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Marktimpressionen

Die Arbeit hat sich voll und ganz gelohnt. Nach letzten Vorbereitungen, einer Vorabbesichtigung des Marktstandortes mit Tischaufbau, hatten wir heute erfolgreiche vier Stunden Verkauf mit vielen bekannten Gesichtern, netten Gesprächen und guter Resonanz.
Unser Stand hatte die perfekte Lage: 2. Stock (hell durch die Verglasung), auf dem Flur (bessere Luft als im Innenraum) und jede Menge Laufkundschaft, die sich auf dem Hinweg überlegten, ob sie Produkte kaufen wollten und sich dann auf dem Rückweg meist höchst spendabel zeigten.
Die Schnecken kamen gut an beim Publikum, auch die Mützen. Den Anleitungen, die mich sehr viel Zeit und Mühe gekostet hatten (inklusive der Besorgung des Verpackungsmaterials!), wurde hingegen nur wenig Beachtung geschenkt.
Der Nachmittag hat mir große Freude bereitet, und ich hoffe, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu können!

Hinter den Kulissen (Teil 2)

Die Hütte brennt:

  • die Nähmaschine surrte am Wochenende so lange, bis das dunkle Nähgarn alle war, auch das Bügeleisen dampfte stetig
  • die Bühne für die Schnecken ist fertig – durch das Kürzen der Holzstäbe sind nun nur noch die Köpfe sichtbar
  • nach einer gestrigen Odyssee durch das abendliche St. Georg bin ich nun stolze Besitzerin von 100 harterkämpften Flachbeuteln (ja, so heißen die!)
  • mit dem neuen Garn aus dem Nähmaschinenladen der Langen Reihe geht es heute abend und morgen früh weiter

Es folgen die Beweisfotos …

Taschenvorbereitung

SchneckenmitBühne

 

DIY-Blogs – heile Welt?

Blogs, die Selbstgemachtes/im-Heim-Selbsterstelltes zum Thema haben, sollten aus meiner Sicht kritisch unter die Lupe genommen werden, ob sich dahinter eine Heile-Welt-ich-bin-Zuhause-und-bastele-den-ganzen-Tag-und-mache-die-Wohnung-schön versteckt oder ein einfaches ich-habe-einfach-Freude-am-Selbermachen-und-entspanne-mich-dabei. Obwohl Stricken, Häkeln & Co. extrem retro ist, hat es in seiner Urform immer etwas Hausbackenes. Dies ist zunächst nicht schlimm, da sich jedoch gesellschaftlich leider ebenfalls ein Retro-Trend bemerkbar macht, was Familie und Beruf angeht, sind viele Blogs eher kontraproduktiv und transportieren ein althergebrachtes Bild von Frauen, die sich ganz dem Heim widmen, strahlende Kinder um sich versammeln (alle selbstverständlich von Kopf bis Fuß in selbstgenähter Kleidung) und – sofern sie erwerbstätig sind – auch dies auf wundervolle Weise in ihren Alltag integrieren können. Ich selbst bin kinderlos, habe eine volle Stelle, stelle selber gerne schöne Dinge her, fühle mich jedoch beim Besuchen vieler Blogs fast unter Druck gesetzt beim Anblick der Fülle der Ideen. Teilweise wird ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit dargestellt. Natürlich ist es schön, wenn man kreativ ist, aber müssen sich Frauen, die viel Zeit darauf verwenden, schöne Dinge herzustellen, sich gegenseitig versuchen zu überbieten? Die Produkte, die Fotos werden immer perfekter.
Als Feministin tröste ich mich, euch auf meinem Blog auch Holzprodukte vorstellen zu können. Ohne dies wäre es doch etwas einseitig und zu geschlechterstereotyp.

Angeregt, mir einmal wieder über dieses Thema Gedanken zu machen und einen selbstkritischen Blick zu wagen, wurde ich durch den Artikel „Immer das gleiche Strickmuster“ aus der letzten Ausgabe der Zeitung „der freitag“, die eine Seite ihrer Ausgabe jeweils dem Thema Gender widmet. Bildet euch eure eigene Meinung. Ich bin gespannt!