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Mottenkiste, Teil 2 – oder: ein Bär auf Reisen

Bei jedem Besuch bei meinen Eltern grabe ich wieder irgendeinen Schatz aus. Teilweise miste ich aus, aber einiges nehme ich erstmal mit nach Hause, häufig, um es dann nach genauer Begutachtung doch zu entsorgen. Mein Blog hilft mir, mich besser von Altem trennen zu können, da ich sie über mein virtuelles Tagebuch konservieren kann. Fotos helfen mir, ich muss die Objekte nicht mehr besitzen.

Als Kind und Jugendliche habe ich diverse Kuscheltiere für mich gestrickt, gehäkelt und genäht. Eines meiner ersten Tiere, einen Hund, habe ich auch in dem riesigen Sack voll Kuscheltiere wiederentdeckt, habe jedoch noch kein Foto gemacht. Zwei wollige bzw. stoffige Wesen habe ich für ein Fotoshooting mitgenommen. Verschenken kann ich sie nicht mehr, dafür riechen sie zu streng nach Keller, und wer weiß, was sich in den Wattekörpern alles angesammelt hat im Laufe der Jahre …

Darf ich euch vorstellen: links im Bild die Maus (eine Anleitung gab es im ersten Teil der Mottenkiste) mit ihrer adretten Kord-Latzhose und dem frechen Karohemd, rechts der Bär, den ich aus einem Heft der lieben Nachbarin meiner Eltern (von der ich noch viele schöne Dinge aufbewahre, ihr erinnert euch). Dieses Heft ist bis heute nicht auffindbar. Die Nachbarin hatte diverse Hefte, meine geliebten 100 Ideen-Hefte, aber das Heft mit Bären-Anleitung ist bis heute unauffindbar. Schade, sehr schade.


Vorletztes Wochenende sind wir mit unserer Freundin bei einem Café auf dem Campus vorbeigelaufen, meine Freundin schlug mir vor, den Bär dort als „Kunstobjekt“ auszusetzen. Letzten Freitag habe ich es getan. Mittlerweile dürfte er schon etwas eingeschneit sein …

Aus der Mottenkiste

Ihr seid es schon gewohnt: von Zeit zu Zeit krame ich meinem Fundus und stelle euch alte Werke von mir vor. Von vielen damaligen Werken habe ich gar keine Fotos, teiweise fallen mir alte Anleitungen in die Hände und ich erinnere mich wieder.

Diese Stoffkuh stammt aus einer alten BRIGITTE. In dem damaligen „kreativ“-Teil ging es um Babysachen. Die Kuh lebte in Gesellschaft von Schaf, Huhn, Schwein und Hase in einem gemütlichen Stoffstall. Bis heute habe ich jedoch lediglich die Kuh genäht und kein anderes der Tiere. Erstmalig mit 14 Jahren, als das Heft gerade herauskam, für mein damals neugeborenes Babysitter-Kind, dann Jahre später für das erste Kind eines Schulfreundes.

Ich habe noch einige andere Ideen aus diesem Heft gezogen, beispielsweise auch zwei Modelle an Babyschuhen, u.a. dieses Modell, das ich damals an meine Freundin verschenkte.

Hier noch weitere Anleitungen aus meinem Fundus, aus denen ich als Kind/Jugendliche Tiere nachgestrickt oder -genäht habe.

Holzmännchenfreu(n)de

Dass ich als Kind meine kreative Seite ausleben durfte und darin auch gefördert wurde, habe ich unter anderem der Nachbarin meiner Eltern zu verdanken, mit der ich groß geworden bin, und die mich  – selbst kinderlos – wohl ein wenig wie ihr eigenes Kind ansah. Sie schenkte mir zahlreiche Spielsachen, kleine Unikate, die ich teilweise noch immer habe und/oder in meiner Wohnung anzutreffen sind. Sie hat mir das Filethäkeln und das Patchworken beigebracht. Im Gegenzug erhielt sie von mir ebenfalls viele Geschenke, größtenteils selbstgemacht. Dies haben wir uns bis in mein Erwachsenenalter hinein erhalten, auch wenn der Kontakt weniger geworden ist.

Vor einigen Jahren schenkte ich ihr ein Holzmännchen von etwa 70 cm Größe, das einen Kasten vor sich trägt, und dessen Deckel sich hebt, wenn man die Arme des Männchens nach oben bewegt. In diesem Bauchladen kann man allerlei Dinge verstauen, z.B. Klebeband, Nähgarn, Taschenlampe, Schere, Bleistifte.
Die Bastelidee stammt aus demselben Buch meines Lieblings-Bastelautoren Tilman Michalski, von dem ich bereits den Bau eines Adventsbaums vorgestellt habe. Auf seiner Website stellt er seine Bücher vor und gibt Einblicke in seine zahlreichen Bastelideen. Ein Paradies für große und kleine Menschen, die gerne nach Anleitung basteln und trotzdem viel kreativen Freiraum wünschen.

Leider habe ich kein Foto von dem fertigen Männchen, dass ich euch präsentieren kann. Es gibt leider nur dieses leicht verwackelte, kurz vor der Vollendung – ohne Arme, ohne Bauchladen.
Was ich jedoch weiß: es hat noch immer einen Ehrenplatz im Esszimmer neben meinen anderen selbstgemachten Sachen und wird geschätzt.

Holzmann (2)
Aus: Ute & Tilman Michalski: Basteln (10. Aufl., 1995)

 

Glücksschwein

Meine schweineliebende Kollegin hat wieder Geburtstag – und in diesem Jahr bekommt sie aus alter Tradition wieder ein Schwein geschenkt (und keinen Häkelhasen, wie im letzten Jahr).

Inspiriert durch Erna, meinem geliebten Stoffschwein aus Kindertagen, das ich mir damals selber nähte, formte ich nun an einer leicht veränderten Schweineform mit spitzer zulaufendem Rüssel in einer Größe, bei der mein vorhandendes Füllmaterial noch ausreichen sollte.

Aus Mangel an rosa Stoff (wofür hat man rosa Stoff?) habe ich meinen teuer erworbenen Stoffstreifen mit Jugendstil-ähnlichem Muster angeschnitten. Die Ohrinnenseiten aus einem andersfarbigen Stoff sowie die kleinen plastischen Schweineaugen verleihen dem Tier eine besondere Note.

StoffschweinStoffschwein2