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alles mit Stoff

Der ganze Aufwand

… und dann doch wieder einen Schritt zurück.


An meinem Brückenurlaubstag habe ich einen Großeinkauf bei Karstadt in der Stoffeabteilung getätigt, kam voller Enthusiasmus nach Hause, um die Schnittmuster (die bereits ein längeres Dasein bei mir fristen) auf meinen neuen fancy Stoff aufzulegen, den ich mir eigens für den Schnitt einer Kastenjacke aus der burda easy 2/2016 gekauft habe. Um dann festzustellen, dass ich beim damaligen Ausschneiden der Schnittteile wohl vergessen habe, den Ärmel der Jacke mit auszuschneiden. Dafür hatte ich zwei andere Teile eines komplett anderen Kleidungsstückes. Und das Heft – liegt seit einigen Monaten im Altpapier :)
Zum Glück gibt es das Heft in den Bücherhallen, wo ich mir den fehlenden Ärmel nun besorgen kann. Für meinen Stoff und mein neues Equipment heißt es nun erstmal: WARTEN. Nächstes Wochenende ist Markt, und dann mal schauen, wie es mit meiner Zeit so aussieht.

 

Ordnung am Wochenende

Das vorletzte Wochenende habe ich dafür genutzt, mal wieder etwas Ordnung in meine mittlerweile größere Sammlung an Strick-, Näh- und sonstigen Anleitungen zu bringen.

Mein Projekt vom letzten Jahr, die Strickmaschine einzuweihen, werde ich nun ad acta legen. Die dazugehörigen Strickhefte habe ich ebenfalls durchgeschaut und auf Brauchbarkeit (und Machbarkeit) getestet. Von diversen Heften der Jahrgänge 1955-1957 sind nun drei Vorlagen übriggeblieben, von allen anderen habe ich mich rigoros getrennt.

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Des Weiteren habe ich mich an meine „Fast-fertig“- und „Muss-noch-geändert-werden“-Projekte gemacht.

Erstens: die Ärmel meines verunglückten T-Shirt abschneiden und neue Ärmelbündchen annähen. Hat gut funktioniert. Es wird wohl trotzdem nicht mein Lieblings-T-Shirt, sieht nun aber besser aus. Ich bin zufrieden.

neue Ärmelbündchen
T-Shirt mit kurzen Ärmeln

Zweitens (ohne Foto): meine Jeans im Siebziger-Stil bearbeitet, indem ich den Saum aufgetrennt habe und das Bein um ca. 3 cm verlängert habe. Noch immer nicht super, aber besser als vorher.

Tandem

Wenn alte Markthasen keine guten Absätze beim Verkauf machen, lassen sie sich etwas Neues einfallen.
johannamaria und ich wollen fusionieren und gemeinsame Produkte entwerfen. Sie druckt, ich nähe und stricke. Was liegt da ferner, ihre schönen Objekte auf meine Stoffe zu bringen?

Bereits vor einigen Wochen begannen wir mit einer Recherche in den Bücherhallen nach Techniken des Stoffdrucks und möglichen Motiven. Vor meinem Urlaub besuchte ich dann johannamaria in ihrer Werkstatt, und wir probten zunächst mit klassischen Druckfarben auf Stoffresten, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Parallel arbeiteten wir mit Schablonen, hier ließ sich die Farbe besser auftragen.

Am Montag trafen wir uns für einen zweiten Produktionsversuch, diesmal hatte johannamaria Textilfarben gekauft und einige Blumenmotive aus Linoleum geschnitzt. Ich hatte bergeweise Stoff aus alten Gardinen bei meinen Eltern abgestaubt und bei meinen Kellerforschungen die nicht mehr am Leben geglaubte Zitronenschablone gefunden. Mit ihr hatte ich einst im Alter von ca. 14 Jahren meiner Mutter eine Tischdecke genäht und mit großen Zitronen bedruckt.

Nach einem leckeren Frühstück machten wir uns ans Werk. Ich hatte drei kleine serviettengroße Stoffstücke vorbereitet, um einen realistischen Eindruck von Größe und Position zu erhalten.

Am besten hat uns das schlichte Blumenmotiv in rot gefallen (hier noch einzeln gedruckt, später hat johannamaria sie zu einem Stempel zusammengefügt). Wir treffen uns bald wieder und starten eine Miniserie, die wir euch auf dem kommenden Markt im November in der Honigfabrik präsentieren werden.

Serviette_Blumen_rot

Pünktchen

In der Ruhe liegt die Kraft. Dies gilt nicht nur für die Anfertigung von Maschenproben, damit alles rund läuft, sondern auch für Zuschnittpläne. Werden diese nicht berücksichtigt, kann es zu erheblichen Problemen kommen.

Diese Erfahrung durfte ich mit meinem Projekt Shirt Annalisa von schnittchen.com machen, jüngst erworben vor dem Urlaub. Voller Vorfreude, einer neuen Stoffschere und festem Jersey in schwarz mit weißen Punkten im Gepäck startete ich. Folgendes schwante mir während des Zuschnitts: der Fadenverlauf war zwar vertikal auf den Schnittteilen eingezeichnet, aufgelegt sollten die Teile jedoch quer zur Webkante (= Webkante oben und unten statt rechts und links). Leider zu spät zum Umkehren.

Resultat: Dadurch, dass der Stoff in die Breite, jedoch nicht in die Höhe zu dehnen ist, sitzt der Stoff an den Unterarmen und den Armbeugen so eng, dass ich die Arme kaum anwinkeln kann. Bei angesetzten Ärmeln wäre dies anders gewesen, Vorder- und Rückenteil sind jedoch bei diesem Modell jeweils in einem Teil.

Etwas getröstet hat es mich, zu lesen, dass auch eine andere Bloggerin, die sich an diesem Shirt versuchte, ähnliche Probleme mit der Ärmelweite hatte.
Mir stellt sich die Frage – Zuschnittrichtung hin oder her –, wie es sich mit der Ärmelweite verhält, wenn ich statt Jersey die in der Anleitung angegebene Stoffalternative Sweatshirt gewählt hätte, die überhaupt nicht dehnbar ist. Eine Nummer größer (40) würde insgesamt zu groß ausfallen und das Problem nicht beheben.

Beim nächsten Versuch werde ich wie die andere Bloggerin mehr Ärmelweite geben, mein missglücktes Stück werde ich wohl oder übel in den Ärmeln kürzen. Es wegzuschmeißen, ist mir zu schade.