Osternäherei

Über die Osterfeiertage habe ich wie ein Tier genäht, doch die Arbeitswoche hat mich wieder einmal davon abgehalten, meine Ergebnisse zeitnah zu präsentieren.

Doch nun seht und staunt: fast 50 % der Stoffe, die ich letzten Mittwoch gekauft habe, habe ich schon vernäht.

  1. Aus dem 70er-Jahre-Retrostoff habe ich zwei schöne Kissen erstellt. Dank der Schablone für das Kissen mit dem Hotelverschluss ging das sehr schnell noch am Donnerstag Abend. Der Liebste hat schnell noch die dafür notwendigen Kissenfüllungen besorgt. Auffallend ist, dass das Muster sowohl vertikal als auch horizontal interessant aussieht.
  2. Die Jogginghose (im Buch als Yogapants benannt) habe ich gleich zweimal genäht. Im ersten Durchlauf mit dem Stoff von Hamburger Liebe. Sie passte perfekt, hat nicht zu kurze Beine (was sich auch hoffentlich nach dem ersten Waschen nicht ändern wird) und sitzt sehr bequem. Mit der Kordelauswahl bin ich besonders zufrieden. Im Gegensatz zu der Kordel der kurzen Hose, die ich letztes Jahr nähte (fast identischer Schnitt aus dem selben Buch) habe ich dieses Mal eine dünnere gewählt, was den Vorteil hat, dass sie nicht so schnell von selbst aufgeht. Ein wenig geschummelt habe ich bei den Taschen – die habe ich einfach weggelassen …

  3. Dann plane ich das Nähen von einigen Fischen für eine Party. Die einzelnen Stofftierchen sind bereits ausgeschnitten und warten nun auf das Zusammengenähtwerden.

Stoffgroßeinkauf

Da der Stoffladen meines Vertrauens leider nur ein kurzes Intermezzo in meinem Stadtteil hatte, muss ich seit letztem Sommer längere Wege zum Stoffkauf zurücklegen. Das ist einerseits schade, hat jedoch den Vorteil, dass ich nicht spontan und unüberlegt kaufe (zumindest hält es sich in Grenzen).

Bei den Projekten, für die ich nun gestern Stoff kaufte, konnte ich mir ziemlich sicher sein, dass sie von langer Hand geplant sind. Trotzdem wirkt die Menge alias der Stapel nun doch ein wenig größenwahnsinnig. Nun denn.

Wo war ich nun? In der „Mutter“-Filiale von „Alles für Sachenmacher“ in Bergedorf. Im Vergleich zur kleineren Filiale, die ich bisher besuchte, erschien sie mir besser sortiert. Zudem wiesen die Verkäuferinnen ein erheblich größeres Fachwissen auf.

Meine Beute:

  • drei wunderschöne Romanitstoffe für ein Kleid (nicht im Bild, rostorange) und zwei Röcke (senffarben und rot zuoberst im Stapel)
  • zwei Sweat-Stoffe für eine Jogginghose aus dem wunderbaren Buch „Sew me“, aus dem ich bereits die T-Shirts und eine kurze Hose genäht habe (türkis und Schwarz-weiß-Muster von „Hamburger Liebe“)

  • ein schöner 70er-Jahre Retro-Stoff aus festem Canvas für zwei Kissen mit Hotelverschluss (hier als Probe im Bild, wie es sich zukünftig farblich einfügen wird)

In diesem Sinne: mein Ostern wird nicht langweilig, ich habe einiges zu tun! Euch allen wünsche ich erholsame Feiertage und kreative Ideen.

Wollprojekte :: Zwischenstand

Mal wieder hört und liest man nichts von mir. Und wie immer kann ich euch versichern: es tut sich was, wenn auch in kleinen Schritten. Das zweigleisige Stricken erschwert das Vorankommen. Nun aber schnell ein paar Bilder aus dem Inneren der Strickhöhle.

Auf den oberen Bildern könnt ihr sehen, wie der weiße Pullover gedeiht. Der Rumpf ist fertiggestellt und sitzt gut, der erste Ärmel ist in der Vollendung. Leider schluckt das Patentmuster (wie alle auf meinem Blog bereits mehrfach lesen konnten) eine Menge Wolle. Bedingt durch eine zweite Motten-Attacke fielen zusätzlich einige Meter zum Opfer.

Auch die senffarbene Jacke wächst und wächst. Bei diesem Modell habe ich mich akribisch an alle Vorgaben gehalten, keine Ausreisser nach rechts und links (ich schwöre!). Dennoch wird die Wolle nicht reichen, ich sehe es schon kommen *grummel*.

Ergo komme ich für beide Kleidungsstücke um einen weiteren Gang zum Wollgeschäft  nicht herum.

Schwestern

Zum heutigen Internationalen Frauentag wünsche ich allen Frauen auf dieser Welt, dass sie

  • die Freiheit haben, über ihren Körper frei zu bestimmen
  • sich ohne Angst im freien Raum bewegen können
  • für ihre Arbeit gleich entlohnt werden
  • wählen können, ob sie Kinder in die Welt setzen

Bei uns im Betrieb wurden Rosen verteilt, am Frauen*streik hat keine Kollegin teilgenommen, auch ich nicht.
Mit diesen Zeilen zeige ich meine Solidarität mit den vielen Frauen, die heute auf die Straße gehen. Ich teile ihren Unmut über die bestehenden Gesellschaftsstrukturen, die es Frauen noch immer nicht ermöglichen, die gleichen Rechte wie Männer zu haben.

Den 8. März nehme ich zum Anlass, euch eine kleine Literaturliste zu präsentieren. Sie enthält Titel, die ich in den letzten 15 Jahren gelesen habe, teilweise habe ich sie bereits auf meinem Blog vorgestellt (mit Link versehen).

  1. Ehrhardt, Ute: Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin
  2. Ehrhardt, Ute: Und jeden Tag ein bisschen böser
  3. Grabrucker, Marianne: „Typisch Mädchen …“
  4. Hager, Angelika: Schneewittchen-Fieber
  5. Klemm, Gertraud: Aberland
  6. Lerner, Harriet: Wohin mit meiner Wut?
  7. Mika, Basha: Die Feigheit der Frauen
  8. Reinhard, Rebekka: Kleine Philosophie der Macht
  9. Sick, Helma: Ein Mann ist keine Altersvorsorge
  10. Sveland, Maria: Bitterfotze

Die ewig einsame Socke

Seit Jahren liegt eine einzelne, formvollende Wollsocke in meinem Kleiderschrank. Alles, was man an Mustern ausprobieren kann, findet man an ihr: Zöpfe, Rauten etc.

Doch leider blieb es bei dieser einen Socke – seit nunmehr zehn Jahren.
Anfangs stand die Ausrede im Weg, die Wolle reiche nicht. Aus den Resten strickte ich meine ersten Schnecken, die später durch weitere Wolleinkäufe expandierten. Allerdings lief mir regelmäßig die vier- statt der sechsfädigen Wolle über den Weg (= Ausrede Nummer 2). Letztendlich hielt mich wohl auch vom Stricken der zweiten Socke ab, dass der Aufwand (bedingt durch Strickmuster und Länge) nicht im Verhältnis zum späteren Tragen stand. Wann zieht man diese Socke an, wenn man nicht gerade auf einer Alm lebt oder Freundin extremer Stilbrüche ist?

Trotz all dieser Gründe, die gegen das Vollenden sprechen, habe ich Hemmungen, die vorhandene Socke zu entsorgen. Aber was mache ich mit einer Socke? Vorschläge nehme ich gerne entgegen.