkt bekommen, die ich gerne zu etwas Besonderem verarbeiten wollte. Nun ist ein Brotkorb daraus geworden (thanks, Lisa!).
Im Super-Frühlingslicht für euch fotografiert (und wer meinen Schweine-Artikel gelesen hat, erkennt den Stoff auf dem Bild wieder).
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Das muss mal gesagt werden
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Ja, aber
Einen lang gehegten Lesewunsch habe ich vor kurzem umgesetzt – und wurde nicht enttäuscht.
Der Roman „Aberland“ von Gertraud Klemm ist ein sehr treffendes Portrait über zwei Frauen verschiedener Generationen (Mutter und Tochter), die sehr unterschiedliche Leben führen, jedoch in dieselben Weiblichkeitsfallen tappen. Beide machen sich abhängig von ihren Ehemännern, die sie nur halbherzig lieben, und sich deshalb von Zeit zu Zeit Nähe und Anerkennung bei anderen Männern suchen. Sie scheinen gefangen in gesellschaftlichen Konventionen, beide auf ihre Weise.
Die Tochter trauert ihrer begonnenen Dissertation über Zebrafische nach, die sie nach der Geburt ihres Sohnes auf Eis gelegt hat, und zu der er ihr nun, wo dieser größer ist, der Zugang abhanden gekommen scheint. Alles kostet so viel Mühe und Kraft, da wäre es doch einfacher, sich ganz der Mutterrolle zu widmen, um diese Gehirngespinste, ihren Mann zu verlassen und zusammen mit dem Sohn zu leben, eigenes Geld zu verdienen, zu vertreiben.
Die Mutter hat sich nach der ersten Affäre ihres Mannes von einem Notar durchrechnen lassen, was ihr im Falle einer Scheidung zustehen würde, und nach dem ernüchternden Ergebnis diesen Gedanken wieder verworfen.
Getraud Klemm erzeugt durch ihren Schreibstil mit vielen langen Sätzen eine gewisse Atemlosigkeit. Und so erging es mir auch beim Lesen: ich war atemlos, hin- und hergerissen, ob mich die geschilderten Situationen traurig machen, wütend machen oder belustigen sollten. Das Ende des Buches lässt einen positiv hoffen, keine wirkliche Wende, aber ein neuer Anfang.
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Verspätet zum Weltfrauentag
In diesem Jahr gibt es Gründe, weshalb ich erst jetzt Zeit finde, über den Weltfrauentag etwas zu schreiben, der mir – wie ihr wisst – sehr am Herzen liegt.
Im Betrieb hatte der Personalrat und die Gleichstellungsbeauftragten ein buntes Programm für die weiblichen Beschäftigten erarbeitet: morgens gab es von den Personalrätlern ab 6:30 Uhr Rosen am Eingang, nachmittags boten die Gleichstellungsbeauftragten für beide Geschlechter einen Dokumentarfilm mit anschließender Diskussion an, und am Abend hatten die ver.di-Frauen einen kostenlosen Kinobesuch für den Film „Suffragette – Taten statt Worte“ organisiert, von dem wir einige Plätze ergattern konnten. Vorher trafen wir uns noch zu einem leckeren Essen.
Lehrreich war – wie in jedem Jahr – sich darüber bewusst zu werden, dass für unsere heutigen Rechte viele Frauen gekämpft haben und teilweise ihr Leben gelassen haben. Dass wir auf dem Wahlzettel ein Kreuz machen dürfen, arbeiten dürfen, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen, studieren dürfen u.a. sind Errungenschaften, die wir würdigen sollten. Es befremdet mich, dass gut augebildete Frauen es als eine Last emfinden, nach der Elternzeit wieder arbeiten zu gehen, sich nicht für ihre Rente interessieren und ihre aufgegebene Unabhängigkeit scheinbar genießen. Diese Entscheidungen behindern die Bereitschaft vieler Männer, ihre 50 % im Haushalt und in der Familienarbeit zu leisten.
Folgende jüngst erschienenen Umfrageergebnisse zum Thema „Verzicht von Männern wegen ihrer Vaterschaft“, die der WDR durchführte, lassen mich blinzeln, um sicher zu gehen, dass die Zahl 2016 wirklich stimmt, sich kein Fehler eingeschlichen hat, und vielleicht doch das Jahr 1950 gemeint ist.

Quelle: Twitter WDR – Auf was mussten Sie wegen Ihrer Vaterschaft verzichten? Wen die internationalen Zahlen interessieren, der schaue sich den jährlich erscheinenden Global Gender Gap Report an.







