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Sandkastenfreundin

Mit den Sandkastenfreundschaften ist es so eine Sachen. Entweder schafft man es, ein Leben lang befreundet zu sein, oder zumindest den Kontakt zu halten. Manchmal verliert man sich aus den Augen und sieht sich nie wieder. Oder man begegnet sich nach Jahren wieder und merkt dann, dass es nicht mehr passt (und auch häufig der Grund dafür ist, warum man damals auseinandergegangen ist).

Bei mir ist Letzteres in den letzten Jahren zwei-, dreimal passiert. Schade, aber eine klare Sache. Mit Ende 20 habe ich viele Kontakte wieder neu aufleben lassen und geschaut, was sich entwickelt. Nach einigen Treffen war dann klar, ob man über die gemeinsame Zeit hinweg auch andere Themen hat, die einen möglicherweise verbinden können.
Einfacher ist es aus meiner Sicht mit Freundinnen, die man später kennengelernt hat, meist in der Zeit der Pubertät, da man sich in dieser Zeit in eine Richtung entwickelt und Gleichgesinnte sucht.

Eine meiner wenigen Sandkastenfreundinnen ist vor kurzem Mutter geworden. Sie wohnte damals mit in unserer Straße und zog mit ihren Eltern weg, als wir acht Jahre alt waren. Wir habe viel zusammen gemacht. Wenn ich an sie denke, sehe ich viele Stunden Spielen im Freien, zwischen Johannisbeerbüschen, auf dem Fahrrad, im Wald. An verregneten Tagen bei Hörspielen im Zimmer, beim Basteln und Malen. Trotz des Umzugs blieben wir in Kontakt, mit 13 Jahren landeten wir wieder zusammen auf einer gemeinsamen Schule. Auch der Kontakt unserer Eltern verhinderte, dass wir auseinandergingen. Wir machten mit einem Jahr Abstand Abitur und zogen dann in unterschiedliche Richtungen – ich nach Hamburg, sie nach Bremen. Und auch damals telefonierten wir noch gelegentlich. Über meine Mutter erfuhr ich immer, wie es ihr geht. Ich denke auch jedes Jahr an ihren Geburtstag im Dezember, trotzdem habe ich nie wieder einen aktiven Versucht unternommen, wieder Kontakt zu ihr aufzunehmen.

Bis heute. Ich habe ein Päckchen für ihre Tochter zusammengestellt: ein Häkelhasen, den ich schon einmal verschenkt habe und ein Paar Schuhe nach einer neuen Anleitung.

Ich bin gespannt, ob ich etwas von ihr höre …

Mädchen, Mädchen, Mädchen

Schon wieder wurde vor kurzem ein Kind in meinem Freundeskreis zur Welt gebracht – und wieder ein Mädchen. Wie schön!
Da ich schon einmal in meinem Blog über geschlechtsneutrale Kinderkleidung geschrieben habe, möchte ich mich nicht wiederholen und euch gar langweilen. Ich finde das Thema jedoch nach wie vor aktuell.
Gestern sprach ich mit der Mutter der kürzlich geborenen Tochter. Sie war glücklich, dass sie nur wenige rosafarbene Kleidungsstücke zur Geburt geschenkt bekommen hatte, da sie das Geschlecht ihres Kindes bis zu dem Zeitpunkt, wo sie es in den Armen hielt, nicht wusste (und auch nicht vorher wissen wollte). Aus der Verlegenheit heraus waren nun alle Schenkfreudigen um sie herum „gezwungen“, geschlechtsneutrale Farben zu wählen.
Und prompt wurde meine Freundin vor einigen Tagen darauf angesprochen, als sie ihrer Tochter ein blau-weiß gestreiftes Kleidungsstück anzog (das Kind ist noch nicht einmal einen Monat alt!).
Zu diesem Thema ein interessanter Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen im letzten Jahr erschienen. Das erwähnte Buch von Lise Eliot habe ich selbst gelesen und kann es wärmstens empfehlen. Es räumt mit Vorurteilen aller Art gründlich auf!

Auch ich habe es bei meinem Geschenk wie üblich mit den Farben gehalten, habe sogar die Farbe blau gewählt, um die Menschheit völlig zu verwirren. Seht selbst …

(Anleitung Babyschuhe: Brigitte 2/94, Babylätzchen: Living at Home)