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Herausforderung und geplante Überraschung, Teil 2

Langsam wächst der Pullover und nimmt Form an. Das Muster ist interessant und abwechslungsreich, mittlerweile muss ich mich nicht mehr so sehr konzentrieren wie am Anfang, aber es dauert doch seine Zeit. Nebenbei habe ich die Romane von Simon Beckett entdeckt, die ich nun dazu höre. Insgesamt habe ich schon vier Lesungen hinter mir, ihr könnt euch entsprechend ausmalen, wie lange ich bereits an dem guten Stück stricke.

Das Vorderteil ist fertig, gespannt und mit dem Rückenteil vernäht.

So sieht es bei einer ersten Anprobe aus. Sehr auf Körper geschnitten, aber sitzt so, wie ich es mir vorgestellt habe :)

Bei der Erstellung der Ärmel wende ich nun den alten Trick an: zusammen auf einer Nadel stricken. Macht zwar zwischendurch etwas kirre, aber hat den Vorteil, dass man alle Zunahmen nur einmal machen muss und – falls die Wolle nicht reicht, wir kennen die Gefahr – hat man die Chance, dass ein abweichender Farbton nicht so stark auffällt.

Herausforderung und geplante Überraschung

Zunächst einmal allen Lieben da draußen nachträgliche Weihnachtsgrüße.


Nach angenehmen Festtagen, bei denen – wie ihr seht – der neue Tischläufer zum ersten Mal aufgelegt wurde, ziehe ich mich nun in meine jährliche Eremitenhöhle zurück. Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr laden mich immer dazu ein, zur Ruhe zu kommen und mir strickenderweise und einem guten Hörbuch auf den Ohren die Zeit zu versüßen. In diesem Jahr ist es passenderweise „Shining“ von Steven King – weitgehend abgekapselt von der Außenwelt, nur ohne Schnee.
Auch die guten Ideen kommen nur in diesen Zeiten der Ruhe. Im Alltag ist mir das oft gar nicht möglich, da zu viele Eindrücke von außen kommen, und ich eingebunden bin.

Aber was bedeutet nun die „geplante Überraschung“ in der Überschrift?

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Wenn Enthusiasmus große Kleidergrößen hervorbringt

Es geht auch umgekehrt. Jawoll!

Ich schwöre euch, dies war mein letzter Männerpullover. Ich habe einfach kein Händchen dafür. Sie geraten mir immer aus der Form, auch wenn ich brav eine Maschenprobe angefertigt habe, die Maße mit den Pullovern im Schrank abgeglichen habe und zwischendurch auch immer nachmesse. Es soll wohl nicht so sein.

Ein wunderschönes Modell aus gutem (und bezahlbarem) Garn, mit einem schlichten Muster und einem weiten Kragen. Alle Voraussetzungen waren erfüllt, nur leider hatte ich drei Dinge unterschätzt:

  • das Stricken auf der Rundstricknadel zieht das Strickstück doch immer sehr zusammen
  • das Alternativgarn mit knapp 50 % Baumwolle hängt sich in der Größe mehr aus als man denkt
  • bei Raglan von unten gestrickt hat man ab einem gewissen Zeitpunkt wenig Einfluss auf die Länge des Rumpfes und der Arme

Ergo ist alles etwas aus der Form geraten: der arme Mann sah aus, als sei er in einen Kartoffelsack geschlüpft. Ende vom Lied war Frust bei beiden (bei der Schenkerin das schlechte Ergebnis trotz des Aufwandes und bei dem Beschenkten das schlechte Gewissen, dass der Pullover nicht tragbar ist).
Nun kommt das gute Stück für eine Trostrunde bei 40° in die Maschine und wenn sich dadurch nichts ändert, muss es einen neuen Besitzer finden.

Ich trauere um den schönen Pullover, deshalb gibt es an dieser Stelle nur ein Schwarz-weiß-Foto.

Männerpullover