Archiv der Kategorie: Handwerksliteratur

Literatur-Tipps aus dem Bereich Handarbeit und Handwerk

Holzmännchenfreu(n)de

Dass ich als Kind meine kreative Seite ausleben durfte und darin auch gefördert wurde, habe ich unter anderem der Nachbarin meiner Eltern zu verdanken, mit der ich groß geworden bin, und die mich  – selbst kinderlos – wohl ein wenig wie ihr eigenes Kind ansah. Sie schenkte mir zahlreiche Spielsachen, kleine Unikate, die ich teilweise noch immer habe und/oder in meiner Wohnung anzutreffen sind. Sie hat mir das Filethäkeln und das Patchworken beigebracht. Im Gegenzug erhielt sie von mir ebenfalls viele Geschenke, größtenteils selbstgemacht. Dies haben wir uns bis in mein Erwachsenenalter hinein erhalten, auch wenn der Kontakt weniger geworden ist.

Vor einigen Jahren schenkte ich ihr ein Holzmännchen von etwa 70 cm Größe, das einen Kasten vor sich trägt, und dessen Deckel sich hebt, wenn man die Arme des Männchens nach oben bewegt. In diesem Bauchladen kann man allerlei Dinge verstauen, z.B. Klebeband, Nähgarn, Taschenlampe, Schere, Bleistifte.
Die Bastelidee stammt aus demselben Buch meines Lieblings-Bastelautoren Tilman Michalski, von dem ich bereits den Bau eines Adventsbaums vorgestellt habe. Auf seiner Website stellt er seine Bücher vor und gibt Einblicke in seine zahlreichen Bastelideen. Ein Paradies für große und kleine Menschen, die gerne nach Anleitung basteln und trotzdem viel kreativen Freiraum wünschen.

Leider habe ich kein Foto von dem fertigen Männchen, dass ich euch präsentieren kann. Es gibt leider nur dieses leicht verwackelte, kurz vor der Vollendung – ohne Arme, ohne Bauchladen.
Was ich jedoch weiß: es hat noch immer einen Ehrenplatz im Esszimmer neben meinen anderen selbstgemachten Sachen und wird geschätzt.

Holzmann (2)
Aus: Ute & Tilman Michalski: Basteln (10. Aufl., 1995)

 

Ein Traum für alle frankophilen Retros

Das Magazin „100 idées“ bzw. „100 Ideen“ ist eine exzellente DIY-Zeitschrift der 70er aus Frankreich, und wurde leider eingestellt wegen zu geringer Nachfrage. Die Nachbarin meiner Eltern hatte fast alle Exemplare und hat mir auch einige überlassen. Kürzlich bin ich auf das Blog „Tricots et cuisine de 100 idées“ gestoßen, in dem eine Französin fast die kompletten Jahrgänge mit gescannten Artikeln und Anleitungen zur Verfügung stellt! Ein absoluter Stöbergenuss für alle handarbeitlich und handwerklich interessierten Menschen!

Bauhaus-Inspirationen

Gestern war ich nach längerer Zeit mal wieder auf dem Antik- und Flohmarkt »Flohschanze«, um zu stöbern und mich inspirieren zu lassen. Bei meiner Runde statte ich regelmäßig der Buchhandlung cohen + dobernigg einen Besuch ab. Dort bin ich auf ein interessantes Buch gestoßen, das mein Tischlerinnenherz hat höherschlagen läßt: Hartz IV Moebel.com

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Kalorienarmes Essen

Vor einiger Zeit entdeckte ich die Welt des Amigurumi*. Aus meiner Sicht ist viel Kitsch dabei, aber für einiges kann ich mich erwärmen, wie z. B. wundervoll gestaltete Häkel- und Stricklebensmittel.
Als regelmäßige Buchausleiherin und sehr unregelmäßige Buchkäuferin habe ich mir vorletzte Woche das wundervolle Erstlingswerk der Autorin Rose Langlitz, „Tasty crochet : a pantry full of patterns for 33 yummy treats„, gekauft. Eine lohnenswerte Anschaffung!
Das Buch enthält zahlreiche, trotz englischer Sprache gut verständliche Anleitungen, wenn man ein wenig Erfahrung mit Häkeln hat. Für die Objekte können Wollreste verwendet werden (also keine großen Wollanschaffungen). Überdies hat man schnelle Erfolgserlebnisse, da nicht viel Zeit nötig ist, um ein Obst / Gemüse fertigzustellen.
Die teilweise etwas irritierten Fragen aus meiner Umgebung alias „Und was macht man dann damit?“ habe ich lächelnd abgewunken. Kunstbanausen!
Ich für meinen Teil freue mich schon darauf, meinen lieben Kolleginnen aus dem Großraumbüro an meinem Geburtstag neben essbaren Leckereien auch wollige Delikatessen anbieten zu können. Guten Appetit!

 

*Amigurumi (jap. 編み包み, dt. gestricktes Bündel) ist eine japanische Strick- oder Häkelkunst, mit der kleine Tierpuppen, Gegenstände, Lebensmittel oder auch anthropomorphe Objekte hergestellt werden.

Es wird Zeit, an die Kleinen zu denken …

Obwohl ich auch schon für einige Kinder gestrickt und genäht habe (vielfach für Neugeborene), habe ich nur weniges fotografiert.
Folgenden Pullover habe ich für den damals zweijährigen Sohn meiner Freundin im Dänemark-Urlaub gestrickt. Trotz der kleinen Fläche haben die Streifen bzw. das spätere Vernähen doch einige Zeit in Anspruch genommen. Der Schnitt ist ansonsten sehr simpel: Vorder- und Rückenteil gerade hoch gestrickt, Ärmel mit gleichmäßigen Zunahmen, Kragen aus den Rändern herausgestrickt.
Eine genaue Anleitung hatte ich nicht, ich habe mich an der Anleitung eines Kinderpullovers in Größe 92/98 von Debbie Bliss („Stricksachen für die ganze Familie„, S. 11) orientiert. Verwendet habe ich das Garn von Lana Grossa, Qualität „Bingo“, Nadeln 5.