Aus dem Leben
alles, das kreativ ist und sich nicht die anderen kategorien einfügen lässt
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Altid smuk
Das Schöne an meinen Sommerurlauben ist die verlässliche Ruhe und beruhigende Eintönigkeit. Das tägliche Wandeln zwischen Lesen, Puzzlen, Stricken, Kaffee trinken, Strand- und Landspaziergängen wird mir auch nach zwei Wochen nicht über und entspannt ungemein. Folgend erhaltet ihr wie jedes Jahr einen kleinen Einblick in meine Sommererlebnisse.
Bücher
Therese Anne Fowlers erzählt in Gute Nachbarn von zwei sehr unterschiedlichen Familien in einem amerikanischen Vorort, deren Konflikt um eine alte Eiche durch die Liebesbeziehung ihrer Teenager noch verschärft wird. Aus dem Nachbarschaftsstreit entwickelt sich ein Gesellschaftsroman über Rassismus, Klassengegensätze, Privilegien und Vorurteile – und darüber, wie wenig der amerikanische Traum für alle gleichermaßen gilt.
Jens Balzer – dessen Werke über die 70er, 80er und 90er ich bereits gelesen habe – blickt in Confusion Is Next auf die Nullerjahre zurück, ein Jahrzehnt, das heute manchmal fast harmlos wirkt, in dem aber vieles seinen Anfang nahm, was unsere Gegenwart prägt. Zwischen Big Brother, Bionade-Biedermeier und Facebook erzählt er von Popkultur und technischen Verheißungen, aber auch von 9/11, Überwachung, Silicon Valley und Finanzkrise – und macht sichtbar, wie aus dem damaligen Versprechen von Freiheit und Selbstbestimmung allmählich etwas sehr viel Ambivalenteres wurde.
Joseph Jebelli geht in The brain at rest der Frage nach, warum Nichtstun für unser Gehirn keineswegs Nichtstun bedeutet. Im Mittelpunkt steht das sogenannte Ruhezustandsnetzwerk, das gerade dann aktiv wird, wenn unsere Aufmerksamkeit nicht auf eine konkrete Aufgabe gerichtet ist; Jebelli verbindet die Neurowissenschaft dahinter mit Themen wie Tagträumen, Schlaf, Natur, Spiel und bewusster Zeit allein. Ein überzeugendes Plädoyer gegen die Vorstellung, jede freie Minute müsse möglichst produktiv genutzt werden.
Manche Menschen sind den ganzen Tag geschäftig, aber schaffen nichts Wichtiges, während manche den ganzen Tag etwas schaffen, dabei aber überhaupt nicht beschäftigt aussehen.
(Jebelli, the brain at rest, Seite 245)Monika Helfer erzählt in Die Bagage die Geschichte ihrer eigenen Familie, genauer: die ihrer Großeltern Josef und Maria und ihrer Mutter Grete, die während des Ersten Weltkriegs unter ungeklärten Umständen gezeugt wird und vom vermeintlichen Vater zeitlebens nicht angesprochen werden wird. In kurzen, präzisen Szenen entsteht eine Geschichte über Armut, gesellschaftliche Ausgrenzung, Begehren, Scham und die Leerstellen, die sich durch eine Familie ziehen. Erst nach der Lektüre habe ich erfahren, dass Monika Helfer im August verstorben ist.
Wolle
Kurz vor dem Urlaub war ich ein wenig unschlüssig, in diesem Jahr Wolle mit in den Norden zu nehmen. Ein angefangenes Projekt – von dem ich noch später berichten werde – lag bereits längere Zeit und kurz vor seiner Vollendung in seinem Körbchen. In meiner Restekiste entdeckte ich dann feine Cashmerewolle, die ich ursprünglich für ein kleineres Projekt, eine Wollfliege, gekauft hatte. Die besagte Fliege mit dem lustigen Namen „Bam Bam Bow“ war anfangs etwas kniffelig. Die Designerin beschreibt ihren Entwurf als eine Kindheitserinnerung an die 70er und 80er Jahre – ein kleiner, feiner Schal, dessen Enden sich ineinanderstecken lassen und der angenehm am Hals anliegt. Mit den 2,5er-Nadeln bin ich nur stückweise vorangekommen. Auch bei diesem Projekt ist die Wolle wieder knapp bemessen, obwohl ich mich brav an alle Vorgaben gehalten habe. Mal sehen, ob ich am Ende schummeln muss – und ob man die Schummelei sehen wird.
Obgleich die Wolle nie knapp wird, ließ ich es mir nicht nehmen, in der zweiten Urlaubswoche einen kleinen Abstecher zum nahegelegenen Wollgeschäft in Saltum zu machen, der fast direkt neben dem Supermarkt im Ort liegt. Die Bindestuen führt einige Garne, die in Deutschland lediglich in ausgewählten Geschäften oder über den Online-Handel erhältlich sind, unter anderem das Håndværksgarn von Hjelholt. Bereits vor einiger Zeit hatte ich die Anleitung für einen schlichten Pullover der Kopenhagener Designerin Louise Rasmussen erstanden, von der ich bereits ein Jackenmodell gestrickt habe. Unter einer kleinen Auswahl an Farben habe ich mich diesmal für Weiß entschieden, auf der man das spätere Muster hoffentlich gut sehen kann. Die Wolle stamme von dänischen Schafen, wie mir die Ladenbesitzerin erzählte. Ein echter Urlaubspullover!
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Rückblick und Start ins neue Jahr

Christie | Schwinn | Bleisch Mit Blick auf 2025 möchte ich euch – wie in jedem Jahr – gerne wieder eine Auswahl der Bücher vorstellen, die mir besonders gut gefallen und mich inspiriert haben.
Sachbücher
Florian Schwinn Die Klima-Kuh
In meinem Bildungsurlaub 2024 hatte ich die Gelegenheit, einige Biohöfe im Speckgürtel Hamburgs zu besuchen. Eine Landwirtin empfahl den Podcast „Führerschein für Einkaufswagen“, den ich seit dieser Zeit mit Begeisterung höre und durch ihn auf das Werk von Florian Schwinn aufmerksam geworden bin.
In Die Klima-Kuh geht Schwinn der weit verbreiteten Behauptung nach, Kühe seien „Klimakiller“, weil sie durch Verdauung Methan ausstoßen und damit zum Treibhauseffekt beitragen. Diese Vorstellung, so der Autor, sei zumindest irreführend oder falsch. Wiederkäuer-Methan ist Teil eines natürlichen Kreislaufs, der – im Unterschied zu fossilem Methan aus Öl- und Gasproduktion – nicht zu zusätzlicher Erwärmung führt, weil es sich innerhalb weniger Jahre abbaut. Schwinn argumentiert, dass das schlechte Image der Kuh als Klimasünder eher ein „Narrativ“ ist, das von politischen und medialen Debatten genährt wird.
Statt Kühe zu verteufeln, plädiert er dafür, ihre Rolle in Ökosystemen neu zu denken: In extensiver Weidehaltung können Rinder aktiv zu Artenvielfalt, Bodenfruchtbarkeit und Klimaschutz beitragen. Wenn sie draußen weiden, fördern sie Wachstumsprozesse von Graslandschaften, binden CO₂ im Boden und schaffen vielfältige Lebensräume – was ökologische Krisen adressiert, anstatt sie zu verschärfen.
Schwinn zeigt in Fallbeispielen und Recherchen vor Ort, wie traditionelle Weidewirtschaft im Gegensatz zu industrieller Stallhaltung positive Umweltwirkungen entfalten kann. Seine zentrale These ist, dass nicht die Kuh selbst, sondern die Art und Weise, wie wir Landwirtschaft organisieren, über schädlich oder nützlich entscheidet. Eine „Kuhwende“ im Sinne einer Agrarwende kann demnach Klima, Biodiversität und Kulturlandschaften stärken – wenn der Fokus von technologisch-intensiven Produktionsmodellen auf naturnahe, weideorientierte Systeme verlagert wird.
Insgesamt fordert Schwinn ein Umdenken im Diskurs: weg von pauschalen Schuldzuschreibungen und hin zu differenzierten Betrachtungen darüber, wie Tiere, Landwirtschaft und Umwelt nachhaltig zusammengedacht werden können.
Barbara Bleisch Die Mitte des Lebens : eine Philosophie der besten Jahre
Das Werk widmet sich einer Lebensphase, die – philosophisch betrachtet – erstaunlich selten im Mittelpunkt steht: den Jahren zwischen etwa 40 und 65. Während Kindheit, Jugend und hohes Alter kulturell stark verhandelt werden, bleibt die Mitte des Lebens oft unbeachtet – obwohl sich hier Fragen nach Erreichtem, Verpasstem, Entscheidungen und Endlichkeit bündeln.
Bleisch versteht ihr Buch als Einladung an eine „Gemeinschaft der Suchenden“. In Anlehnung an Hannah Arendt geht es ihr nicht darum, Antworten zu liefern, sondern darum, die Ratlosigkeit als gemeinsame Ausgangslage ernst zu nehmen. Besonders überzeugend ist ihre Unterscheidung zwischen Reue (für eigenes Handeln) und Bedauern (für das, was einem widerfährt) sowie ihr Plädoyer, Entscheidungen als notwendige Bedingung eines eigenen Lebens zu begreifen – auch wenn sie später schmerzen können.
Ein zentrales Motiv des Buches ist die Erfahrung von Leere trotz äußerer Erfolge. Bleisch kritisiert eine auf Zielerreichung fixierte, „telische“ Lebensweise und stellt ihr eine offenere, prozesshafte Haltung gegenüber: Erfüllung entsteht nicht erst am Ende, sondern im Tun selbst. Dazu gehört auch die Einsicht, dass das meiste Übung braucht – Zeit, Wiederholung, dauerhaftes Engagement. Während in der Jugend vieles von selbst auf einen zukommt, müssen Neuanfänge und erste Male in den mittleren Jahren zunehmend bewusst gesucht und initiiert werden.
„Ein Leben, in dem wir nichts bedauerten, wäre also auch ein Leben, in dem wir keine Entscheidungen getroffen hätten. Das wäre allerdings auch ein Leben, das wir kaum als das unsere empfinden würden, sondern wohl eher eines, in dem wir nach der Vorstellung anderer oder nach dem Zufallsprinzip gelebt hätten.“ (Barbara Bleisch)
Immer wieder fragt Bleisch, was wir heute anders sehen als früher. Lebenserfahrung bedeutet für sie nicht bloß Älterwerden, sondern die Bereitschaft, sich als veränderbar zu begreifen und Verantwortung für das eigene Werden zu übernehmen. In diesem Sinn steht das Buch nahe den Texten von Daniel Schreiber („Das Strickstück meines Lebens“).
Mitte des Lebens ist kein Ratgeber, sondern ein ruhiger Denkraum. Ein Buch für Menschen, die spüren, dass vieles offen bleibt – und genau darin eine Möglichkeit liegt.
„Lebendig sein ist wichtig. Alles andere ist Zeitverschwendung.“
(A. L. Kennedy)
Belletristik
Die Werke von Daniel Schreiber habe ich mit sehr viel Freude gelesen und in meinem Sommer-Blogbeitrag bereits ausführlich darüber berichtet.
Agatha Christie Autobiografie
Analog zu den Poirot-Bänden, die ich vorletztes Jahr begonnen habe, chronologisch zu lesen, habe ich zudem die sehr unterhaltsam – und an vielen Stellen erstaunlich modern anmutende – Autobiografie von Agatha Christie gelesen. Im Januar jährte sich ihr Todestag zum fünfzigsten Mal.
T.C. Boyle Blue Skies
Blue Skies ist ein düster-komischer Familienroman vor dem Hintergrund einer sich rasant verändernden Welt durch den Klimawandel. Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft der Vereinigten Staaten, in der extreme Umweltveränderungen den Alltag bestimmen: Überschwemmungen bedrohen Florida, während Kalifornien von Dürre, Hitze und Bränden geplagt wird.
Im Zentrum steht die Familie Cullen: Ottilie, eine etwas verwirrte Matriarchin; ihr Sohn Cooper, ein entomologisch interessierter Wissenschaftler, der sich der Erforschung des Insektensterbens widmet; und ihre Tochter Cat, die mit ihrem Verlobten in einem überfluteten Strandhaus in Florida lebt und als Influencerin Karriere machen möchte. Die Figuren sind in ihrem Verhalten überzeichnet und oft selbstbezogen, was ihre persönlichen Konflikte und Unzulänglichkeiten umso deutlicher hervortreten lässt.
Boyle verwebt die Familiendynamik mit der sich verschärfenden ökologischen Krise zu einer beißenden Satire auf die moderne Gesellschaft und ihre Tendenz, die eigenen Rolle in der globalen Zerstörung zu verdrängen. Im Lauf der Geschichte müssen die Figuren mit den physischen und psychischen Auswirkungen des Klimawandels umgehen, was die „normale“ Alltagsrealität zunehmend in Frage stellt.
An Blue Skies wirkt aus meiner Sicht vor allem die Nähe zur Gegenwart so beklemmend. Die Fiktion fühlt sich real an, weil die Grundgeschichte, in die alles eingebettet ist, stark an das Hier und Jetzt erinnert. Gerade dadurch entfaltet der Roman seine Wirkung: Das geschilderte Szenario erscheint nicht fern, sondern als eine Entwicklung, die in wenigen Jahrzehnten durchaus vorstellbar ist. In Interviews hat Boyle berichtet, dass ihn die verheerenden Waldbrände in Kalifornien, wo er selbst lebt, eindringlich mit der Bedrohlichkeit der menschengemachten Veränderungen unserer Erde konfrontiert haben. Aus dieser Erfahrung heraus ist Blue Skies entstanden.
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2026
Ein frohes neues Jahr euch allen!2025 hat mich 365 Tage lang ein Kalender mit demotivierenden Sprüchen begleitet. Auf dem Bild seht ihr meine persönlichen Favoriten.
Im Büro wartet der neue Kalender für 2026 mit dem Motto „2026 wird ein Desaster“. Ich bin gespannt, was er dieses Jahr für mich bereithält.
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Rød Jul
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Sommerfreuden 2025
Heute ist der 21. September 2025. Der Sommer neigt sich dem Ende. Der dänische Nordseeurlaub war wieder einmal entspannend und erholsam. Die Tage am Meer boten viel Gelegenheit für ruhige Beschäftigungen. In einer hellen Unterkunft mit viel Tageslicht war genug Raum für Bücher, Puzzle und Strickzeug.
Die farbenfrohen Puzzles von Elena Essex machen gute Laune und gehen leicht von der Hand, so dass es diesmal tatsächlich 6.000 Teile waren, die ich zusammengebaut habe. Vor dem Urlaub gab es vom Liebsten zur Abwechslung einen Baukasten von LEGO. Der weiße Hai wird 50 in diesem Jahr und präsentiert sich nun formschön beim Angriff der Orca auf unserem Esszimmerregal.
Garten
Aus meiner kleinen Kräuterkrise ist inzwischen eine wahre Gartenfreude geworden.
Verglichen mit der üppigen Pracht, die sich über den Sommer auf meinen Beeten entfaltet hat, wirken die Pflanzen aus meinem letzten Blogbeitrag fast zwergenhaft. Kurz vor unserer Abfahrt habe ich drei Basilikumpflanzen von der Fensterbank ins Hochbeet zu ihren „Schwestern“ gesetzt – dort sind sie regelrecht aufgeblüht. Der Pflücksalat lieferte unermüdlich frische Blätter und wuchs über die Beetgrenzen hinaus. Und die Petersilie? Die wächst in einer solchen Fülle, dass ich mich fast damit auf den Markt stellen könnte. Spätestens Ende September, wenn die Temperaturen sinken, werde ich mich wohl mit dem Thema Einfrieren befassen müssen.
Bücher
Passend zu meinem Gartenthema las ich „Der große Garten“ von Lola Randl – ein unterhaltsames und zugleich kluges Buch über eine Großstädterin, die mit zwei Kindern, zwei Männern und einem wachsenden Garten ein eher unkonventionelles Leben auf dem Land führt. Zwischen Alltagsreflexion und Selbstironie entsteht ein leiser Kommentar zur Frage, wie man leben will – und wie schwer es ist, dabei die eigenen Ansprüche und Widersprüche in Einklang zu bringen.
Vor einiger Zeit hatte ich „Nüchtern“ von Daniel Schreiber gelesen, das mich durch Inhalt und Stil sehr beeindruckt hat. Im Urlaub las ich daher drei weitere seiner Werke: Allein, Zuhause und Die Zeit der Verluste. Alle kreisen um existentielle Fragen – nach Zugehörigkeit, Bindung, Selbstbild und der Suche nach einem Ort im Leben.
In „Allein“ widmet er sich der gesellschaftlich wenig beleuchteten Lebensrealität allein lebender Menschen. Freundschaften gelten dabei als wichtige emotionale Anker, sind aber – anders als familiäre Bindungen – freiwillig und oft brüchig. Schreiber entlarvt die kulturelle Fantasie vom gleichklanghaften Freundeskreis und plädiert für eine realistischere Sichtweise: Freundschaften halten nur dann Wandel und Zeit stand, wenn sie Anerkennung von Unterschiedlichkeit und nicht bloß narzisstische Spiegelung bieten.
„Der Schmerz der Einsamkeit liegt im Zusammenbruch dieser Fantasie begründet, im Scheitern der Fiktion, dass wir nicht allein auf dieser Welt sind.“
Das Thema Einsamkeit bleibt bei Schreiber nie individuell verhaftet – es ist gesellschaftlich. Die Isolation vieler während der Pandemie hat deutlich gemacht, wie schmal der Grat zwischen funktionierender Alltagsstruktur und seelischem Rückzug ist. Dabei betont er: Niemand kann der Einsamkeit entkommen, sie ist Teil unserer Existenz – vielleicht sogar Voraussetzung für tiefergehende Begegnungen.
In „Zuhause“ denkt Schreiber weiter – über Herkunft, Verlust und die Sehnsucht nach einem Ort, an dem man wirklich sein kann. Er spürt den Brüchen nach, die entstehen, wenn die idealisierte Vorstellung vom Zuhause mit der Realität kollidiert. In seinem persönlichen Erleben ist das Aufwachsen in der ostdeutschen Provinz ebenso prägend wie belastend, das Leben in Berlin zunehmend fremd geworden, New York ein Ort der kurzzeitigen Freiheit.
„Für viele von uns ist es der schwierigste Ort, an dem wir die meisten Konflikte austragen – der Ort, an dem wir uns am allerfremdesten fühlen.“
Schreiber zeigt, wie schwer es ist, sich von den eingeprägten Fantasien eines linearen, erfüllten Lebenswegs zu verabschieden: vom Familienmodell, von Paarbeziehungen als zentralem Sinnangebot, vom „richtigen Ort“. Gerade die Vorstellung, das eigene Unbehagen liege am Wohnort, ist für ihn trügerisch – oft liegt es in uns selbst. Es ist daher kein Zeichen des Scheiterns, kein Zuhause gefunden zu haben, sondern Ausdruck eines Prozesses, in dem wir immer wieder neu fragen müssen, was dieses „Zuhause“ überhaupt für uns bedeutet.
„Es ist ein beängstigender, aber auch heilsamer Gedanke, dass es so etwas wie ein ideales Zuhause nicht gibt, nicht geben kann.“
Wolle
Ich suchte mal wieder die Herausforderung und bestellte mir Tynn Merinoull von Sandnes – für den Musterpullover Hindergenser (zu Deutsch: Hindernisse). Der Name ist Programm: der Einstieg in die Anleitung ist nicht ohne, aber sobald die Zunahmen geschafft sind hat und man sich ganz auf das Muster konzentrieren kann, geht es (wenn auch langsam mit Nadelstärke 3) gut von der Hand.








