Schlagwort-Archive: Mütze

Schal in senfgelb mit Mütze in senfgelb

Was lange währt … pünktlich zum wirklichen Start der kalten Jahreszeit ist nun auch meine angekündigte Mütze fertig. Den Schal hatte ich bereits vor einigen Wochen fertiggestellt und ihn von Anfang an gerne getragen. Die Wolle hielt, was sie versprach: wärmt, kratzt nicht, macht was her. Und die Farbe ist ein schöner Hingucker an tristen Tagen und zu meinen dunklen Jacken und Mänteln.

Die Mütze habe ich ohne Anleitung gestrickt, was mich auch drei Anläufe gekostet hat, da das Patentmuster stetig versucht, einen auszutricksen, da es Schmalheit vortäuscht und dann mit Weite aus dem Hinterhalt über einen herfällt. Zunächst noch mit Nadeln 6 mit über 100 Maschen, bin ich letztendlich bei Nadel 5 mit 90 Maschen gelandet. Ziel war es, eine Mütze zu erhalten, die locker sitzt und das Fliegen der Haare und Plätten der Frisur im Rahmen hält. Geschafft! Hier ein Aufnahme kurz vorm Zusammennähen.


Das Erstellen ist ganz leicht: die besagten 90 Maschen mit einer kurzen Rundstricknadel Nr. 5 aufnehmen, dann für das Bündchen zunächst 1 M re, 1 M li in Runden stricken (Hinweis: für ein schönes Bild die re M stets verschränkt stricken – habe ich einige Male ausprobiert und bin begeistert von dem Effekt!). Nach ca. 5 cm weiter im Patentmuster stricken. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ich finde die Variante des Maschen-Tiefer-Stechens persönlich am einfachsten und habe sie auch für diese Mütze angewendet. Hierbei strickt man die erste Rd re li im Wechsel, in der 2. Rd sticht man bei jeder re M eine Reihe tiefer und strickt somit eine doppelte Masche ab, in der 3. Rd hingegen strickt man die li M tiefer (eine genaue Anleitung findet ihr hier). Es dauert eine Weile, bis das Strickstück wächst, da man im Prinzip jede Reihe doppelt strickt, aber das Strickbild, das sich ergibt, ist die Mühe wert. Nach insgesamt 25 cm werden immer 2 M re zusammengestrickt, so dass sich die Maschenanzahl halbiert. Den Faden abschneiden, mit einer Nadel durch die restlichen M fädeln, zusammenziehen und vernähen. Wer die Mütze noch etwas länger haben möchte (wegen Haarlänge oder Coolnessfaktor), strickt sie einfach ein Stück länger.

Und so schick sieht beides zusammen aus:

Obst im Herbst

Vorgestern saß ich im Bus, als eine schwedische Familie mit zwei ca. vierjährigen Zwillingstöchtern und einem etwas älteren Sohn zustieg. Die Mädchen trugen jeweils eine Erdbeermütze und eine Heidelbeermütze, wie ich sie vor einem Jahr einer Freundin zur Geburt ihres Kindes geschenkt hatte.
Der Anblick erfreute mich sehr, so dass ich die restliche Fahrt lächelnd dasaß und versuchte, nicht die ganze Zeit zu penetrant hinüberzustarren …

Häkelmützen-Hype

Seit einiger Zeit begegnen einem an jeder Ecke diese einfach und in scheußlichen Farben gehäkelten Mützen. Im Speziellen meine ich die Werke der Marke „myboshi“. Ich finde Häkelmützen generell nicht schlimm, aber bei diesen genannten Modellen frage ich mich, was sie derart besonders macht, dass alle Welt sie kauft oder nachhäkelt. Vielleicht spielt es eine Rolle, dass zwei Männer sich der Handarbeit gewidmet haben. Da dies leider immer noch ein absolutes Highlight zu sein scheint und Frauen reihenweise zu begeistern sind, sobald ein Kerl die Nadel schwingt, ist der Weg zum Erfolg gesichert.
Wenn die Produktidee zwei Frauen gehabt hätten, wäre der Erfolg nicht annähernd so groß gewesen – dessen bin ich mir ziemlich sicher.
Nun denn, ich freue mich über handarbeitende Männer. Aber alles im Rahmen: wenn ich mich an die Kreissäge stelle oder die Hilti schwinge, erwarte ich auch nicht, dass die Männer reihenweise vor Ehrfurcht erstarren.

Freches Früchtchen statt hellblau

Mit meiner langjährigen Freundin, die ich nun zur Geburt ihres ersten Kindes (ein Sohn) mit fruchtigen Farben beglücke, hatte ich vor einiger Zeit ein interessantes Gespräch über geschlechterstereotype Kinderkleidung.
In einem Meer von rosa und hellblauer Kleidung sei es eine Herausforderung, Hosen und Hemden in kräftigen Farben zu bezahlbaren Preisen zu bekommen, erzählte sie mir. Da die Schwangerschaft voranschritt und sie eher dörflich wohnt, ging meine Freundin dazu über, einen Großteil der Kleidung über das Internet zu bestellen. Bei der Lieferung der Ware entpuppten sich viele Teile als horrormäßig, mit Rüschen und hässlichen Motiven. Auf meine Nachfrage, warum sie sich nicht einfach für etwas Neues entscheiden und die bestellten Teile zurückschicken würde, antwortete sie: „Ach ja, dann schicke ich ein hässliches Teil zurück und bekomme statt dessen ein anderes Hässliches!“. Wie nervig!

Wenn man nun das Glück hat und schöne, geschlechterneutrale Farben für den Nachwuchs gefunden hat, scheint alles in bester Ordnung. Doch bei machen fangen die Probleme jetzt erst richtig an …
Eine Bekannte erzählte nach der Geburt ihrer Tochter, sie sei von einer Frau im Fahrstuhl angegiftet worden, da diese das Geschlecht des Kindes nicht auf den ersten Blick erkennen konnte. Man könne seinem Kind doch keine grüne Kleidung anziehen, da das Geschlecht so nicht eindeutig erkennbar sei. Unverschämtheit!

Ich hoffe für meine Freundin, dass ihr keine giftigen alten Frauen und Männer aufwarten, die sie mit ihren eingefahrenen Denkweisen belästigen. Freche Früchtchen können schließlich Söhne und Töchter sein …

Anleitung für Erdbeermütze über DROPS Design in leicht abgewandelter Form, Schuhe aus BRIGITTE kreativ (Garn: Lana Grossa Cool Wool Merino Big)

Für alle, die sich mehr mit diesem Thema auseinandersetzen möchten, empfehle ich wärmstens das Buch der Erzieherin und Sexualpädagogin Melitta Walter „Jungen sind anders, Mädchen auch : den Blick schärfen für eine geschlechtergerechte Erziehung“. Sehr praxisorientiert und kurzweilig ist es bestens geeignet für Menschen, die sich dem Thema bislang noch nicht genähert haben.