Aus dem Leben
alles, das kreativ ist und sich nicht die anderen kategorien einfügen lässt
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Ossi-Power
Ende August ging leider besagte Kollegin, die uns das schöne Salzbrot schenkte, in den Ruhestand. Als echte Ossi-Frau aus Leipzig, die am Wochenende viel Zeit in Zügen verbringt, habe ich ihr ein grünes Ampelmännchen-Kissen genäht. Dient zur Deko, grün ist die Farbe der Hoffnung bzw. des Optimismus, letztlich ein guter Begleiter für den Zug, falls die Augen zufallen und der Kopf schwer wird.
Für euch gibt es an dieser Stelle wie immer ein Bild, sowie der Link zu einer Studie, die herausfand, dass Ostampelmännchen besser sind. -
Brot und Salz
Seit unserem Einzug haben wir – obwohl die eigentliche Party noch gar nicht stattgefunden hat – zahlreiche Geschenke von FreundInnen und KollegInnen bekommen. Ganz traditionell waren auch Brot und Salz dabei.
Eine liebe Kollegin von mir, die leider in zwei Tagen in den Ruhestand geht, und die ich jetzt schon sehr vermisse, hatte eine sehr nette Idee. Sie hat ein Brot ausgehöhlt und mit Salz und Blumen gefüllt. Der rote Originallöffel, der im Salz steckte, ist auf dem Bild bereits anderweitig in Gebrauch.Ich freue mich jeden Morgen über dieses Geschenk, das auf unserem Küchentisch steht und uns beim Frühstücken zuschaut.
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Break on through to the other side
Herzlich willkommen in meinem kleinen Sommerloch!
Der Umzug und die Sommerhitze haben dazu beigetragen, dass ich lange nichts mehr von mir habe hören lassen. Wir haben den »großen« Sprung über die Elbe gewagt und haben es noch nicht bereut – im Gegenteil. Wunderschön ist es hier – belebt, aber trotzdem ruhig; dörflich, aber trotzdem großstädtisch; grün, aber trotzdem schnell in der City! Zudem ist unsere neue Wohnung so traumhaft, dass wir bestimmt nicht so schnell wieder ausziehen werden.
Die Kartons waren schnell ausgepackt und vieles steht und hängt bereits an seinem richtigen Platz. Aber der Stolz der früheren Tischlerin lässt es nicht zu, den neuen Hausstand komplett zusammenzukaufen. Nein, es soll noch einiges selbst gebaut bzw. umgebaut werden! Leider hält mich meine 40-Stunden-Woche davon ab, meine Pläne schnell in die Tat umzusetzen, aber eines nach dem anderen. -
Mädchen, Mädchen, Mädchen
Schon wieder wurde vor kurzem ein Kind in meinem Freundeskreis zur Welt gebracht – und wieder ein Mädchen. Wie schön!
Da ich schon einmal in meinem Blog über geschlechtsneutrale Kinderkleidung geschrieben habe, möchte ich mich nicht wiederholen und euch gar langweilen. Ich finde das Thema jedoch nach wie vor aktuell.
Gestern sprach ich mit der Mutter der kürzlich geborenen Tochter. Sie war glücklich, dass sie nur wenige rosafarbene Kleidungsstücke zur Geburt geschenkt bekommen hatte, da sie das Geschlecht ihres Kindes bis zu dem Zeitpunkt, wo sie es in den Armen hielt, nicht wusste (und auch nicht vorher wissen wollte). Aus der Verlegenheit heraus waren nun alle Schenkfreudigen um sie herum „gezwungen“, geschlechtsneutrale Farben zu wählen.
Und prompt wurde meine Freundin vor einigen Tagen darauf angesprochen, als sie ihrer Tochter ein blau-weiß gestreiftes Kleidungsstück anzog (das Kind ist noch nicht einmal einen Monat alt!).
Zu diesem Thema ein interessanter Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen im letzten Jahr erschienen. Das erwähnte Buch von Lise Eliot habe ich selbst gelesen und kann es wärmstens empfehlen. Es räumt mit Vorurteilen aller Art gründlich auf!Auch ich habe es bei meinem Geschenk wie üblich mit den Farben gehalten, habe sogar die Farbe blau gewählt, um die Menschheit völlig zu verwirren. Seht selbst …
(Anleitung Babyschuhe: Brigitte 2/94, Babylätzchen: Living at Home)
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Aufatmen
Der Kirchentag in Hamburg ist vorbei. Ich atme auf.
Seit einigen Jahren bin ich überzeugte Atheistin, und je mehr ich mich mit dem Thema »Kirche und Glauben« auseinandersetze, desto mehr gruselt es mich. Ich war viele Jahre selbst in verschiedenen Gruppen kirchlich engagiert (Kindergottesdienst, Kirchenmusik etc.) und habe erst viele Jahre später — mit dem nötigen Abstand — mich dazu entschieden, der Kirche (und dem Glauben) den Rücken zu kehren.
Jeder Mensch kann glauben, was er/sie glauben möchte, aber bitte ohne staatliche Zuschüsse. Dass nur ein Bruchteil der Kirchensteuer für soziale Zwecke genutzt wird, ist längst kein Geheimnis mehr. Aber selbst wenn ich mich dazu entschieden habe, konfessionslos zu leben, zahle ich kräftig mit. Allein für den zurückliegenden Kirchentag hat die Stadt Hamburg 7,5 Mio. Euro ( = 40 % des Gesamtbetrages) gezahlt – von Steuergeldern! Mittlerweile sind knapp 40 % aller in Deutschland lebenden BürgerInnen konfessionsfrei (37,6 %) bzw. gehören anderen Religionen an (2,1 %) (Stand: 2011 / Quelle: Statistisches Bundesamt). Selbst die konservative Zeitung WELT hat einen kritischen Bericht mit dem Titel »Was der Kirchentag wirklich kostet« veröffentlicht.
Jährlich werden die Staatskirchen Deutschlands mit 14 Milliarden Euro subventioniert. Diese und weitere unglaubliche Fakten werden auf der Website »Kirche einsparen« dargestellt. Leider denken noch immer viele Menschen, sie täten Gutes, wenn sie Kirchensteuer zahlten, da das Geld für soziale Zwecke eingesetzt würde. In Wahrheit wird nur ein Bruchteil hierfür von der Kirche genutzt (ca. 8–10 %). Zwischen 60 und 70 % der Steuer fließen in Personalkosten kirchlicher Einrichtungen ein.
Mit einem Kirchenaustritt kann man das Geld, das ansonsten als Kirchensteuer eingezogen worden wäre, direkt als Spende für einen guten Zweck ihrer/seiner Wahl einsetzen.






