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Die Angst vor der absoluten Einsamkeit
Einen guten Roman auf die Leinwand zu bringen, birgt meiner Meinung nach immer Risiken. Oft bleiben die Phantasiegebilde, die während des Lesens entstehen, beim Betrachten des Filmes auf der Strecke und werden enttäuscht.
Julian Roman Pölsler ist als Drehbuchautor und Regisseur eine grandiose Verfilmung des Buches „Die Wand“ von Marlen Haushofer gelungen.Der Roman der früh verstorbenen Autorin handelt von einer Frau mittleren Alters, die zusammen mit ihrer Cousine und dessen Mann einige Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen möchte. Das Paar kehrt von einem abendlichen Ausflug in das Dorf nicht mehr zurück. Über Nacht hat eine unsichtbare, undurchdringbare Wand die Frau von der Außenwelt abgeschnitten. Jenseits der Wand herrscht Totenstille.
Erstaunlich schnell arrangiert sich die Protagonistin mit ihrem Schicksal. Sie verspürt den Wunsch weiterzuleben, obgleich sich ihr keinerlei Zukunftsperspektive bietet, und beginnt, sich auf ein Leben in totaler Einsamkeit und Selbstversorgung mit Ressourcenknappheit einzurichten. Alleinige Weggefährten sind ein Jagdhund, den das Paar zurückgelassen hat, später eine Kuh und eine Katze. -
Die Nanas der Niki
Zum 10. Todestag von Niki de Saint Phalle und anlässlich des jährlichen Weltfrauentages am 08. März haben die Künstlerinnen des Projektes nadelspiel.com eine Anleitung für eine Häkel-Nana entworfen. Ihr Aufruf war, die kostenlose Anleitung zu verbreiten und möglichst viele Bilder der vielen bunten Nanas an sie zu schicken.
Ich habe nun eine Nana im sonnigen Dänemark-Urlaub für eine liebe Freundin gehäkelt, die im letzten Jahr eine Ausstellung zu Niki de Saint Phalle besucht hat und schwer begeistert war. Das Geschenk ist noch nicht überreicht, aber ich hoffe, sie freut sich …Also: seid auch ihr fleißig und häkelt schöne große Frauenkörper :)
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Ein Loblied auf die Schafe
Endlich wird den Schafen ein angemessener Dank entgegengebracht, denn ohne Schafe keine Wolle, und ohne Wolle keine Möglichkeiten, all diese schönen Dinge herzustellen.
Das „Süddeutsche Zeitung Magazin“ widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe diesem Thema und bietet uns interessierten LeserInnen eine unterhaltsame Galerie an eingekleideten Schafen.So, ich bin jetzt aber in den Ferien, wollte euch jedoch diesen nett anzuschauenden Artikel nicht vorenthalten.
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Plan B
Meine Taschen, zu denen ich im Oktober einen Artikel veröffentlicht habe, fanden reißenden Absatz bei meinen lieben Kolleginnen.
Schuld war eine „Auf-den-letzten-Drücker“-gefertigte Tasche für den Geburtstag einer Kollegin. Diese freute sich derart, dass sie gleich eine um eine weitere bat, die sie ihrer Tochter schenken wolle. Mehrere Kolleginnen schlossen sich an, so dass ich schließlich mit einem riesigen Bestellbogen zu IKEA fuhr, um Stoffe einzukaufen.Zeitgleich hatten zwei Kolleginnen ein weiteres Taschen-Modell entdeckt, das sie sehr schön fanden. Nach einigen Recherchen bin ich dann auf die Anleitung einer Wendetasche gestoßen, von der ich bislang zwei Exemplare gefertigt habe. Die dickeren Stoffe von IKEA eignen sich gut, um Stabilität zu erzeugen, haben jedoch den Nachteil, dass ich an den Seitennähten mit der Naht aussetzen musste, weil mir ansonsten die dritte (!) Nadel gebrochen wäre.
Immerhin tragen diese zwei Taschen nun endlich mein Logo. Dies habe ich in der Aufregung bei den anderen zuvor immer vergessen :)

Weitere Anregungen für Wendetaschen findet ihr in dem Blog von enaverena, oder für ein „Hippie“-Modell mit längeren Trägern auf der Seite Verflixt & Zugenäht. -
Freches Früchtchen statt hellblau
Mit meiner langjährigen Freundin, die ich nun zur Geburt ihres ersten Kindes (ein Sohn) mit fruchtigen Farben beglücke, hatte ich vor einiger Zeit ein interessantes Gespräch über geschlechterstereotype Kinderkleidung.
In einem Meer von rosa und hellblauer Kleidung sei es eine Herausforderung, Hosen und Hemden in kräftigen Farben zu bezahlbaren Preisen zu bekommen, erzählte sie mir. Da die Schwangerschaft voranschritt und sie eher dörflich wohnt, ging meine Freundin dazu über, einen Großteil der Kleidung über das Internet zu bestellen. Bei der Lieferung der Ware entpuppten sich viele Teile als horrormäßig, mit Rüschen und hässlichen Motiven. Auf meine Nachfrage, warum sie sich nicht einfach für etwas Neues entscheiden und die bestellten Teile zurückschicken würde, antwortete sie: „Ach ja, dann schicke ich ein hässliches Teil zurück und bekomme statt dessen ein anderes Hässliches!“. Wie nervig!Wenn man nun das Glück hat und schöne, geschlechterneutrale Farben für den Nachwuchs gefunden hat, scheint alles in bester Ordnung. Doch bei machen fangen die Probleme jetzt erst richtig an …
Eine Bekannte erzählte nach der Geburt ihrer Tochter, sie sei von einer Frau im Fahrstuhl angegiftet worden, da diese das Geschlecht des Kindes nicht auf den ersten Blick erkennen konnte. Man könne seinem Kind doch keine grüne Kleidung anziehen, da das Geschlecht so nicht eindeutig erkennbar sei. Unverschämtheit!Ich hoffe für meine Freundin, dass ihr keine giftigen alten Frauen und Männer aufwarten, die sie mit ihren eingefahrenen Denkweisen belästigen. Freche Früchtchen können schließlich Söhne und Töchter sein …

Anleitung für Erdbeermütze über DROPS Design in leicht abgewandelter Form, Schuhe aus BRIGITTE kreativ (Garn: Lana Grossa Cool Wool Merino Big) Für alle, die sich mehr mit diesem Thema auseinandersetzen möchten, empfehle ich wärmstens das Buch der Erzieherin und Sexualpädagogin Melitta Walter „Jungen sind anders, Mädchen auch : den Blick schärfen für eine geschlechtergerechte Erziehung“. Sehr praxisorientiert und kurzweilig ist es bestens geeignet für Menschen, die sich dem Thema bislang noch nicht genähert haben.

