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Wollprojekte :: Zwischenstand

Mal wieder hört und liest man nichts von mir. Und wie immer kann ich euch versichern: es tut sich was, wenn auch in kleinen Schritten. Das zweigleisige Stricken erschwert das Vorankommen. Nun aber schnell ein paar Bilder aus dem Inneren der Strickhöhle.

Auf den oberen Bildern könnt ihr sehen, wie der weiße Pullover gedeiht. Der Rumpf ist fertiggestellt und sitzt gut, der erste Ärmel ist in der Vollendung. Leider schluckt das Patentmuster (wie alle auf meinem Blog bereits mehrfach lesen konnten) eine Menge Wolle. Bedingt durch eine zweite Motten-Attacke fielen zusätzlich einige Meter zum Opfer.

Auch die senffarbene Jacke wächst und wächst. Bei diesem Modell habe ich mich akribisch an alle Vorgaben gehalten, keine Ausreisser nach rechts und links (ich schwöre!). Dennoch wird die Wolle nicht reichen, ich sehe es schon kommen *grummel*.

Ergo komme ich für beide Kleidungsstücke um einen weiteren Gang zum Wollgeschäft  nicht herum.

Good old Patentmuster

Ein paar Tage zu Hause bleiben hat trotz Krankheitssymptomen auch ihr Gutes, sofern der Kopf einigermaßen frei ist und arbeiten kann. Kreative Gedanken kommen bei mir auf, wenn ich mich abseits von Trubel und Hektik bewege. Mein langes Sinnieren über einen sinnvollen Gebrauch der weißen Wolle hatte Dank dieser Zeit eine Ende: ich entschied mich für das Stricken eines RVO-Pullovers (RVO = Raglan von oben) mit einem doppelten Kragen (= umgeschlagen und festgenäht). Nur glatt rechts gestrickt sollte er nicht sein, wie langweilig. Ein wenig Muster, jedoch nicht zu üppig. Nach mehreren Anläufen mit verschiedenen Mustern entschied ich mich letztendlich für ein Patentmuster, das erstaunlich gut klappte; ich konnte mir anfangs nicht gut vorstellen, wie die Zunahmen integriert werden.
Mutig habe ich nun das alte Strickstück komplett aufgeribbelt und dabei Reste einer erneuten Mottenattacke ausgesondert (die Strafe, dass ich länger als fünf Monate nicht gestrickt habe und die Wolle ungeschützt herumlag …).
Es geht eher langsam voran: Patentmuster braucht Zeit und die Lauflänge tut ihr übriges, aber es ist Jahreswechsel, da wirkt meditatives Stricken beruhigend.

Schal in senfgelb mit Mütze in senfgelb

Was lange währt … pünktlich zum wirklichen Start der kalten Jahreszeit ist nun auch meine angekündigte Mütze fertig. Den Schal hatte ich bereits vor einigen Wochen fertiggestellt und ihn von Anfang an gerne getragen. Die Wolle hielt, was sie versprach: wärmt, kratzt nicht, macht was her. Und die Farbe ist ein schöner Hingucker an tristen Tagen und zu meinen dunklen Jacken und Mänteln.

Die Mütze habe ich ohne Anleitung gestrickt, was mich auch drei Anläufe gekostet hat, da das Patentmuster stetig versucht, einen auszutricksen, da es Schmalheit vortäuscht und dann mit Weite aus dem Hinterhalt über einen herfällt. Zunächst noch mit Nadeln 6 mit über 100 Maschen, bin ich letztendlich bei Nadel 5 mit 90 Maschen gelandet. Ziel war es, eine Mütze zu erhalten, die locker sitzt und das Fliegen der Haare und Plätten der Frisur im Rahmen hält. Geschafft! Hier ein Aufnahme kurz vorm Zusammennähen.


Das Erstellen ist ganz leicht: die besagten 90 Maschen mit einer kurzen Rundstricknadel Nr. 5 aufnehmen, dann für das Bündchen zunächst 1 M re, 1 M li in Runden stricken (Hinweis: für ein schönes Bild die re M stets verschränkt stricken – habe ich einige Male ausprobiert und bin begeistert von dem Effekt!). Nach ca. 5 cm weiter im Patentmuster stricken. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ich finde die Variante des Maschen-Tiefer-Stechens persönlich am einfachsten und habe sie auch für diese Mütze angewendet. Hierbei strickt man die erste Rd re li im Wechsel, in der 2. Rd sticht man bei jeder re M eine Reihe tiefer und strickt somit eine doppelte Masche ab, in der 3. Rd hingegen strickt man die li M tiefer (eine genaue Anleitung findet ihr hier). Es dauert eine Weile, bis das Strickstück wächst, da man im Prinzip jede Reihe doppelt strickt, aber das Strickbild, das sich ergibt, ist die Mühe wert. Nach insgesamt 25 cm werden immer 2 M re zusammengestrickt, so dass sich die Maschenanzahl halbiert. Den Faden abschneiden, mit einer Nadel durch die restlichen M fädeln, zusammenziehen und vernähen. Wer die Mütze noch etwas länger haben möchte (wegen Haarlänge oder Coolnessfaktor), strickt sie einfach ein Stück länger.

Und so schick sieht beides zusammen aus:

Schal in senfgelb

Seit Jahren bestricke ich andere Menschen mit Accessoires wie Mützen, Schals und Armstulpen, aber meine eigene Ausstattung ist schon älter als ich denken kann. Nachdem ich Johannamaria die Mütze gestrickt habe, die ich vor ein paar Jahren für mich gefertigt hatte, habe ich einen Jeeper auf die Farbe senfgelb bekommen. Wie alle anderen Schlammtöne (wie ich sie liebevoll nenne), ist sie in meiner Topliste der Farben vertreten.

Die neue Rebecca hat mich auf den Plan gebracht, mir einen Loop im Patentmuster zu stricken. Da mir das Gelb des vorgeschlagenen Garns zu grell war, ich aber unbedingt mein Gelb wollte, bin ich dem Rat meiner Fachverkäuferin gefolgt, das Alternativgarn von Katia Merino Sport zu nehmen (gleiche Lauflänge, nur leicht abweichende Maschenprobe, weicher und günstiger(!)).

aus : Rebecca Nr. 72, Modell 34

War eine super Entscheidung: strickt sich herrlich, gleitet von Nadel zu Nadel und fühlt sich gut an.

Aus dem Restgarn stricke ich gerade eine dazu passende Mütze, experimentiere noch ein wenig mit der Weite. Das Foto folgt, wenn beides fertig ist.

Eine gute Freundin der Boleros

Im Laufe der letzten Jahre habe ich einige Boleros gestrickt und freue mich immer wieder, wie universal ich sie einsetzen kann. Egal, ob im Arbeitsalltag, zu Hause auf dem Sofa, aber auch zu einem festlicheren Anlass über einem Kleid.

Hier seht ihr zwei meiner Favoriten:

Ein Bolero im Halbpatent, Anleitung aus der Rebecca Nr. 36, Modell 32. Ich habe statt des Original-Garns „Tiziana“ von GGH (75 % Viskose, 15 % Seide, 10 % Polyamid) das Garn „Meringo“ von Junghans verwendet (40 % Angora, 30 % Schurwolle, 20 % Viskose, 10 % Polyamid). Angenehm ist der 3/4-Arm und der luftige Schnitt. Auch das Garn hat schon mehrere Wäschen unbeschadet überstanden. Schwierig ist das Darüberziehen einer Jacke / eines Mantels, wenn diese / dieser schmal geschnitten ist.

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Der zweite Bolero ist langärmelig, klassisch rechts-links mit angesetztem Kragen gestrickt. Die Anleitung hierfür stammt aus der „Landlust“, war eine ganze Zeit kostenlos verfügbar, nun aber leider nur noch über den Shop des Verlages erhältlich. I
ch habe das Garn von Lang Yarns, Qualität „Tierra“, verwendet, gestrickt mit Nadelstärke 8.

Gestern hatte ich diesen Bolero nach längerer Zeit mal wieder an und musste feststellen, dass er ganz schön warm hält (obwohl er nur die Hälfte des Rückens und Bauches bedeckt).
Vielleicht kommt er heute abend zum Jahreswechsel zum Einsatz.

Das war mein kreatives Jahr 2011 – besucht mich wieder in 2012.
Ich freue mich auf euch!