Archiv der Kategorie: Wolliges

alles aus Wolle

Die Mühe hat sich gelohnt

Nach knapp vier Wochen habe ich nun meinen Folklore-Pullover „umgestrickt“. Die Mühe hat sich wirklich gelohnt, zwischendurch hatte ich ernsthafte Bedenken, ob ich nicht einen großen Fehler begangen habe. Dank der kleineren Größenauswahl und der ebenfalls kleineren Nadeln schmiegen sich die Bündchen nun wunderbar an und leiern nicht herum. MeIn Strickstück sieht nun so aus wie auf dem Foto in der Rebecca.

P.S. Für alle, die an dieser Stelle einsteigen: die Strickschrift für das Lochmuster in der Anleitung enthält einen Fehler, der zu Irritationen führte, da die Maschenanzahl nicht aufging, aber leicht behoben werden kann.

Quelle: rebecca online (nicht mehr verfügbar)
Quelle: www.rebecca=online.de (nicht mehr verfügbar)

Wahnsinn

Ich habe mir in den letzten Jahren angewöhnt, Dinge, die mich an Kleidungsstücken stören, zeitnah zu beheben. Dies kann für Außenstehende manchmal leicht wahnsinnig wirken, da es manchmal damit einhergeht, Werke komplett wieder zu zerstören, bevor man sie neu erstellen kann.

In Dänemark hatte ich meinen im letzten Jahr fertiggestellten, recht aufwändigen, folkloristisch angehauchten Kurzarmpullover wieder mit dabei. Bereits bei der Fertigung wirkte er etwas zu groß. Ich musste mich damals zwischen den größen 36/38 und 40/42 entscheiden, und wählte die größere Größe. Überdies arbeitete ich mit einem Ersatzgarn, was in der Regel auch zu leichten Abweichungen führen kann.
Dieses Gefühl besserte sich nicht beim Tragen, schon gar nicht nach dem ersten Waschen, das mit einer zusätzlichen Weitung einherging.

Zu Hause angekommen, kramte ich die Anleitung hervor, checkte die Maße und andere Eckdaten wie Nadelstärke und Verbrauch, und entschloss dann kurzerhand, den Pullover noch einmal zu stricken, diesmal in Größe 36/38 und jeweils einer halben Nadelstärke kleiner.
Ich gehe dabei sukzessive vor, indem ich zunächst das Rückenteil aufgeribbelt habe, mir die einzelnen Knäule in der richtigen Reihenfolge zurecht gelegt habe, damit ich nicht am Ende diverse Knäule habe, die ich später nicht mehr zuordnen kann.

IMG_1023

Das Rückenteil ist nun fertiggestellt (rechts), im Vergleich das noch bestehende alte Vorderteil (links). Man kann den Größenunterschied ganz gut sehen (Spannen und Weiten durch Körperwärme nicht mit einberechnet).

Kurzarmpullover_alt_neu

Nun geht es an das Vorderteil. Dann werde ich, bevor ich mich an die Ärmel mache, das Stück probetragen. Und mich hoffentlich freuen.

Hyggelig og kreativt

Die obligatorischen Dänemark-Wochen vergingen wieder wie im Flug.
Losgelöst von Zeit und Raum fand ich wieder einmal die Muße, die ich das Jahr über häufig vermisse. Im hohen Norden kann ich die Seele baumeln lassen und Energie tanken.

Rubjerg Knude

Wie immer hatte ich die wichtigsten Dinge dabei: Bücher und Wolle. Das Haus verfügte nicht über WLAN, was mein Herz bereits bei der Buchung höher schlagen ließ. Zwei Wochen kein Internet, nur ein Handy dabei — für Notfälle.
Mein Liebster überrascht mich überdies mit einer Riesenmenge an Puzzleteilen, da ich im letzten Dänemark-Urlaub so hingebungsvoll gepuzzlet hatte, und er den Eindruck hatte, dies könne meine Entspannung noch mehr fördern.

Gesagt, getan — ich tobte mich so richtig aus:

  • vier Ravensburger-Puzzle mit ingesamt 3995 Teilen (beim letzten fehlten fünf Teile) wurden von mir zusammengefügt, dabei hörte ich

Puzzle_OstseePuzzle_Abendmahl

  • drei Hörbücher (Vier Arten, die Liebe zu vergessen von Thommie Bayer, Angst vorm Sterben von Erica Jong und Immer noch New York von Lily Brett).
  • Dank meiner Freundin johannamaria kam ich eine Woche vor meinem Urlaub in den Besitz von alten Ausgaben der DIE NEUE MASCHE. Ich entschied mich für ein einfaches Modell, das schnell zu stricken ist, keine Experimente im Urlaub, zumal die Licht- und Wetterverhältnisse immer nicht vorab klar sind. Ein Longpullover aus einem Woll-/Acrylmix mit Fledermausärmeln in den Farben blau/rot. Das Rückenteil konnte ich vollenden.

Fledermauspullover

  • Last but not least die geliebten Bücher, von denen ich aufgrund der hohen „Arbeitsdichte“ an anderen o.g. Freizeitvergnügen weniger las, als ich mir vorgenommen hatte. Angelesen mit in den hohen Norden nahm ich Wo steckst du, Bernadette? von Maria Semple, es folgten Sommer wie Winter von Judith Taschler, Liebe mit zwei Unbekannten von Antoine Laurain. Mit dem Titel Im Labyrinth der Nacht fuhr ich zur Hälfte gelesen wieder gen Heimat.

Mit so viel freier Zeit komme ich manchmal auf gute Gedanken, was man handarbeitlich / -werklich noch so anstellen kann, nicht alle münden jedoch in wirklich klugen Bahnen (Stichwort Sisyphos). Ergebnisberichte derer Art folgen.

Schwarz-weiße Gebilde

Derzeit bleibe ich meinem mercerisierten Baumwollgarn in den Farben schwarz und weiß treu [„Mille fili“ von Wolle Rödel, Ll 130 m/50 g]. Dies ist zum einen dem Umstand geschuldet, dass mein einziges offenes Wollprojekt das Stricken eines Sommertops aus einem Gruselgarn ist, das sich wie Paketband stricken lässt, jedoch durch den hohen Seidenanteil wenig Widerstand gibt ergo mir ständig aus den Fingern glitscht. Zum anderen habe ich das Häkeln wiederentdeckt. Geliebt habe ich es immer, es hat jedoch leider häufig den Charme von Altbackenem, gerade wenn es um Kleidung geht, aber auch Wohnaccesoires bleiben nicht immer verschont. Doch dank Molla Mills, die ich bereits des öfteren erwähnte, und die neuen Schwung aus Finnland in die verstaubten deutschen Häkeldeckchen bringt, probiere ich mich nun ein wenig in Mustern aus.

Zunächst hatte ich lediglich vor, die Reste aufzubrauchen, und habe mir ein schönes Etui gehäkelt, das ich im letzten Herbst bereits einmal verschenkte. Ein Foto entfällt an dieser Stelle – glaubt mir, es sieht genauso aus!

Da ich noch immer nicht im Besitz eines der Bücher besagter Autorin bin (was sich hoffentlich zu meinem nächsten Geburtstag ändern wird), habe ich eine Bildersuche gestartet, die mich auf eine mir bekannte Anleitung einer Handtasche führte, die einst in der Brigitte veröffentlicht wurde und noch immer online verfügbar ist.
Die Tasche erschien mir recht klein, außerdem mag ich es, sie an langen Trägern über der Schulter zu haben. Also habe ich (da die Maschenprobe in jedem Fall abwich) nun eine höhere Zahl an Maschen angeschlagen, so dass ich auf eine Breite von ca. 35 cm komme. Durch das Mitführen des Fadens geht es nur langsam voran, erzeugt jedoch ein sehr schönes sauberes Maschenbild. Zum Glück hatte ich ein langes Wochenende mit viel Muße.

Ein Foto vom Freitag …

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… und ein Foto vom Sonntag

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Ich plane einen schwarzen Reißverschluss, während die Frage des Futters noch offen ist.