Archiv der Kategorie: Stoffiges

alles mit Stoff

Zitronen und Gänseblümchen

Dieser Beitrag ist mal wieder zwei Werken aus früheren Zeiten gewidmet, von denen ich eines in der Zeit der Vorbereitung zum letzten Markt kurz erwähnte.

Es handelt sich um zwei Tischdecken, die ich meiner Mutter damals im Alter von ca. 14 Jahren zum Geburtstag bzw. Weihnachten schenkte. Beide Ideen stammen aus „BRIGITTE kreativ“-Heften Anfang der 90er.
Beide Decken sind aus weißem Baumwollstoff, mit Briefecken gearbeitet.
Für die Zitronendecke fertigte ich eine Schablone aus Pappe an, mit deren Hilfe ich dann Stofffarbe auftupfte: die Farben changieren zwischen gelb, grün und grau.
Die Gänseblümchendecke besteht aus gestickten Blumen. Zunächst wird die Blüte im Knötchenstich gestickt, dann die Blütenblätter mit einfachen Stichen. Zuletzt der Stiel im Stielstich.

Falls ihr euch fragt, weshalb die Tischdecken noch so gut erhalten sind. Ganz einfach: meine Mutter hütet sie wie ihren Augapfel, deckt sie nur zu besonderen Anlässen an geschützten Stellen auf und hat sie – zumindest die Zitronendecke  – noch nie gewaschen (aus Angst, die Farbe könne doch abgehen).

Werbetrommel

Ihr Lieben,

am nächsten Samstag ist es soweit. Johannamaria und ich werden in der Honigfabrik wieder einen Stand haben. Und ihr könnt diesmal nicht nur unsere bekannten, schillernden Produkte erwerben. Wir haben auch etwas Neues im Gepäck: unser erstes Gemeinschaftsprojekt auf dem Sektor Stoffdruck. Einen der Probedrucke stellte ich euch bereits Ende August vor. So sehen nun die fertigen Stücke aus (Ausnahme: der gelbe Tischläufer, auf dem Foto noch ungesäumt).

Und die Werbung für meine Schnecken scheint gut zu laufen. Dank der guten PR-Arbeit mit meinen kleinen Weichtieren auf der facebook-Marktseite gab es schon positive Kommentare sowie die Anfrage, ob diese auch käuflich seien?

Ja, sind sie. Ich habe zehn Schnecken im Gepäck. Muss ich noch Nachschub häkeln? Hilfe!

Der ganze Aufwand

… und dann doch wieder einen Schritt zurück.


An meinem Brückenurlaubstag habe ich einen Großeinkauf bei Karstadt in der Stoffeabteilung getätigt, kam voller Enthusiasmus nach Hause, um die Schnittmuster (die bereits ein längeres Dasein bei mir fristen) auf meinen neuen fancy Stoff aufzulegen, den ich mir eigens für den Schnitt einer Kastenjacke aus der burda easy 2/2016 gekauft habe. Um dann festzustellen, dass ich beim damaligen Ausschneiden der Schnittteile wohl vergessen habe, den Ärmel der Jacke mit auszuschneiden. Dafür hatte ich zwei andere Teile eines komplett anderen Kleidungsstückes. Und das Heft – liegt seit einigen Monaten im Altpapier :)
Zum Glück gibt es das Heft in den Bücherhallen, wo ich mir den fehlenden Ärmel nun besorgen kann. Für meinen Stoff und mein neues Equipment heißt es nun erstmal: WARTEN. Nächstes Wochenende ist Markt, und dann mal schauen, wie es mit meiner Zeit so aussieht.

 

Ordnung am Wochenende

Das vorletzte Wochenende habe ich dafür genutzt, mal wieder etwas Ordnung in meine mittlerweile größere Sammlung an Strick-, Näh- und sonstigen Anleitungen zu bringen.

Mein Projekt vom letzten Jahr, die Strickmaschine einzuweihen, werde ich nun ad acta legen. Die dazugehörigen Strickhefte habe ich ebenfalls durchgeschaut und auf Brauchbarkeit (und Machbarkeit) getestet. Von diversen Heften der Jahrgänge 1955-1957 sind nun drei Vorlagen übriggeblieben, von allen anderen habe ich mich rigoros getrennt.

19B8D1D1-9D29-4B5E-ACDF-A580EEE2AD96

Des Weiteren habe ich mich an meine „Fast-fertig“- und „Muss-noch-geändert-werden“-Projekte gemacht.

Erstens: die Ärmel meines verunglückten T-Shirt abschneiden und neue Ärmelbündchen annähen. Hat gut funktioniert. Es wird wohl trotzdem nicht mein Lieblings-T-Shirt, sieht nun aber besser aus. Ich bin zufrieden.

neue Ärmelbündchen
T-Shirt mit kurzen Ärmeln

Zweitens (ohne Foto): meine Jeans im Siebziger-Stil bearbeitet, indem ich den Saum aufgetrennt habe und das Bein um ca. 3 cm verlängert habe. Noch immer nicht super, aber besser als vorher.

Tandem

Wenn alte Markthasen keine guten Absätze beim Verkauf machen, lassen sie sich etwas Neues einfallen.
johannamaria und ich wollen fusionieren und gemeinsame Produkte entwerfen. Sie druckt, ich nähe und stricke. Was liegt da ferner, ihre schönen Objekte auf meine Stoffe zu bringen?

Bereits vor einigen Wochen begannen wir mit einer Recherche in den Bücherhallen nach Techniken des Stoffdrucks und möglichen Motiven. Vor meinem Urlaub besuchte ich dann johannamaria in ihrer Werkstatt, und wir probten zunächst mit klassischen Druckfarben auf Stoffresten, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Parallel arbeiteten wir mit Schablonen, hier ließ sich die Farbe besser auftragen.

Am Montag trafen wir uns für einen zweiten Produktionsversuch, diesmal hatte johannamaria Textilfarben gekauft und einige Blumenmotive aus Linoleum geschnitzt. Ich hatte bergeweise Stoff aus alten Gardinen bei meinen Eltern abgestaubt und bei meinen Kellerforschungen die nicht mehr am Leben geglaubte Zitronenschablone gefunden. Mit ihr hatte ich einst im Alter von ca. 14 Jahren meiner Mutter eine Tischdecke genäht und mit großen Zitronen bedruckt.

Nach einem leckeren Frühstück machten wir uns ans Werk. Ich hatte drei kleine serviettengroße Stoffstücke vorbereitet, um einen realistischen Eindruck von Größe und Position zu erhalten.

Am besten hat uns das schlichte Blumenmotiv in rot gefallen (hier noch einzeln gedruckt, später hat johannamaria sie zu einem Stempel zusammengefügt). Wir treffen uns bald wieder und starten eine Miniserie, die wir euch auf dem kommenden Markt im November in der Honigfabrik präsentieren werden.

Serviette_Blumen_rot