Archiv der Kategorie: Aus dem Leben

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Bumerang-Wolle

Selten verschenke ich Wolle, weiß ich doch, wie verschieden die Geschmäcker und Vorkenntnisse sind. Zudem ein teueres Geschenk, wenn man sich nicht sicher sein kann, dass die Wolle auch verstrickt wird.
Weihnachten 2017 startete ich nun das Experiment, und sucht ein schlichtes Modell mit schöner Wolle für die Frau aus, die mir einst das Stricken beibrachte – meine Mutter. Vor zwanzig Jahren hat sie die Nadeln niedergelegt, während sie einen Zopfpulli für mich strickte. Grund waren schmerzende Arme und Hände. Das Ende einer Ära. Ich wollte sie zurück in mein Wollboot holen, verbunden mit der Vorstellung, dass wir vielleicht bei unseren Treffen zusammen stricken und sich ihre alte Leidenschaft in neue Leidenschaft verwandelt.
Leider gibt es Interessen im Leben, von denen man sich verabschiedet und sie nicht wieder aufnimmt. Meine Mutter war zum Glück ehrlich genug, mir zu sagen, dass sie sich sehr freut, aber sie ihre Muße in anderen Dingen findet. Auch würde sie wahrscheinlich den fertigen Pullover nicht anziehen, da er ihr zu warm sei.

Etwas traurig, aber mit einem Wollset in petto, aus der sich bestimmt etwas Schönes stricken ließe, blieb ich erstmal zurück und schenkte ihr ein schönes Buch als Ersatz.
Seit längerem liebäugelte ich mit einem Modell aus der Brigitte: ein Wollpullover mit interessantem Flechtmuster, allerdings aus dickerem Garn.

Ich nahm nun das Modell des Titelblatts aus dem Heft, das ich meiner Mutter geschenkt hatte, als Grundlage. Da das vorhandene Garn dünner ist, stricke ich nun den Zopf über 5 statt 3 Maschen. Raffiniert ist an dem Modell, dass das Bündchen zunächst in Runden gestrickt wird, erst dann teilt es sich in Vorder- und Rückenteil.

Auf meiner langen Zugfahrt im Urlaub begann ich mit dem Muster. Die Maschenverteilung geht prima auf, das Muster gefällt mir sehr gut.

Kampf den schwingenden Dielenbrettern

Ich habe bereits mehrere Anläufe genommen, um mir einen gemütlichen Arbeitsplatz einzurichten.  Nach dem letzten Sommerurlaub habe ich bereits reduziert: meine bis dato auf zwei Rollcontainern von IKEA ruhende Schreibtischplatte erleichterte ich um einen Container und ersetzte ihn durch Füße. Leider machte mir der Boden einen Strich durch die Rechnung. Die Schwingungen, die ich bereits vorher wahrgenommen hatte, wenn ich mich selbst bewegte, oder jemand anderes an dem Tisch vorbei den Raum durchquerte, wurden nun schlimmer. Einen Brief auf dem Tisch zu schreiben, war unmöglich, ohne große zusätzliche Kreise zu malen.

Kurz nach Weihnachten kaufte ich mir im Baumarkt zwei große weiße Metallwinkel. Ich wollte die doch recht schwere MDF-Tischplatte in der Tiefe um 15 Zentimeter kürzen und sie dann an die Wand schrauben. Da ich die meiste Zeit am Laptop arbeite, sofern ich an meinem Schreibtisch sitze, reichen mir zukünftig knappe 50 Zentimeter statt des Standardmaßes von 60 Zentimetern.

Was hielt mich nun die ganze Zeit davon ab, tätig zu werden? Zum einen habe ich derzeit keine Werkstatt, in der ich eine Platte schnell kürzen kann. Eine offene Werkstatt in der Nähe hat ungünstige Öffnungszeiten, hinzu kam eine gewisse Scheu, einfach hinzufahren und tätig zu werden. Vor drei Wochen habe ich nun die Kürzung vorgenommen bzw. habe sie machen lassen. Ich hatte vergessen, was für einen Unterschied es macht, in einer reinen Frauenwerkstatt zu arbeiten, und fühlte mich sehr an meine Lehrzeit erinnert.

Nun denn, nach einigen Schwierigkeiten, die Dübel in unserer löchrigen Altbauwand zu verankern, ist die Platte nun knackefest und wackelt keinen Milimeter mehr. Wenn ich mir nun noch zum krönenden Abschluss einen neuen Schreibtischstuhl besorge und einen kuscheligen Teppich für die Füße, werde ich wahrscheinlich angekommen sein.

Gestreiftes Schätzchen

Mit wachem Blick durch den eigenen Stadtteil laufend (funktioniert bei mir am besten an freien Tagen in der Woche, wenn ich mit treiben lassen kann) gibt es einiges zu entdecken. Jüngst lief mir ein neueröffneter Second-Hand-Laden über den Weg – gerade mal eine Woche alt, neben Kleidung werden auch die Produkte zweier Freundinnen der Ladenbesitzerin angeboten. Mit dieser führte ich ein nettes Gespräch und wünschte ihr einen guten Einstieg in ihr neues Geschäft.

Eine der Freundinnen erstellt Etagèren aus Porzellan-Tellern. Eine lachte mich aus dem Schaufenster an, sodass ich sie gleich mitnehmen musste. Vielleicht könnte dieser Laden einmal ein Ort werden, in dem ich meine Produkte verkaufen könnte …

Mottenkiste, Teil 3 – Kassetten, die mein Leben begleiten

Manchmal trauere ich den Zeiten der Kassetten hinterher. Stundenlanges Warten auf Lieder, die im Radio kamen, teilweise zu unmöglichen Tages- und Nachtzeiten (legendär: „Das Gelbe vom Ei“ auf ffn, sogar in unserem damaligen Käseblatt mit allen Titeln aufgeführt). Aufnehmexperimente mit meiner damals besten Freundin ohne Mikrofon, im Hintergrund mit zweitem Kassettenrekorder hantierend, um die selbstgeschriebenen Hörspiele mit angemessener Hintergrundmusik zu untermalen. Dann diese Aufnahme von einer auf die andere Kassette zu überspielen (ging dann, als ich 13 Jahre alt war, dank Doppeldeck).

Ich hatte immer viel Freude, meinen Kassetten schöne Hüllen zu verpassen. Nun habe ich mal ein Gruppenfoto von einer Auswahl meiner damals Liebsten erstellt, gehört im Zeitraum von ca. 1992 bis 2003.