Wolle

alles aus Wolle

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    Her mit den Frühlingsklamotten …

    Die Sonne scheint, und so langsam traue ich mich, meine Wollkleidung gegen Baumwollkleidung einzutauschen. Vor allem welche mit 3/4-Arm oder kürzer.
    Von einem Modell, das ich vor einigen Jahren gestrickt habe, wollte ich mich schon des Öfteren trennen, aber das gute Zureden diverser Mitmenschen („Das steht dir so toll. So einen Pulli hätte ich auch gerne!“) hat mich immer wieder davon abgebracht. Nun denn. Da ich mich nun gegen das Entsorgen entschieden hatte, wollte ich ihn wenigstens noch mal „schön“ haben, sprich im Originalgarn und mit Originallänge. Ich hatte nämlich die Hoffnung, dass das Originalgarn wesentlich besser zu verarbeiten sein würde, als die Kuckuckswolle. Leider musste ich im letzten Dänemark-Urlaub feststellen, dass dem nicht so ist: ein sehr vielfädiges Garn, das leicht Schlaufen zieht, wenn man mit der Nadel nicht alles in einem Schwung mitbekommt. Und diese Schlaufen bleiben leider. Auch ist es nicht zu empfehlen, bei Dämmerlicht bzw. abends an dem Strickstück zu arbeiten. Obig beschriebene Probleme tauchen dann vermehrt auf. Für alle, die sich von diesen Erzählungen immer noch nicht entmutigen lassen: er sieht schön aus, wenn er fertig ist. Und ich habe es ja auch noch nicht aufgegeben. Der nächste (oder übernächste) Sommer kommt bestimmt …

    aus Rebecca Nr. 36, Modell 2
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    Strickjacke mit runder Kante

    Diese schöne Strickjacke habe ich vor ca. zwei Jahren gestrickt. Ein Frühlingsmodell aus der „Rebecca“ Nr. 45 aus einem Baumwoll-Polyacryl-Gemisch (Qualität „Samoa“). Sie hält schön warm, so dass man sie auch im Winter tragen kann.
    Das Zopfmuster ist sehr einfach zu stricken. Eine wirkliche Herausforderung stellte die Rundung der Kante dar. Die erste Reihe wird mit einem doppelten Faden gearbeitet (Originalgarn + andersfarbiger Faden). Der andersfarbige Faden wird später herausgezogen und die Maschen werden auf diese Weise aufgefangen. So die Theorie. In der Praxis konnte ich an jedem Fadenende ziehen und nichts passierte. Überdies besteht immer die Gefahr, dass auch Maschen der Vorreihe versehentlich aufgenommen werden. Unter lautem Fluchen und enormer Beherrschung, das Teil nicht in die nächste Ecke zu pfeffern, ist es mir irgendwann gelungen. Mit knapp 350 Maschen auf der Nadel ließen sich kaum noch Konturen einer Jacke erkennen. Ein großer Wust aus Wolle.

    Aber wie ihr seht, hat sich die Mühe gelohnt. Besonders schön finde ich an dem Modell die „krausen“ Streifen an Ärmeln und Kragen.

     

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    Wollig im doppelten Sinne

    Diese Hippie-Schaf-Dame hat sich aus der Gruppe „Arche Noah“ abgeseilt. Das Fell ist recht lang geraten, aber ein echter Befreiungsschlag für das Tier, um sich aus seinem christlich-konservativem Umfeld zu befreien. Von ihrem patriarchalen Schaf-Mann ganz zu schweigen …
    An dem kleinen Tier ist zwar wenig zu stricken, dafür aber umso mehr zu nähen, stopfen und modellieren. Und das Fell natürlich …
    Ich habe es an eine gute Freundin verschenkt, die Schafe liebt und der es manchmal gut tut, wenn sie sich von der Ruhe, die das Schaf verströmt, etwas abzapfen kann. Nun hat es bei ihr einen Platz auf der Fensterbank und kaut hoffentlich gemütlich vor sich hin.

    Ich muss jetzt los. Es warten noch einige Tiere auf ihre Befreiung …

    aus BRIGITTE 21/82, Wolle: Lana Grossa "Meilenweit"

     

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    Quergezopft

    Querzöpfe sind schwer in Mode … wenn man 20 Jahre wartet. Alle, denen ihr eigener Modegeschmack reicht und die sich unabhängig von vorgegebenen Trends machen, können jederzeit starten.

     

    aus Brigitte 20/95

    Die Vorlage von diesem Querzopf-Pulli stammt aus dem Jahr 1995. Als ich vorletztes Jahr die Wolle kaufte, sagte die Wollverkäuferin zu mir: „Sehen Sie, im neuen Heft der ‚Filati‘ ist gerade ein ähnliches Modell. Sie sind also voll im Trend!“ Na, da konnte ja nichts mehr schiefgehen …
    Auch bei diesem Pulli habe ich wieder ein Erstzgarn gewählt 8 Lana Grossa, Qualität „Merino Big Superfein“), da das Angegebene (Wolle von Horstia, Qualität „Shetland“) nicht mehr verfügbar war. Die Lauflänge weicht etwas ab, da das Ersatzgarn etwas dünner ist. Das hat allerdings den Vorteil, dass der Pullover eine Nuance schlanker ausfällt. Immerhin stecken 950 g in dem Strickstück!
    Gestrickt wird von Ärmel zu Ärmel, mit einem geraden Halsausschnitt (Mittelmasche wird abgekettet). Ich habe das Größenverhältnis Ärmel / Vorder- bzw. Rückenteil verändert, da ich immer längere Ärmel benötige. Statt 60 cm für Vorder- / Rückenteil und jeweils 45 cm für die Ärmel, habe ich 50 / 50 / 50 geteilt.
    Der Zopf war recht einfach zu stricken, die Weiterführung des Musters nach Anschlag der Maschen für Vorder- und Rückenteil hingegen etwas knifflig. Mit Hilfe von Kästchenpapier kann man sich allerdings Klarheit verschaffen. Für den Stehkragen wird ein Streifen mit einem Zopf gestrickt und angesetzt.
    Der Pullover ist sehr warm und wunderbar für die derzeitigen Temperaturen geeignet. Aber auch hier gilt wieder: in engen Jacken sieht man schnell wie ein Michelin-Männchen aus ;)

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    Kollektives Stricken

    Nach knapp 1 1/2 Jahren habe ich es endlich letzten Freitag abend geschafft, der legendären „Knit Night“ im Wollladen Mylys in der Schanze beizuwohnen. Jeden ersten Freitag im Monat (im Winter jeden zweiten Freitag) treffen sich dort strickfreudige Weiblein und Männlein, um ihrem Hobby zu frönen.
    Um 18.30 Uhr geht es los, bis ca. 22.30 Uhr dauert es.
    Durch das angrenzende Café, das dem Bruder der freundlichen Inhaberin gehört, kann man bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein gemütlich seine Reihen abstricken und zwischendurch einen kleinen Plausch einlegen.
    Ich kam um 19 Uhr an, und der Laden brummte bereits ordentlich. Zum Glück ergatterte ich noch einen freien Platz. Mir gegenüber saß eine zunächst etwas wortkarge Frau, die an einem Norweger strickte, aber dann nach und nach auftaute. Wir redeten über Islandwolle, den Brigitte-Strick-Contest, Rudi-Dutschke-Pullover und die Freude an neuen Wollläden wie diesem, die – im Gegensatz zu ihren braunregaligen, verstaubten Schwestern – sehr innovativ und frisch daherkommen.
    Am Nebentisch wurde laut geredet und gelacht. Anscheinend kannten sich die Damen bereits sehr gut. Naja, in einem Jahr passiert viel.
    Um 21 Uhr hatte ich meinen ersten Armstulpen fertig und wühlte ich mich durch die Wollberge und zahlreichen, meist englischsprachigen Strickhefte und -bücher. Gegen 21.30 Uhr verabschiedete ich mich von meiner neuen, wolligen Bekanntschaft und fuhr glücklich nach Hause.