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Punkt, Komma, Strich

Der Sommer neigt sich dem Ende.
In meiner letzten Urlaubswoche, die bekanntlich immer meine Produktivste ist, habe ich mich mit verschiedenen Stoffen eingedeckt, um mein bequemes, gut geschnittenes T-Shirt zu reproduzieren. Diese zu erwerben, war jedoch mit leichten Hindernissen verbunden.

Der Laden meines Vertrauens liegt nur wenige Gehminuten weit entfernt. Frisch von unserer Reise kommend, wollte ich nach einem Einkauf im Supermarkt noch einen kurzen Abstecher zum Stoffladen machen. Als dieser in Sicht kam, wunderte ich mich über die ungewöhnlich große Zahl von Menschen, die sich vor dem Geschäft aufhielten. Ein Blick durch das Schaufenster ließ mich kurz schlucken; es handelte sich um eine Schlange, die bis auf die Straße reichte. Ich nahm noch einige „50 %“-Schilder wahr, dachte mir jedoch nicht viel dabei.
Am nächsten Tag das gleiche Spiel. Diesmal sprach ich jedoch mit zwei Frauen, die vor dem Laden standen. Eine von ihnen war bereits mit ihrem Kauf fertig, sie habe, so berichtete sie mir stolz, „anderthalb Stunden angestanden“, obwohl sie schon kurz nach 9 Uhr da war. Ich erfuhr, dass das Geschäft wegen der geplanten Gebäudearbeiten (von denen ich bereits wusste, mir jedoch nicht klar war, dass es derart schnell gehen würde) bald ausziehen müsse, und vorab noch einmal eine große Sonderaktion starte.
Am dritten Tag suchte ich den Laden gegen Mittag auf, obwohl ich mir des Risikos bewusst war, länger anstehen zu müssen. Der Gedanke jedoch, bald ebenfalls stolze Besitzerin von unglaublich günstigen Stoffen zu sein, überwog jedoch. Ähnlich wie die Frau, mit der ich gesprochen hatte, wartete ich eine sehr lange Zeit – beschallt von lauter Radiomusik und umringt von Frauen in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft, teilweise mit schreienden Kindern. Am Ende hatte ich drei wunderschöne Stoffe und passendes Nähgarn für unschlagbare 40 EURO erworben und trat beschwingt den Nachhauseweg an.

Am selben und darauffolgendem Tag nähte ich drei T-Shirts in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Den dicksten und am einfachsten zu nähenden Jersey hob ich mir zum Ende auf. Die meiste Zeit verwendete ich auf einen dünnen, gestreiften Jersey, der sich zum einen stark an den Rändern einrollte und zum anderen wegen der Streifen sehr akkurat genäht werden musste. Unterm Strich lief jedoch alles entspannt und fehlerfrei. Das Nähen dieser Kleinserie hatte zudem den Vorteil, dass ich spätestens beim dritten Oberteil nicht mehr über die Reihenfolge der Schritte nachdenken musste.

Das gelbe Pünktchen habe ich bereits getragen und freue mich bereits auf die anderen beiden.