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		<title>Kleine Philosophie der Macht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kora]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Dec 2016 11:14:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Emazipation]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterstereotype]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Sozialisation]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich wünsche für die Frauen keine Macht über Männer, aber die Macht über sich selbst (MARY WOLLSTONECRAFT) Zum Jahresende habe ich ein Buch gelesen, das bereits länger auf meiner (feministischen) Buchliste stand: &#8222;Kleine Philosophie der Macht &#8211; nur für Frauen&#8220; von der Philosophin und Autorin Rebekka Reinhard. Es ist unterteilt in drei große Themenblöcke, angereichert mit praktischen Tipps am Ende eines jeden Kapitels. Ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen und gleich an eine liebe Freundin weiterverliehen, obwohl ich meine &#8222;Aufzeichnungen&#8220; noch nicht abgeschlossen hatte. Vielleicht auch gut, denn mir haben viele Passagen sehr zugesagt, so dass die Zitatfülle sehr dicht ist, und höchstwahrscheinlich noch dichter wäre, hätte ich das Buch noch in den Händen. Frau Reinhard beginnt im ersten Teil ihres Buches mit dem Hauptproblem vieler Frauen, zu perfektionistisch sein zu wollen, was zu Ohnmacht, Neid, respektlosem Umgang mit der eigenen Lebenszeit und der Angst zu Scheitern führe. Die moderne Frau wird nicht zur Perfektionistin, weil sie es (wirklich) will. Sie wird es aufgrund ihrer Außenlenkung. Weil sie von den anderen anerkannt werden will. Ist ihr Motiv nicht allzu verständlich? Braucht nicht jeder Mensch Anerkennung, egal welchen Geschlechts, welchen Alters, welcher Epoche?  [&#8230;] Wenn man die &#8222;Ich muss&#8220;-Frau &#8218;liked&#8218;, ihre übermenschlichen Leistungen mit &#8222;Super&#8220; quittiert, motiviert man sie ganz und gar nicht, den Schleuderprozess ihrer kleinen grauen Zellen abzustellen und ihre Gedanken in eine andere Richtung zu drehen. Man spornt sie vielmehr an, sich auch weiter konform zu verhalten, nicht auszuscheren und kontinuierlich vor sich hin zu ameisen. [&#8230;] Hinter dem &#8222;Ich muss&#8220; verstecken sich unangenehme Gefühle, die mit den Erwartungen und de Situation anderer Leute zu tun haben. Schuldgefühle. Versagensangst. Stressangst. Angst, nicht mithalten zu können. Im Wettlauf um den Titel der besten Mitarbeiterin, der beliebtesten Kollegin, der empathischsten Ehefrau, der coolsten Mutter nur Platz zwei zu belegen. Und Neid. Neid? Jawohl. Neid auf die Männer, die weniger kämpfen müssen als wir. Und Neid auf die anderen Frauen. Besonders auf die, die irgendwie alles besser machen als wir. Irgendwie immer glücklicher sind. Der Neid ist ein Verwandter der Eifersucht und des Hasses. [&#8230;] Je perfektionistischer die moderne Frau, desto außengelenkter. Begegnet die Außengelenkte einer Frau, die ihr perfekter erscheint als sie selbst, &#8218;muss&#8216; sie sich verletzt, gekränkt fühlen. Was sie durch all ihr Denken und Tun zurückzudrängen versuchte, erfasst sie nun mit voller Wucht: Ohnmacht. Ohnmacht gegenüber denen, die ihr ihre Unzulänglichkeit spiegeln. Ohnmacht aber auch sich selbst, dem eigenen Leben gegenüber. Die Folge dieser demütigenden Erfahrung ist jedoch nicht, dass die Perfektionsarbeiterin alles stehen und liegen lässt und versucht, mächtig zu werden. Die Folge ist vielmehr, dass sie einen Zahn zulegt. Ihre grauen Zellen schleudern wie wild ihre Berechnungen, Bewertungen und Befürchtungen heraus, sie erledigt alles noch schneller, noch gleichzeitiger, noch selbst-beherrschter, noch perfekter. Und immer noch bleibt die echte Anerkennung aus. Obwohl sie nichts tut, als sich anzustrengen &#8230; bis irgendwann nicht mehr alles so &#8222;Super!&#8220; ist. (S. 39-41) Anscheinend haben viele Frauen Schwierigkeiten damit, Macht auszuüben, da sie häufig selbst nicht wissen, was sie wollen. Aus einer unsicheren Position ist es verständlicherweise schwierig, Forderungen zu formulieren. Macht hat mich machen zu tun. Und mit machen &#8218;lassen&#8216;. Es geht darum, jemanden etwas tun zu lassen, das &#8218;Ihren&#8216; Zielen und Werten entspricht. Wenn Sie an übersteigertem Perfektionismus leiden, ist dieser Jemand &#8218;Sie selbst&#8216;. Lassen Sie sich einmal selbst machen! Lassen Sie sich gewähren. Überlassen Sie die Macht nicht einer Masse außengelenkter, vereinsamter Hirnloser − erteilen Sie sich selbst die Macht über Ihr Leben. Das ist durchaus machbar. Sie müssen nur wissen, was Sie (wirklich) wollen. (S. 42-43) Frau Reinhard benennt sehr treffend, dass der übersteigerte Perfektionismus (ob im Job oder in der Familie) die Frau von sich selbst ablenkt. Sie reibt sich auf, erhält keine Dank und geht mit ihren eigenen Wünschen und Träumen unter. Die von Kindesbeinen anerzogene Rolle des artigen Mädchens (auf das Frau Reinhard in Teil drei ihres Buches eingeht) führt zu keinem Erfolg, keiner Zufriedenheit. Der übersteigerte Perfektionismus verhindert, dass Sie Ihre wahren Werte und Prioritäten erkennen. Er bewirkt, dass Sie allem und allen gleich viel Wert beimessen − den Kindern, dem Job, dem Partner, den Eltrn, den Schwiegereltern, den anderen Leuten. Allem und allen, außer sich selbst. Natürlich sind Sie frei, sich ganz mit der Rolle der Perfekten zu identifizieren. Aber was ist der Preis? Pseudoanerkennung. Burn-out. Ohnmacht. Wandeln am Abgrund. Unkenntnis der eigenen Person und Ihrer wahren Möglichkeiten. [&#8230;] Sobald Sie anfangen, sich mehr nach Ihren eigenen Zielen und Werten zu richten und weniger nach den vermeintlichen Vorgaben anderer, werden Sie automatisch weniger perfekt sein. [&#8230;] Man wird Sie beneiden, weil Sie freier und mächtiger geworden sind. Weil Sie sich trauen und darauf vertrauen, Sie selbst zu sein. Wenn Leute Sie dafür beneiden, dass Sie die Macht haben, Sie selbst zu sein, und das zu realisieren, was Ihnen wirklich wichtig ist, können Sie stolz auf sich sein. Denn dann verbirgt sich hinter diesem Neid echte Bewunderung, echte Anerkennung. (S. 45-47) Da die Geschwindigkeit, in der viele Frauen ihren Aufgaben nachkommen, nicht ausreicht, da die Perfektion nicht erreichbar ist, strengt sie sich immer mehr an, arbeitet noch schneller, erledigt ihre Aufgaben noch gewissenhafter − und kollabiert irgendwann, wenn sie nicht lernt, einen Gang herunterzuschalten und hinzunehmen, dass sie nicht alles erreichen wird, was sie sich vielleicht einmal erträumt hat. Frau Reinhard erklärt dies anhand des Bildes einer Schnecke. [&#8230;] Man kann Wachstum, Fortschritt, Erfolg, Glück nicht erzwingen. Es gibt nur eine weise Art, mit Pflanzen umzugehen: ihnen zuzuschauen, wie sie wachsen, und den Prozess des Wachsens durch Gießen und Jäten zu unterstützen. Geduldig, behutsam. So kommt der Moment der Ernte ganz spontan, wie von selbst, quasi nach seinem Belieben. &#8218;Das&#8216; ist Effizienz! Wie mit den Pflanzen, so ist es auch mit unserer Lebenszeit. Alles verändert sich, alles ist im Übergang begriffen. [&#8230;] Es gibt immer etwas, was gerade am Keimen und Wachsen ist − und sich hervorragend entwickelt, wenn wir uns nicht vorschnell einmischen, sondern nur hier und da etwas nachhelfen. Kann sein, dass wir in diesem Leben nicht mehr Mutter werden. Vielleicht werden wir in unserem Job nie glücklich. Es ist auch möglich, dass der Mann unseres Lebens einer anderen in die Arme läuft. Das heißt aber nicht, dass wir irgendetwas verpassen. Während wir uns über die verdorrten Pflänzchen ärgern, die wir in unserer Ungeduld aus der Erde gerissen haben, keimen still und leise andere − die wir nur registrieren, wenn wir aufhören, auf die Uhr zu glotzen. (S. 55) Es gibt im Leben kein richtiges Timing. Wann immer Sie eine Sache schaffen, versäumen Sie eine andere. Sie können nicht alles schaffen, aber Sie können lernen, die &#8218;richtigen&#8216; Entscheidungen zu treffen, solche, die Ihnen einen respektvollen Umgang mit Ihrer Lebenszeit ermöglichen. (S. 57) Die moderne Frau ist ein merkwürdiges Wesen. Einerseits traut sie sich einiges zu (die 100 Prozent!), andererseits neigt sie zur systematischen Selbstüberschätzung. Oder, noch schlimmer, zum sogenannten Hochstapler-Syndrom: dem unguten Gefühl, es sei nur eine Frage der Zeit, bis ihre gesammelten Unfähigkeiten enttarnt würden. Man weist sie auf ihre Verdienste im Job hin, und sie sagt: &#8222;Glück gehabt!&#8220; Ihr Chef kürt sie zur Mitarbeiterin des Jahres, und sie sagt: &#8222;Ohne die Hilfe von Jörg und Hanspeter hätte ich es nie geschafft.&#8220; [&#8230;] Aus der falschen Einschätzung, dass sie jederzeit scheitern &#8218;könnte&#8216;, zieht sie den noch falscheren Schluss, dass sie niemals scheitern &#8218;dürfte&#8216;. Was würde man dann von ihr halten? (S. 65) Nicht selten führen diese Verausgabungen in eine Depression, die es manchen Frauen erstmals ermöglicht, die Maschinerie zu stoppen. Kritisch sehe ich allerdings den Ansatz Frau Reinhards, frau würde sich in einer Opferrolle ausruhen. Es gibt unterschiedlichste Gründe, depressiv zu werden. Auch reflektierte Frauen, die sich von ihrer anerzogenen Rolle befreien wollen, sind betroffen. Sehr bereichernd hingegen fand ich die Darstellung der Passivität von Frauen, die grübeln, statt zu handeln (Teil zwei des Buches). Die Autorin betont, dass es hier nicht um produktive Denkprozesse ginge, die wichtig seien, um Sachverhalte zu reflektieren, sondern um zeitvergeudende Denkspiralen, die zu keinem Ergebnis, vielmehr zu einer schwammigen Ausdrucksweise führten. Man kann die Mentalprozesse der Frau von heute mit einer defekten Waschmaschine vergleichen, die bebt, brummt und knarzt, schleudert, schleudert und immer noch schneller schleudert. So wie diese kaputte Maschine durch exzessives Schleudern Kleiderfetzen produziert, so produziert das weibliche Grübeln endlos wiederkehrende Gedankenfetzen, die jeglicher Kohärenz und Konsistenz entbehren. Das Ausmaß der Katastrophe wird offensichtlich, sobald die moderne Frau anfängt zu reden. Anstatt zu sagen: &#8222;Ich schlage vor, wir kürzen unser Budget auf 80 Prozent!&#8220;, sagt sie: &#8222;Meinen Sie, wir sollten eventuell unser Budget kürzen?&#8220; [&#8230;] Aufgrund ihrer fundamentalen Verunsicherung wagt sie es nicht, irgendetwas &#8218;klar&#8216; zu sagen. Lieber lässt sie sich von ihren Grübeleien den Maulkorb anlegen. Sie zieht ihre Sätze mit Erklärungen, Rechtfertigungen, Entschuldigungen und Erlaubnisgesuchen wie Kaugummis in die Länge. Denn Grübeln verträgt sich weder mit klaren Meinungen noch mit klaren Aussagen. (S. 83-84) Die moderne Frau, die sich für durchaus pragmatisch und organisiert hält, ist, ohne es zu wissen, eine Idealistin. Sie glaubt, sie könne sich ihren Grübelexzessen hingeben, ohne dass sie Auswirkungen auf ihr Kommunikationsgeschick hätte. Sie meint, dass sie das, was sie für das Wahre und Richtige hält, nur irgendwie auszusprechen braucht. Sie ist der Überzeugung, dass schon alles gut wird, wenn sie Ja sagt und Sätze von sich gibt, die der Rolle des artigen Mädchens entsprechen. Doch dieser Glaube ist weltfremd. Auf diesem Planeten kann man selten mit dem Wahren und Richtigen punkten − aber immer mit &#8218;Glaubwürdigkeit&#8216;. Nur wer seine Absichten glaubwürdig artikuliert, wird ernst genommen, nur wer ernst genommen wird, wird anerkannt, nur wer anerkannt wird, wird mächtig, nur wer mächtig wird, hört auf zu grübeln. Solange sich die moderne Frau den vorgefundenen Konventionen, Regeln, Gepflogenheiten ohne Rücksicht auf eigene Wünsche und Träume fügt, muss sie in ihrem Grübelgefängnis bleiben. In Einzelhaft, ohne Kontakt zu Außenwelt. Allein mit ihrem Maulkorb, (S. 87-88) In der Anleitung des Kapitels empfiehlt die Autorin unter anderem, nicht alle Personen zu duzen. Ein Rat, der mir sehr am Herzen liegt. Ein &#8222;Sie&#8220; kann nützlich sein bei einem respektvollen Miteinander im Beruf. Duzen Sie nicht immer alle und lassen Sie sich nicht immer von allen duzen. Sie sind schließlich volljährig. Hüten Sie sich davor, sich von Dus, die auf der beruflichen Bühne geäußert werden, verführen zu lassen. &#8222;Du&#8220; suggeriert eine Intimität, die meist gar nicht besteht − gar nicht bestehen dürfte. (S. 93) All diese vorangegangenen Aspekte führen zu der Schwierigkeit bei vielen Frauen, &#8222;Nein&#8220; sagen zu können. Frau Reinhard stellt sehr anschaulich dar, wie gut es manchen Frauen täte, weniger an ihre emotionale Seite zu appelieren, sondern in vielen Situationen einfach mal ihren Verstand mit einzuschalten. Die Frau mit Maulkorb glaubt an den Sprechakt des Jasagens, weil sie an den Zauber gewaltfreier Kommunikation und die Regeln des Fairplay glauben möchte. In einem Universum, in dem gute, vernünftige Menschen das Sagen haben, hat dieser Glaube durchaus seine Berechtigung. In dieser Welt aber, wo sich alles um Macht dreht, wäre es besser, sie glaubte auch an die Strenge logischer Argumentationen. Logik und Rhetorik gehen Hand in Hand: Rhetorik braucht Logik, um glaubwürdig zu erscheinen, etwas zu bewirken, zu überzeugen. Rhetorik ohne Logik ist Demagogie. Die moderne Frau, die in Unkenntnis elementarer logischer Prinzipien lebt, fällt leicht auf rhetorische Tricks herein. Sie wird von jeder Vagheit, jeder Schmeichelei, jeder Drohung so überwältigt, dass sie nur noch ein &#8222;Ja!&#8220; herauspressen kann. Die Frau von heute weiß ganz genau, dass die bestimmte Dinge &#8218;eigentlich&#8216; nicht will, kann aber leider oft die &#8218;Gründe&#8216;  für ihr Nichtwollen nicht benennen. Die Frau, die lieber einen Maulkorb anlegt, als Nein zu sagen, hat in der Regel mit Logik nichts am Hut. Weil sie ihr Nichtwollen nicht begreift, kann sie es nicht begründen, und weil sie es nicht begründen kann, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Ja zu sagen. Logisch!? (S. 99) Auch das Wütendsein und ihm Ausdruck zu verleihen will gelernt sein. Hiermit endet Teil zwei des Buches. Im letzten Teil befasst sich Frau Reinhard mit den &#8222;Frauen ohne Schnurrbart&#8220;: wie Frauen sich aus der Unmündigkeit befreien, es mit den Männern aufnehmen können und sich ihren eigenen Nonkonformismus...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Ich wünsche für die Frauen keine Macht über Männer, aber die Macht über sich selbst<br />
(MARY WOLLSTONECRAFT)</strong></p></blockquote>
<p>Zum Jahresende habe ich ein Buch gelesen, das bereits länger auf meiner (feministischen) Buchliste stand: <a title="Website Rebekka Reinhard" href="https://rebekkareinhard.de/kleine-philosophie-der-macht-nur-fuer-frauen/" target="_blank">&#8222;Kleine Philosophie der Macht &#8211; nur für Frauen&#8220;</a> von der Philosophin und Autorin Rebekka Reinhard.</p>
<p>Es ist unterteilt in drei große Themenblöcke, angereichert mit praktischen Tipps am Ende eines jeden Kapitels. Ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen und gleich an eine liebe Freundin weiterverliehen, obwohl ich meine &#8222;Aufzeichnungen&#8220; noch nicht abgeschlossen hatte. Vielleicht auch gut, denn mir haben viele Passagen sehr zugesagt, so dass die Zitatfülle sehr dicht ist, und höchstwahrscheinlich noch dichter wäre, hätte ich das Buch noch in den Händen.</p>
<p>Frau Reinhard beginnt im ersten Teil ihres Buches mit dem Hauptproblem vieler Frauen, zu perfektionistisch sein zu wollen, was zu Ohnmacht, Neid, respektlosem Umgang mit der eigenen Lebenszeit und der Angst zu Scheitern führe.</p>
<blockquote><p>Die moderne Frau wird nicht zur Perfektionistin, weil sie es (wirklich) will. Sie wird es aufgrund ihrer Außenlenkung. Weil sie von den anderen anerkannt werden will. Ist ihr Motiv nicht allzu verständlich? Braucht nicht jeder Mensch Anerkennung, egal welchen Geschlechts, welchen Alters, welcher Epoche?  [&#8230;] Wenn man die &#8222;Ich muss&#8220;-Frau &#8218;<em>liked</em>&#8218;, ihre übermenschlichen Leistungen mit &#8222;Super&#8220; quittiert, motiviert man sie ganz und gar nicht, den Schleuderprozess ihrer kleinen grauen Zellen abzustellen und ihre Gedanken in eine andere Richtung zu drehen. Man spornt sie vielmehr an, sich auch weiter konform zu verhalten, nicht auszuscheren und kontinuierlich vor sich hin zu ameisen. [&#8230;] Hinter dem &#8222;Ich muss&#8220; verstecken sich unangenehme Gefühle, die mit den Erwartungen und de Situation anderer Leute zu tun haben. Schuldgefühle. Versagensangst. Stressangst. Angst, nicht mithalten zu können. Im Wettlauf um den Titel der besten Mitarbeiterin, der beliebtesten Kollegin, der empathischsten Ehefrau, der coolsten Mutter nur Platz zwei zu belegen. Und Neid. Neid? Jawohl. Neid auf die Männer, die weniger kämpfen müssen als wir. Und Neid auf die anderen Frauen. Besonders auf die, die irgendwie alles besser machen als wir. Irgendwie immer glücklicher sind. Der Neid ist ein Verwandter der Eifersucht und des Hasses. [&#8230;] Je perfektionistischer die moderne Frau, desto außengelenkter. Begegnet die Außengelenkte einer Frau, die ihr perfekter erscheint als sie selbst, &#8218;muss&#8216; sie sich verletzt, gekränkt fühlen. Was sie durch all ihr Denken und Tun zurückzudrängen versuchte, erfasst sie nun mit voller Wucht: Ohnmacht. Ohnmacht gegenüber denen, die ihr ihre Unzulänglichkeit spiegeln. Ohnmacht aber auch sich selbst, dem eigenen Leben gegenüber. Die Folge dieser demütigenden Erfahrung ist jedoch nicht, dass die Perfektionsarbeiterin alles stehen und liegen lässt und versucht, mächtig zu werden. Die Folge ist vielmehr, dass sie einen Zahn zulegt. Ihre grauen Zellen schleudern wie wild ihre Berechnungen, Bewertungen und Befürchtungen heraus, sie erledigt alles noch schneller, noch gleichzeitiger, noch selbst-beherrschter, noch perfekter. Und immer noch bleibt die echte Anerkennung aus. Obwohl sie nichts tut, als sich anzustrengen &#8230; bis irgendwann nicht mehr alles so &#8222;Super!&#8220; ist. (S. 39-41)</p></blockquote>
<p><span id="more-1505"></span></p>
<p>Anscheinend haben viele Frauen Schwierigkeiten damit, Macht auszuüben, da sie häufig selbst nicht wissen, was sie wollen. Aus einer unsicheren Position ist es verständlicherweise schwierig, Forderungen zu formulieren.</p>
<blockquote><p>Macht hat mich machen zu tun. Und mit machen &#8218;lassen&#8216;. Es geht darum, jemanden etwas tun zu lassen, das &#8218;Ihren&#8216; Zielen und Werten entspricht. Wenn Sie an übersteigertem Perfektionismus leiden, ist dieser Jemand &#8218;Sie selbst&#8216;. Lassen Sie sich einmal selbst machen! Lassen Sie sich gewähren. Überlassen Sie die Macht nicht einer Masse außengelenkter, vereinsamter Hirnloser − erteilen Sie sich selbst die Macht über Ihr Leben. Das ist durchaus machbar. Sie müssen nur wissen, was Sie (wirklich) wollen. (S. 42-43)</p></blockquote>
<p>Frau Reinhard benennt sehr treffend, dass der übersteigerte Perfektionismus (ob im Job oder in der Familie) die Frau von sich selbst ablenkt. Sie reibt sich auf, erhält keine Dank und geht mit ihren eigenen Wünschen und Träumen unter. Die von Kindesbeinen anerzogene Rolle des artigen Mädchens (auf das Frau Reinhard in Teil drei ihres Buches eingeht) führt zu keinem Erfolg, keiner Zufriedenheit.</p>
<blockquote><p>Der übersteigerte Perfektionismus verhindert, dass Sie Ihre wahren Werte und Prioritäten erkennen. Er bewirkt, dass Sie allem und allen gleich viel Wert beimessen − den Kindern, dem Job, dem Partner, den Eltrn, den Schwiegereltern, den anderen Leuten. Allem und allen, außer sich selbst. Natürlich sind Sie frei, sich ganz mit der Rolle der Perfekten zu identifizieren. Aber was ist der Preis? Pseudoanerkennung. Burn-out. Ohnmacht. Wandeln am Abgrund. Unkenntnis der eigenen Person und Ihrer wahren Möglichkeiten. [&#8230;] Sobald Sie anfangen, sich mehr nach Ihren eigenen Zielen und Werten zu richten und weniger nach den vermeintlichen Vorgaben anderer, werden Sie automatisch weniger perfekt sein. [&#8230;] Man wird Sie beneiden, weil Sie freier und mächtiger geworden sind. Weil Sie sich trauen und darauf vertrauen, Sie selbst zu sein. Wenn Leute Sie dafür beneiden, dass Sie die Macht haben, Sie selbst zu sein, und das zu realisieren, was Ihnen wirklich wichtig ist, können Sie stolz auf sich sein. Denn dann verbirgt sich hinter diesem Neid echte Bewunderung, echte Anerkennung. (S. 45-47)</p></blockquote>
<p>Da die Geschwindigkeit, in der viele Frauen ihren Aufgaben nachkommen, nicht ausreicht, da die Perfektion nicht erreichbar ist, strengt sie sich immer mehr an, arbeitet noch schneller, erledigt ihre Aufgaben noch gewissenhafter − und kollabiert irgendwann, wenn sie nicht lernt, einen Gang herunterzuschalten und hinzunehmen, dass sie nicht alles erreichen wird, was sie sich vielleicht einmal erträumt hat. Frau Reinhard erklärt dies anhand des Bildes einer Schnecke.</p>
<blockquote><p>[&#8230;] Man kann Wachstum, Fortschritt, Erfolg, Glück nicht erzwingen. Es gibt nur eine weise Art, mit Pflanzen umzugehen: ihnen zuzuschauen, wie sie wachsen, und den Prozess des Wachsens durch Gießen und Jäten zu unterstützen. Geduldig, behutsam. So kommt der Moment der Ernte ganz spontan, wie von selbst, quasi nach seinem Belieben. &#8218;Das&#8216; ist Effizienz! Wie mit den Pflanzen, so ist es auch mit unserer Lebenszeit. Alles verändert sich, alles ist im Übergang begriffen. [&#8230;] Es gibt immer etwas, was gerade am Keimen und Wachsen ist − und sich hervorragend entwickelt, wenn wir uns nicht vorschnell einmischen, sondern nur hier und da etwas nachhelfen. Kann sein, dass wir in diesem Leben nicht mehr Mutter werden. Vielleicht werden wir in unserem Job nie glücklich. Es ist auch möglich, dass der Mann unseres Lebens einer anderen in die Arme läuft. Das heißt aber nicht, dass wir irgendetwas verpassen. Während wir uns über die verdorrten Pflänzchen ärgern, die wir in unserer Ungeduld aus der Erde gerissen haben, keimen still und leise andere − die wir nur registrieren, wenn wir aufhören, auf die Uhr zu glotzen. (S. 55)</p>
<p>Es gibt im Leben kein richtiges Timing. Wann immer Sie eine Sache schaffen, versäumen Sie eine andere. Sie können nicht alles schaffen, aber Sie können lernen, die &#8218;richtigen&#8216; Entscheidungen zu treffen, solche, die Ihnen einen respektvollen Umgang mit Ihrer Lebenszeit ermöglichen. (S. 57)</p></blockquote>
<blockquote><p>Die moderne Frau ist ein merkwürdiges Wesen. Einerseits traut sie sich einiges zu (die 100 Prozent!), andererseits neigt sie zur systematischen Selbstüberschätzung. Oder, noch schlimmer, zum sogenannten Hochstapler-Syndrom: dem unguten Gefühl, es sei nur eine Frage der Zeit, bis ihre gesammelten Unfähigkeiten enttarnt würden. Man weist sie auf ihre Verdienste im Job hin, und sie sagt: &#8222;Glück gehabt!&#8220; Ihr Chef kürt sie zur Mitarbeiterin des Jahres, und sie sagt: &#8222;Ohne die Hilfe von Jörg und Hanspeter hätte ich es nie geschafft.&#8220; [&#8230;] Aus der falschen Einschätzung, dass sie jederzeit scheitern &#8218;könnte&#8216;, zieht sie den noch falscheren Schluss, dass sie niemals scheitern &#8218;dürfte&#8216;. Was würde man dann von ihr halten? (S. 65)</p></blockquote>
<p>Nicht selten führen diese Verausgabungen in eine Depression, die es manchen Frauen erstmals ermöglicht, die Maschinerie zu stoppen. Kritisch sehe ich allerdings den Ansatz Frau Reinhards, frau würde sich in einer Opferrolle ausruhen. Es gibt unterschiedlichste Gründe, depressiv zu werden. Auch reflektierte Frauen, die sich von ihrer anerzogenen Rolle befreien wollen, sind betroffen.</p>
<p>Sehr bereichernd hingegen fand ich die Darstellung der Passivität von Frauen, die grübeln, statt zu handeln (Teil zwei des Buches). Die Autorin betont, dass es hier nicht um produktive Denkprozesse ginge, die wichtig seien, um Sachverhalte zu reflektieren, sondern um zeitvergeudende Denkspiralen, die zu keinem Ergebnis, vielmehr zu einer schwammigen Ausdrucksweise führten.</p>
<blockquote><p>Man kann die Mentalprozesse der Frau von heute mit einer defekten Waschmaschine vergleichen, die bebt, brummt und knarzt, schleudert, schleudert und immer noch schneller schleudert. So wie diese kaputte Maschine durch exzessives Schleudern Kleiderfetzen produziert, so produziert das weibliche Grübeln endlos wiederkehrende Gedankenfetzen, die jeglicher Kohärenz und Konsistenz entbehren. Das Ausmaß der Katastrophe wird offensichtlich, sobald die moderne Frau anfängt zu reden. Anstatt zu sagen: &#8222;Ich schlage vor, wir kürzen unser Budget auf 80 Prozent!&#8220;, sagt sie: &#8222;Meinen Sie, wir sollten eventuell unser Budget kürzen?&#8220; [&#8230;] Aufgrund ihrer fundamentalen Verunsicherung wagt sie es nicht, irgendetwas &#8218;klar&#8216; zu sagen. Lieber lässt sie sich von ihren Grübeleien den Maulkorb anlegen. Sie zieht ihre Sätze mit Erklärungen, Rechtfertigungen, Entschuldigungen und Erlaubnisgesuchen wie Kaugummis in die Länge. Denn Grübeln verträgt sich weder mit klaren Meinungen noch mit klaren Aussagen. (S. 83-84)</p>
<p>Die moderne Frau, die sich für durchaus pragmatisch und organisiert hält, ist, ohne es zu wissen, eine Idealistin. Sie glaubt, sie könne sich ihren Grübelexzessen hingeben, ohne dass sie Auswirkungen auf ihr Kommunikationsgeschick hätte. Sie meint, dass sie das, was sie für das Wahre und Richtige hält, nur irgendwie auszusprechen braucht. Sie ist der Überzeugung, dass schon alles gut wird, wenn sie Ja sagt und Sätze von sich gibt, die der Rolle des artigen Mädchens entsprechen. Doch dieser Glaube ist weltfremd. Auf diesem Planeten kann man selten mit dem Wahren und Richtigen punkten − aber immer mit &#8218;Glaubwürdigkeit&#8216;. Nur wer seine Absichten glaubwürdig artikuliert, wird ernst genommen, nur wer ernst genommen wird, wird anerkannt, nur wer anerkannt wird, wird mächtig, nur wer mächtig wird, hört auf zu grübeln. Solange sich die moderne Frau den vorgefundenen Konventionen, Regeln, Gepflogenheiten ohne Rücksicht auf eigene Wünsche und Träume fügt, muss sie in ihrem Grübelgefängnis bleiben. In Einzelhaft, ohne Kontakt zu Außenwelt. Allein mit ihrem Maulkorb, (S. 87-88)</p></blockquote>
<p>In der Anleitung des Kapitels empfiehlt die Autorin unter anderem, nicht alle Personen zu duzen. Ein Rat, der mir sehr am Herzen liegt. Ein &#8222;Sie&#8220; kann nützlich sein bei einem respektvollen Miteinander im Beruf.</p>
<blockquote><p>Duzen Sie nicht immer alle und lassen Sie sich nicht immer von allen duzen. Sie sind schließlich volljährig. Hüten Sie sich davor, sich von Dus, die auf der beruflichen Bühne geäußert werden, verführen zu lassen. &#8222;Du&#8220; suggeriert eine Intimität, die meist gar nicht besteht − gar nicht bestehen dürfte. (S. 93)</p></blockquote>
<p>All diese vorangegangenen Aspekte führen zu der Schwierigkeit bei vielen Frauen, &#8222;Nein&#8220; sagen zu können. Frau Reinhard stellt sehr anschaulich dar, wie gut es manchen Frauen täte, weniger an ihre emotionale Seite zu appelieren, sondern in vielen Situationen einfach mal ihren Verstand mit einzuschalten.</p>
<blockquote><p>Die Frau mit Maulkorb glaubt an den Sprechakt des Jasagens, weil sie an den Zauber gewaltfreier Kommunikation und die Regeln des Fairplay glauben möchte. In einem Universum, in dem gute, vernünftige Menschen das Sagen haben, hat dieser Glaube durchaus seine Berechtigung. In dieser Welt aber, wo sich alles um Macht dreht, wäre es besser, sie glaubte auch an die Strenge logischer Argumentationen. Logik und Rhetorik gehen Hand in Hand: Rhetorik braucht Logik, um glaubwürdig zu erscheinen, etwas zu bewirken, zu überzeugen. Rhetorik ohne Logik ist Demagogie. Die moderne Frau, die in Unkenntnis elementarer logischer Prinzipien lebt, fällt leicht auf rhetorische Tricks herein. Sie wird von jeder Vagheit, jeder Schmeichelei, jeder Drohung so überwältigt, dass sie nur noch ein &#8222;Ja!&#8220; herauspressen kann. Die Frau von heute weiß ganz genau, dass die bestimmte Dinge &#8218;eigentlich&#8216; nicht will, kann aber leider oft die &#8218;Gründe&#8216;  für ihr Nichtwollen nicht benennen. Die Frau, die lieber einen Maulkorb anlegt, als Nein zu sagen, hat in der Regel mit Logik nichts am Hut. Weil sie ihr Nichtwollen nicht begreift, kann sie es nicht begründen, und weil sie es nicht begründen kann, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Ja zu sagen. Logisch!? (S. 99)</p></blockquote>
<p>Auch das Wütendsein und ihm Ausdruck zu verleihen will gelernt sein. Hiermit endet Teil zwei des Buches.</p>
<p>Im letzten Teil befasst sich Frau Reinhard mit den &#8222;Frauen ohne Schnurrbart&#8220;: wie Frauen sich aus der Unmündigkeit befreien, es mit den Männern aufnehmen können und sich ihren eigenen Nonkonformismus kreieren. Die Autorin ruft auf, sich mit Frauen zusammenzuschließen, die es satt haben, ihre gesellschaftlich gewünschte Rolle zu spielen, und mit Männern, die diese Frauen unterstützen wollen und Männer zur Rede stellen, die sich weiterhin in alten Rollenmustern bewegen.</p>
<p>Die letzte Seite ist Miss Piggy gewidmet, das &#8222;Ferkelmädchen&#8220; aus einfachen Verhältnissen, herangewachsen zu einem feministischen Schwein mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein.</p>
<blockquote><p><strong>Bemitleidet euch nicht selbst, Mädels. Liebt euch selbst und die Welt wird euch lieben. Und wenn ihr euch nicht lieben könnt, dann liebt erstmal mich und macht von da aus weiter.<br />
(MISS PIGGY)</strong></p></blockquote>
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		<title>Retro-Weibchen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kora]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2015 19:37:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Erwerbsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Hausfrau]]></category>
		<category><![CDATA[Internationaler Frauentag]]></category>
		<category><![CDATA[Weltfrauentag]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach langer Zeit mal wieder ein feministischer Buchtipp von mir. Ich lese viel auf diesem Gebiet und kann euch berichten: es gibt leicht verdauliche und schwer verdauliche Literatur zu diesem Thema. Folgendes Werk gehört eher zu den leicht verdaulichen, was nicht heißt, dass es keine kritischen Worte findet. Der Schreibstil ist nur etwas unterhaltsamer und weniger wissenschaftlich. Ich erhoffe mir von dieser Art von Büchern, dass sie auch Frauen in die Hände fallen, bei denen das Wort Feminismus noch immer negative Assoziationen hervorruft und die durch das Lesen eines besseren belehrt werden (können). Der Titel lautet &#8222;Schneewittchen-Fieber : warum der Feminismus auf die Schnauze gefallen ist und uns das Retro-Weibchen beschert hat&#8220; und ist geschrieben von der Österreicherin Angelika Hager. Aufmerksam geworden auf das Buch bin ich über die Tageszeitung der freitag, der Frau Hager ein sehr unterhaltsames Interview zu ihrem neuen Buch gegeben hat. Wie bereits erwähnt: es lässt sich flüssig lesen, aber es ist der Autorin anzumerken, in welchem Beruf sie tätig ist. Gleiche Erfahrungen hatte ich bereits bei Basha Mika, die ebenfalls Journalistin ist. Das Buch ist im Prinzip eine Aneinanderreihung von Anekdoten, Themen werden von der Autorin angerissen, aber leider nicht vertieft, teilweise werden aufgestellte Thesen mit statistischem Datenmaterial unterfüttert. Im Namen des Internationalen Frauentages: Macht euch selbst ein Bild und lest es bitte! Als kleinen Vorgeschmack gibt es folgend meine Lieblingsstellen aus dem Werk: Eine meiner ewigen Lieblingsschauspielerinnen ist Katharine Hepburn. Sie lebte nach dem Motto: &#8222;Wenn man immer das tut, was man will, hat man es am Ende wenigstens einer Person recht gemacht: sich selbst.&#8220; Halsstarrig widersetzte sie sich dem Konzept der konzessionsbereiten Diven, der Traumfabrik in der Rolle der Modelliermasse zu dienen. [&#8230;] &#8222;Ich will kein Gesicht&#8220;, sagte sie, &#8222;das aussieht, als ob es von der Druckmaschine einer Briefmarken-Produktion gerollt wäre.&#8220; [&#8230;] Hepburn wurde von der Presse und der Industrie als &#8222;flachbrüstige Vogelscheuche&#8220; geschimpft oder &#8222;Amazone&#8220; genannt, was im damaligen Wertesystem alles andere als eine Respetbezeugung war. [&#8230;] Am Ende ihre Lebens hatte sie am Tor ihres Anwesens das Schild &#8222;Please go away&#8220; baumeln. Aber sie hatte es sich selbst recht gemacht. Auf ihren Grabstein ließ sie den stolzen Satz &#8222;Exit Glamour&#8220; meißeln. (S. 24-26) Im britischen &#8222;Guardian&#8220; unkte anlässlich des Vatertages 2014 die Kolumnistin Jessica Valenti völlig zu Recht: &#8222;Hört doch endlich auf, Vollzeitvätern dafür zu gratulieren, dass sie ihren Job wahrnehmen.&#8220; Ich kenn genau zwei Männer in meinem durchaus links-liberal-feministisch geschulten Bekannten- und Freundeskreis, die nach der Trennung von den Müttern ihrer Kinder &#8222;fulltime&#8220; versorgt haben. Laut Valenti befindet sich das Verhältnis von Vollzeit-Müttern zu ebensolchen Vätern in Großbritannien bei einem Schlüssel von 5:1. Die Motivation eines Mannes, die Versorgung der Kinder zu übernehmen, ist laut einer Statistik der Pew Foundation zu fast einem Viertel durch Arbeitslosigkeit und Zeit für Jobsuche begründet. 35 Prozent der Fulltime-Daddys sind invalid, krank oder sonst irgendwie behindert. Nur 21 Prozent der befragten Ganztags-Väter zermatschen freiwillig und ohne anderweitige Begründung mittags das Bananen-Breichen. (S. 45-46) &#8222;Der Ball des Feminismus rollte lange mit voller Geschwindigkeit&#8220;, mailte mir die Konzept- und Fotokünstlerin Suzanne Heintz, &#8222;aber jetzt scheint die Pausetaste gedrückt zu sein. Ich begreife nicht, dass Frauen nach all ihren Kämpfen wirklich aufgegeben haben, vehement die gleichen Rechte einzufordern. Ich verstehe auch die Angst nicht, dass einen die Forderung nach gleichen Rechten unweiblich machen könnte oder zu einer militanten Extremisten-Langeweilerin, mit der niemand auf Partys sprechen möchte.&#8220; [&#8230;] Die jungen Retro-Frauen scheinen über diese Kluft zwischen den Welten nicht mehr länger grübeln zu wollen. Sie tragen lustige Jugend-bastelt-Designerklamotten und schlürfen Smoothies, die von Obstbäumen stammen, deren Vornamen sie kannten. Es ist für sie wieder durchaus gesellschaftsfähig, sich für mehrere Jahre aus dem Erwerbsleben zu klinken, nachdem sie sich fortgepflanzt haben. Mann und Familien stehen auf der Erledigungsliste, mit dem Arbeitstitel &#8222;Glück/Selbstverwirklichung etc.&#8220;, ganz oben. Kommt es dann doch irgendwann zu beruflichen Wiedereinstiegsszenarien, dann haben die oft mehr den Geruch von Beschäftigungstherapie. Da werden Kinderbücher illustriert oder Pasteten-Werkstätten eröffnet. [&#8230;] (S. 47-48) [&#8230;] als 2011 die Ergebnisse des &#8222;Familienmonitor&#8220; publik wurden. 800 Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren waren im Rahmen einer Studie des Familien- und Jugendministeriums zu ihrer Einstellung zu den Themen Familie, Kinder und Beruf befragt worden. Das wohl spektakulärste Ereignis der Studie, das ihren Leiter Peter Filzmaier selbst überraschte, lautete: Mehr als die Hälfte der befragten Mädchen und Frauen zwischen 14 und 24 Jahren konnten sich vorstellen, der Familie zuliebe auf eine Karriere zu verzichten. 55 Prozent bejahten die Aussage: &#8222;Wenn mein Partner so viel verdienst, dass unser Lebensunterhalt gesichtert ist, möchte ich Hausfrau sein.&#8220; [&#8230;] (S. 66-67) Die Studienabsolventin, die sich dem Arbeitsmarkt zugunsten ihrer Mutterschaft und aufgrund der schlechteren Betreuungsangebote freiwillig entzieht, ist eine statistisch belegbare Tatsache. Obwohl jährlich deutlich mehr Frauen als Männer in Österreich maturieren, sprich das Abitur machen, und auch an den Universitäten ihre Studien schneller und mit besseren Noten abschließen, hat das auf dem Arbeitsmarkt alles andere als positive Konsequenzen. &#8222;Frauen geben vermehrt an, dass sie ihr Studium einfach ausprobieren wollten&#8220;, so der Soziologe Martin Unger, der als Experte für die Chancengleichheit im Bildungswesen gilt, &#8222;wobei Männer schon neben dem Studium zusätzlich intensiver arbeiten und auch mit mehr Ansehen und einem höheren Einkommen rechnen.&#8220; Was die Evolutionsbiologie sich vor geschätzten Zehntausenden Jahren ausgedacht hat, ist offensichtlich noch immer fest im Verhaltenskodex zementiert. Die Geburt der Hausfrau setzt die US-Anthropologin Helen Fisher mit dem &#8222;Beginn von Ackerbau und Sesshaftigkeit&#8220; an: &#8222;Zu diesem Zeitpunkt entstand auch die Gesellschaftsstruktur des Patriarchats; im Nomadendasein war die Menschheit nämlich noch gleichberechtigt organisiert.&#8220; (S. 75-76) &#8222;Sehen wir es so&#8220;, erklärt die einstige Hardcore-Feministin Erica Jong, als ich sie nach einem Wegweiser im aktuellen Gender-Diskurs befrage, &#8222;der Mann ist heute verletzt und frustriert. Wie wir Frauen auch. Man kann ihm nur folgenden wohlwollenden Rat geben: Wer jetzt noch an den alten Männlichkeitsidealen festhält, wird sich zu Recht impotent fühlen.&#8220; (S. 131) [&#8230;] Ich finde Frauen, die freiwillig aus dem Erwerbskreislauf aussteigen, egal ob aus Überzeugung oder Bequemlichkeit, und sich in finanzielle Abhängigkeit begeben, langweilig. Und traurig. Raus aus dem gläsernen Sarg. Auch wenn es dort schön warm und gemütlich ist. Und runter mit dem Schneewittchenfieber. [&#8230;] (S. 204) &#160; &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach langer Zeit mal wieder ein feministischer Buchtipp von mir. Ich lese viel auf diesem Gebiet und kann euch berichten: es gibt leicht verdauliche und schwer verdauliche Literatur zu diesem Thema.</p>
<p>Folgendes Werk gehört eher zu den leicht verdaulichen, was nicht heißt, dass es keine kritischen Worte findet. Der Schreibstil ist nur etwas unterhaltsamer und weniger wissenschaftlich. Ich erhoffe mir von dieser Art von Büchern, dass sie auch Frauen in die Hände fallen, bei denen das Wort <em>Feminismus </em>noch immer negative Assoziationen hervorruft und die durch das Lesen eines besseren belehrt werden (können).</p>
<p><a href="https://dekorinnadeln.de/wp-content/uploads/2015/02/Schneewittchen-Fieber-Warum-der-Feminismus-auf-die-Schnauze-gefallen-ist-und-uns-das-Retro-Weibchen-9783218009287_xl.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1010" src="https://dekorinnadeln.de/wp-content/uploads/2015/02/Schneewittchen-Fieber-Warum-der-Feminismus-auf-die-Schnauze-gefallen-ist-und-uns-das-Retro-Weibchen-9783218009287_xl.jpg" alt="Schneewittchen-Fieber--Warum-der-Feminismus-auf-die-Schnauze-gefallen-ist-und-uns-das-Retro-Weibchen-9783218009287_xl" width="190" height="302" srcset="https://dekorinnadeln.de/wp-content/uploads/2015/02/Schneewittchen-Fieber-Warum-der-Feminismus-auf-die-Schnauze-gefallen-ist-und-uns-das-Retro-Weibchen-9783218009287_xl.jpg 190w, https://dekorinnadeln.de/wp-content/uploads/2015/02/Schneewittchen-Fieber-Warum-der-Feminismus-auf-die-Schnauze-gefallen-ist-und-uns-das-Retro-Weibchen-9783218009287_xl-189x300.jpg 189w" sizes="(max-width: 190px) 100vw, 190px" /></a></p>
<p>Der Titel lautet &#8222;Schneewittchen-Fieber : warum der Feminismus auf die Schnauze gefallen ist und uns das Retro-Weibchen beschert hat&#8220; und ist geschrieben von der Österreicherin Angelika Hager. Aufmerksam geworden auf das Buch bin ich über die Tageszeitung <a title="Der Frust beginnt beim Job" href="https://www.freitag.de/autoren/katja-kullmann/der-frust-beginnt-beim-job" target="_blank">der freitag</a>, der Frau Hager ein sehr unterhaltsames Interview zu ihrem neuen Buch gegeben hat.<br />
Wie bereits erwähnt: es lässt sich flüssig lesen, aber es ist der Autorin anzumerken, in welchem Beruf sie tätig ist. Gleiche Erfahrungen hatte ich bereits bei <a title="Die Feigheit der Frauen" href="http://www.perlentaucher.de/buch/bascha-mika/die-feigheit-der-frauen.html" target="_blank">Basha Mika</a>, die ebenfalls Journalistin ist. Das Buch ist im Prinzip eine Aneinanderreihung von Anekdoten, Themen werden von der Autorin angerissen, aber leider nicht vertieft, teilweise werden aufgestellte Thesen mit statistischem Datenmaterial unterfüttert.</p>
<p>Im Namen des Internationalen Frauentages: Macht euch selbst ein Bild und lest es bitte!</p>
<p><span id="more-1014"></span></p>
<p>Als kleinen Vorgeschmack gibt es folgend meine Lieblingsstellen aus dem Werk:</p>
<blockquote><p>Eine meiner ewigen Lieblingsschauspielerinnen ist Katharine Hepburn. Sie lebte nach dem Motto: &#8222;Wenn man immer das tut, was man will, hat man es am Ende wenigstens einer Person recht gemacht: sich selbst.&#8220; Halsstarrig widersetzte sie sich dem Konzept der konzessionsbereiten Diven, der Traumfabrik in der Rolle der Modelliermasse zu dienen. [&#8230;] &#8222;Ich will kein Gesicht&#8220;, sagte sie, &#8222;das aussieht, als ob es von der Druckmaschine einer Briefmarken-Produktion gerollt wäre.&#8220; [&#8230;] Hepburn wurde von der Presse und der Industrie als &#8222;flachbrüstige Vogelscheuche&#8220; geschimpft oder &#8222;Amazone&#8220; genannt, was im damaligen Wertesystem alles andere als eine Respetbezeugung war. [&#8230;] Am Ende ihre Lebens hatte sie am Tor ihres Anwesens das Schild &#8222;Please go away&#8220; baumeln. Aber sie hatte es sich selbst recht gemacht. Auf ihren Grabstein ließ sie den stolzen Satz &#8222;Exit Glamour&#8220; meißeln. (S. 24-26)</p>
<p>Im britischen &#8222;Guardian&#8220; unkte anlässlich des Vatertages 2014 die Kolumnistin Jessica Valenti völlig zu Recht: &#8222;Hört doch endlich auf, Vollzeitvätern dafür zu gratulieren, dass sie ihren Job wahrnehmen.&#8220; Ich kenn genau zwei Männer in meinem durchaus links-liberal-feministisch geschulten Bekannten- und Freundeskreis, die nach der Trennung von den Müttern ihrer Kinder &#8222;fulltime&#8220; versorgt haben. Laut Valenti befindet sich das Verhältnis von Vollzeit-Müttern zu ebensolchen Vätern in Großbritannien bei einem Schlüssel von 5:1. Die Motivation eines Mannes, die Versorgung der Kinder zu übernehmen, ist laut einer Statistik der Pew Foundation zu fast einem Viertel durch Arbeitslosigkeit und Zeit für Jobsuche begründet. 35 Prozent der Fulltime-Daddys sind invalid, krank oder sonst irgendwie behindert. Nur 21 Prozent der befragten Ganztags-Väter zermatschen freiwillig und ohne anderweitige Begründung mittags das Bananen-Breichen. (S. 45-46)</p>
<p>&#8222;Der Ball des Feminismus rollte lange mit voller Geschwindigkeit&#8220;, mailte mir die Konzept- und Fotokünstlerin Suzanne Heintz, &#8222;aber jetzt scheint die Pausetaste gedrückt zu sein. Ich begreife nicht, dass Frauen nach all ihren Kämpfen wirklich aufgegeben haben, vehement die gleichen Rechte einzufordern. Ich verstehe auch die Angst nicht, dass einen die Forderung nach gleichen Rechten unweiblich machen könnte oder zu einer militanten Extremisten-Langeweilerin, mit der niemand auf Partys sprechen möchte.&#8220; [&#8230;] Die jungen Retro-Frauen scheinen über diese Kluft zwischen den Welten nicht mehr länger grübeln zu wollen. Sie tragen lustige Jugend-bastelt-Designerklamotten und schlürfen Smoothies, die von Obstbäumen stammen, deren Vornamen sie kannten. Es ist für sie wieder durchaus gesellschaftsfähig, sich für mehrere Jahre aus dem Erwerbsleben zu klinken, nachdem sie sich fortgepflanzt haben. Mann und Familien stehen auf der Erledigungsliste, mit dem Arbeitstitel &#8222;Glück/Selbstverwirklichung etc.&#8220;, ganz oben. Kommt es dann doch irgendwann zu beruflichen Wiedereinstiegsszenarien, dann haben die oft mehr den Geruch von Beschäftigungstherapie. Da werden Kinderbücher illustriert oder Pasteten-Werkstätten eröffnet. [&#8230;] (S. 47-48)</p>
<p>[&#8230;] als 2011 die Ergebnisse des &#8222;Familienmonitor&#8220; publik wurden. 800 Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren waren im Rahmen einer Studie des Familien- und Jugendministeriums zu ihrer Einstellung zu den Themen Familie, Kinder und Beruf befragt worden. Das wohl spektakulärste Ereignis der Studie, das ihren Leiter Peter Filzmaier selbst überraschte, lautete: Mehr als die Hälfte der befragten Mädchen und Frauen zwischen 14 und 24 Jahren konnten sich vorstellen, der Familie zuliebe auf eine Karriere zu verzichten. 55 Prozent bejahten die Aussage: &#8222;Wenn mein Partner so viel verdienst, dass unser Lebensunterhalt gesichtert ist, möchte ich Hausfrau sein.&#8220; [&#8230;] (S. 66-67)</p>
<p>Die Studienabsolventin, die sich dem Arbeitsmarkt zugunsten ihrer Mutterschaft und aufgrund der schlechteren Betreuungsangebote freiwillig entzieht, ist eine statistisch belegbare Tatsache. Obwohl jährlich deutlich mehr Frauen als Männer in Österreich maturieren, sprich das Abitur machen, und auch an den Universitäten ihre Studien schneller und mit besseren Noten abschließen, hat das auf dem Arbeitsmarkt alles andere als positive Konsequenzen. &#8222;Frauen geben vermehrt an, dass sie ihr Studium einfach ausprobieren wollten&#8220;, so der Soziologe Martin Unger, der als Experte für die Chancengleichheit im Bildungswesen gilt, &#8222;wobei Männer schon neben dem Studium zusätzlich intensiver arbeiten und auch mit mehr Ansehen und einem höheren Einkommen rechnen.&#8220; Was die Evolutionsbiologie sich vor geschätzten Zehntausenden Jahren ausgedacht hat, ist offensichtlich noch immer fest im Verhaltenskodex zementiert. Die Geburt der Hausfrau setzt die US-Anthropologin Helen Fisher mit dem &#8222;Beginn von Ackerbau und Sesshaftigkeit&#8220; an: &#8222;Zu diesem Zeitpunkt entstand auch die Gesellschaftsstruktur des Patriarchats; im Nomadendasein war die Menschheit nämlich noch gleichberechtigt organisiert.&#8220; (S. 75-76)</p>
<p>&#8222;Sehen wir es so&#8220;, erklärt die einstige Hardcore-Feministin Erica Jong, als ich sie nach einem Wegweiser im aktuellen Gender-Diskurs befrage, &#8222;der Mann ist heute verletzt und frustriert. Wie wir Frauen auch. Man kann ihm nur folgenden wohlwollenden Rat geben: Wer jetzt noch an den alten Männlichkeitsidealen festhält, wird sich zu Recht impotent fühlen.&#8220; (S. 131)</p>
<p>[&#8230;] Ich finde Frauen, die freiwillig aus dem Erwerbskreislauf aussteigen, egal ob aus Überzeugung oder Bequemlichkeit, und sich in finanzielle Abhängigkeit begeben, langweilig. Und traurig. Raus aus dem gläsernen Sarg. Auch wenn es dort schön warm und gemütlich ist. Und runter mit dem Schneewittchenfieber. [&#8230;] (S. 204)</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
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<div class="irecommendthis-wrapper"><a href="#" class="irecommendthis irecommendthis-post-1014" data-post-id="1014" data-like="Recommend this" data-unlike="Unrecommend this" aria-label="Recommend this" title="Recommend this"><span class="irecommendthis-count count-zero">0</span> <span class="irecommendthis-suffix"></span></a></div>]]></content:encoded>
					
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		<title>Häkelmützen-Hype</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kora]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Mar 2013 09:10:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterstereotype]]></category>
		<category><![CDATA[Häkelmütze]]></category>
		<category><![CDATA[Handarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Mütze]]></category>
		<category><![CDATA[myboshi]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit einiger Zeit begegnen einem an jeder Ecke diese einfach und in scheußlichen Farben gehäkelten Mützen. Im Speziellen meine ich die Werke der Marke &#8222;myboshi&#8220;. Ich finde Häkelmützen generell nicht schlimm, aber bei diesen genannten Modellen frage ich mich, was sie derart besonders macht, dass alle Welt sie kauft oder nachhäkelt. Vielleicht spielt es eine Rolle, dass zwei Männer sich der Handarbeit gewidmet haben. Da dies leider immer noch ein absolutes Highlight zu sein scheint und Frauen reihenweise zu begeistern sind, sobald ein Kerl die Nadel schwingt, ist der Weg zum Erfolg gesichert. Wenn die Produktidee zwei Frauen gehabt hätten, wäre der Erfolg nicht annähernd so groß gewesen &#8211; dessen bin ich mir ziemlich sicher. Nun denn, ich freue mich über handarbeitende Männer. Aber alles im Rahmen: wenn ich mich an die Kreissäge stelle oder die Hilti schwinge, erwarte ich auch nicht, dass die Männer reihenweise vor Ehrfurcht erstarren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einiger Zeit begegnen einem an jeder Ecke diese einfach und in scheußlichen Farben gehäkelten Mützen. Im Speziellen meine ich die Werke der Marke &#8222;myboshi&#8220;. Ich finde Häkelmützen generell nicht schlimm, aber bei diesen genannten Modellen frage ich mich, was sie derart besonders macht, dass alle Welt sie kauft oder nachhäkelt. Vielleicht spielt es eine Rolle, dass zwei Männer sich der Handarbeit gewidmet haben. Da dies leider immer noch ein absolutes Highlight zu sein scheint und Frauen reihenweise zu begeistern sind, sobald ein Kerl die Nadel schwingt, ist der Weg zum Erfolg gesichert.<br />
Wenn die Produktidee zwei Frauen gehabt hätten, wäre der Erfolg nicht annähernd so groß gewesen &#8211; dessen bin ich mir ziemlich sicher.<br />
Nun denn, ich freue mich über handarbeitende Männer. Aber alles im Rahmen: wenn ich mich an die Kreissäge stelle oder die Hilti schwinge, erwarte ich auch nicht, dass die Männer reihenweise vor Ehrfurcht erstarren.</p>
<div class="irecommendthis-wrapper"><a href="#" class="irecommendthis irecommendthis-post-510" data-post-id="510" data-like="Recommend this" data-unlike="Unrecommend this" aria-label="Recommend this" title="Recommend this"><span class="irecommendthis-count count-zero">0</span> <span class="irecommendthis-suffix"></span></a></div>]]></content:encoded>
					
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