Archiv der Kategorie: Wolliges

alles aus Wolle

Wollprojekte :: Zwischenstand

Mal wieder hört und liest man nichts von mir. Und wie immer kann ich euch versichern: es tut sich was, wenn auch in kleinen Schritten. Das zweigleisige Stricken erschwert das Vorankommen. Nun aber schnell ein paar Bilder aus dem Inneren der Strickhöhle.

Auf den oberen Bildern könnt ihr sehen, wie der weiße Pullover gedeiht. Der Rumpf ist fertiggestellt und sitzt gut, der erste Ärmel ist in der Vollendung. Leider schluckt das Patentmuster (wie alle auf meinem Blog bereits mehrfach lesen konnten) eine Menge Wolle. Bedingt durch eine zweite Motten-Attacke fielen zusätzlich einige Meter zum Opfer.

Auch die senffarbene Jacke wächst und wächst. Bei diesem Modell habe ich mich akribisch an alle Vorgaben gehalten, keine Ausreisser nach rechts und links (ich schwöre!). Dennoch wird die Wolle nicht reichen, ich sehe es schon kommen *grummel*.

Ergo komme ich für beide Kleidungsstücke um einen weiteren Gang zum Wollgeschäft  nicht herum.

Die ewig einsame Socke

Seit Jahren liegt eine einzelne, formvollende Wollsocke in meinem Kleiderschrank. Alles, was man an Mustern ausprobieren kann, findet man an ihr: Zöpfe, Rauten etc.

Doch leider blieb es bei dieser einen Socke – seit nunmehr zehn Jahren.
Anfangs stand die Ausrede im Weg, die Wolle reiche nicht. Aus den Resten strickte ich meine ersten Schnecken, die später durch weitere Wolleinkäufe expandierten. Allerdings lief mir regelmäßig die vier- statt der sechsfädigen Wolle über den Weg (= Ausrede Nummer 2). Letztendlich hielt mich wohl auch vom Stricken der zweiten Socke ab, dass der Aufwand (bedingt durch Strickmuster und Länge) nicht im Verhältnis zum späteren Tragen stand. Wann zieht man diese Socke an, wenn man nicht gerade auf einer Alm lebt oder Freundin extremer Stilbrüche ist?

Trotz all dieser Gründe, die gegen das Vollenden sprechen, habe ich Hemmungen, die vorhandene Socke zu entsorgen. Aber was mache ich mit einer Socke? Vorschläge nehme ich gerne entgegen.

Von ockergelb zu senffarben

Mit dem Bibo-Gewand komme ich gut klar, es ist kuschelig und genau richtig für die regnerischen Wintertage, um eingemummelt auf dem Sofa zu sitzen. Allerdings noch nicht die gewünschte Strickjacke, die ich unter einer Winterjacke bzw. -mantel tragen kann. Dafür ist sie zu dick und zu warm, eben ein Strickmantel zum „Darüber-ziehen“. 

Es gibt ein schlankeres Modell, mit dem ich schon länger liebäugele und das möglicherweise die oben genannten Kriterien besser erfüllen wird. Es ist auf der sehr empfehlenswerten Plattform „Initiative Handarbeit“ zu finden; hier können sich kreative Geister nicht nur an Wollobjekten erfreuen, sondern auch an Näh-, Bastel- und Stickprojekten. Mittels Facettensuche ist die Auswahl der Handarbeitsart, des gewünschten Alters (Damen, Herren, Kinder, Babys) sowie Modellart (Hose, Jacke, Pullover …) bequem und einfach.

Der Cardigan, der schon vor einiger Zeit veröffentlicht wurde, fiel mir gleich auf wegen seines interessanten Kragens, des schlichten Musters (Halbpatent) und der wunderschönen Farbnuancen (die leider nicht auf dem folgenden Bild zu sehen sind, aber über den oben genannten Link auf das Modell).


Das Garn „Malou Light“ von Lang Yarns ist eine Mischung aus Baby-Alpaka, Merinowolle und Polyamid und mit einer Lauflänge von 190 m/50 g voluminös und leicht. Als Mohairwolle-Geplagte hatte ich zunächst Bedenken, dass das Stricken ähnlich anstrengend wird, aber die Wollkäuferin meines Vertrauens versicherte mir positive Strickerlebnisse und ein finales Strickstück ohne Pilling-Effekt. Da die gewünschte Senffarbe wohl gerade gefragt ist, musste ich mich noch etwas gedulden, bis ich die Wolle abholen konnte. Statt Mitte Januar kam sie jedoch pünktlich zum Jahresende noch an, und ich konnte noch während meines Urlaubs beginnen. Nach Wochen der Woll-Abstinenz nun wieder zwei parallele Projekte: die Jacke und mein noch nicht vollendeter RVO-Pullover, von dem ich in meinem letzten Beitrag berichtete.


Zu Weihnachten habe ich von einer lieben Freundin ein passendes Säckchen für meine neu entflammte Stricklust geschenkt bekommen. Da die Jacke nicht am Stück, sondern aus einzelnen Teilen zusammengesetzt wird, kann ich diese nun etappenweise unterbringen und für unterwegs mitnehmen.

Good old Patentmuster

Ein paar Tage zu Hause bleiben hat trotz Krankheitssymptomen auch ihr Gutes, sofern der Kopf einigermaßen frei ist und arbeiten kann. Kreative Gedanken kommen bei mir auf, wenn ich mich abseits von Trubel und Hektik bewege. Mein langes Sinnieren über einen sinnvollen Gebrauch der weißen Wolle hatte Dank dieser Zeit eine Ende: ich entschied mich für das Stricken eines RVO-Pullovers (RVO = Raglan von oben) mit einem doppelten Kragen (= umgeschlagen und festgenäht). Nur glatt rechts gestrickt sollte er nicht sein, wie langweilig. Ein wenig Muster, jedoch nicht zu üppig. Nach mehreren Anläufen mit verschiedenen Mustern entschied ich mich letztendlich für ein Patentmuster, das erstaunlich gut klappte; ich konnte mir anfangs nicht gut vorstellen, wie die Zunahmen integriert werden.
Mutig habe ich nun das alte Strickstück komplett aufgeribbelt und dabei Reste einer erneuten Mottenattacke ausgesondert (die Strafe, dass ich länger als fünf Monate nicht gestrickt habe und die Wolle ungeschützt herumlag …).
Es geht eher langsam voran: Patentmuster braucht Zeit und die Lauflänge tut ihr übriges, aber es ist Jahreswechsel, da wirkt meditatives Stricken beruhigend.

Mach‘ den Bibo

Den Slogan einfach mal kurz geklaut bei Olli Schulz, weil zutreffend (zumindest vom äußeren Erscheinungsbild), wenn ihr mein Werk anschaut:
es ist ein echtes Wollmonstrum geworden!

Dank dicker Erkältung durfte ich letzte Woche zu Hause bleiben und konnte mich den Umständen entsprechend entspannt meinen gelben Wollbergen hingeben. Die nachgeorderte Wolle hatte – Tada – dieselbe Partie, ich musste keine Unregelmäßigkeiten bei den Farbverläufen durch abwechselndes Stricken mit alten und neuen Knäueln überdecken.

Als dann alles fertig war und ich die Jacke das erste Mal anzog, kam ich mir jedoch vor wie ein gigantischer Vogel aus der Sesamstraße. Aber ein Blick auf die Originalfotos zeigt: die Proportionen stimmen, es fühlt sich nur riesig an beim Tragen.