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alles mit Stoff

Tandem

Wenn alte Markthasen keine guten Absätze beim Verkauf machen, lassen sie sich etwas Neues einfallen.
johannamaria und ich wollen fusionieren und gemeinsame Produkte entwerfen. Sie druckt, ich nähe und stricke. Was liegt da ferner, ihre schönen Objekte auf meine Stoffe zu bringen?

Bereits vor einigen Wochen begannen wir mit einer Recherche in den Bücherhallen nach Techniken des Stoffdrucks und möglichen Motiven. Vor meinem Urlaub besuchte ich dann johannamaria in ihrer Werkstatt, und wir probten zunächst mit klassischen Druckfarben auf Stoffresten, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Parallel arbeiteten wir mit Schablonen, hier ließ sich die Farbe besser auftragen.

Am Montag trafen wir uns für einen zweiten Produktionsversuch, diesmal hatte johannamaria Textilfarben gekauft und einige Blumenmotive aus Linoleum geschnitzt. Ich hatte bergeweise Stoff aus alten Gardinen bei meinen Eltern abgestaubt und bei meinen Kellerforschungen die nicht mehr am Leben geglaubte Zitronenschablone gefunden. Mit ihr hatte ich einst im Alter von ca. 14 Jahren meiner Mutter eine Tischdecke genäht und mit großen Zitronen bedruckt.

Nach einem leckeren Frühstück machten wir uns ans Werk. Ich hatte drei kleine serviettengroße Stoffstücke vorbereitet, um einen realistischen Eindruck von Größe und Position zu erhalten.

Am besten hat uns das schlichte Blumenmotiv in rot gefallen (hier noch einzeln gedruckt, später hat johannamaria sie zu einem Stempel zusammengefügt). Wir treffen uns bald wieder und starten eine Miniserie, die wir euch auf dem kommenden Markt im November in der Honigfabrik präsentieren werden.

Serviette_Blumen_rot

Pünktchen

In der Ruhe liegt die Kraft. Dies gilt nicht nur für die Anfertigung von Maschenproben, damit alles rund läuft, sondern auch für Zuschnittpläne. Werden diese nicht berücksichtigt, kann es zu erheblichen Problemen kommen.

Diese Erfahrung durfte ich mit meinem Projekt Shirt Annalisa von schnittchen.com machen, jüngst erworben vor dem Urlaub. Voller Vorfreude, einer neuen Stoffschere und festem Jersey in schwarz mit weißen Punkten im Gepäck startete ich. Folgendes schwante mir während des Zuschnitts: der Fadenverlauf war zwar vertikal auf den Schnittteilen eingezeichnet, aufgelegt sollten die Teile jedoch quer zur Webkante (= Webkante oben und unten statt rechts und links). Leider zu spät zum Umkehren.

Resultat: Dadurch, dass der Stoff in die Breite, jedoch nicht in die Höhe zu dehnen ist, sitzt der Stoff an den Unterarmen und den Armbeugen so eng, dass ich die Arme kaum anwinkeln kann. Bei angesetzten Ärmeln wäre dies anders gewesen, Vorder- und Rückenteil sind jedoch bei diesem Modell jeweils in einem Teil.

Etwas getröstet hat es mich, zu lesen, dass auch eine andere Bloggerin, die sich an diesem Shirt versuchte, ähnliche Probleme mit der Ärmelweite hatte.
Mir stellt sich die Frage – Zuschnittrichtung hin oder her –, wie es sich mit der Ärmelweite verhält, wenn ich statt Jersey die in der Anleitung angegebene Stoffalternative Sweatshirt gewählt hätte, die überhaupt nicht dehnbar ist. Eine Nummer größer (40) würde insgesamt zu groß ausfallen und das Problem nicht beheben.

Beim nächsten Versuch werde ich wie die andere Bloggerin mehr Ärmelweite geben, mein missglücktes Stück werde ich wohl oder übel in den Ärmeln kürzen. Es wegzuschmeißen, ist mir zu schade.

Die Nadel brennt

Wie bereits in den Jahren zuvor berichte ich etappenweise über die Fortschritte meiner Produktion für den anstehenden Markt.
Es sollten lediglich ein paar Taschen werden, auch um meine Stoffreste für die Taschenböden aufzubrauchen. Stattdessen artete es aus durch den Kauf diverser unifarbener Stoffe (ich berichtete), die ich nun endlich mit vielen bunten/gemusterten Stoffen kombinieren kann, die schwer zu vermitteln waren. Nun sind es insgesamt 19 Taschen (!), die hinzukommen. Es stehen noch meine Stoffkörbe aus, für die ich noch Vlies kaufen muss – und sehr wichtig: die Schneckenpopulation ist seit dem letzten Jahr stark geschrumpft (ich verschenke sie gerne). Ein Körper plus Fühler ist bereits zum Leben erwacht, aber ich habe nur noch wenig Zeit und muss mich ein wenig sputen bis zum 13. Mai. Nebenher habe ich noch ein paar Filzetuis genäht. Mal sehen, ob sie Anklang finden.

Bis bald, ich berichte bald wieder.